Vor dem Viertelfinale gegen Italien

Trauma? Welches Trauma? Deutsche Nationalspieler strotzen vor Selbstvertrauen

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Drei, die im Blickpunkt stehen: Deutschlands Nationalspieler Toni Kroos (von links), Mats Hummels und Thomas Müller.

Kassel. Im Grunde ist alles gesagt vor dem Klassiker in Bordeaux. Im EM-Viertelfinale trifft Deutschland auf Italien (21 Uhr/ARD). Auf den Angstgegner.

Im Vorfeld fielen die Begriffe Trauma und Fluch. Doch wer in diesen Tagen die deutschen Fußballer beobachtet und ihnen zuhört, kommt unweigerlich zu der Frage: Trauma? Welches Trauma? Vor allem Toni Kroos strahlt eine gehörige Portion Selbstvertrauen aus. Ohnehin gehört der 26-Jährige zu jenen, die vor dem Anpfiff im Blickpunkt stehen:

Die Personalie Kroos

In vier Jahren kann viel passieren. Die Entwicklung von Toni Kroos ist das beste Beispiel – und gerade diese Personalie verdeutlicht, dass die deutsche Nationalmannschaft seit dem bitteren 1:2 im EM-Halbfinale 2012 mehr als ein gutes Stück vorangekommen ist. Damals stand Kroos sinnbildlich für das Scheitern: Als Manndecker gegen Andrea Pirlo war er eine Fehlbesetzung. Heute steht der Profi von Real Madrid für den Aufschwung. Kroos hat sich nicht ohne Grund die Beinamen Taktgeber und Passmaschine erarbeitet. Kein Wunder, dass er die Vergangenheit einfach weglächelt: „Warum sollte ich ein Italien-Trauma haben?“, fragte er bei der abschließenden Pressekonferenz. Heute ist Kroos für das deutsche Spiel das, was früher Pirlo für die Italiener war: der Dreh- und Angelpunkt. Kroos geht nicht mehr als Bewacher in eine Begegnung, er wird bewacht.

Der Fall Hummels

Neben Kroos gibt es zwei weitere Fälle, die vor vier Jahren gegen Italien ins Blickfeld rückten. Erstens Mats Hummels: Der Innenverteidiger machte wie die gesamte Hintermannschaft bei den Gegentreffern von Mario Balotelli alles andere als eine gute Figur. Heute steht er wieder im Blickpunkt, weil die Frage aufkommt: Hat Hummels zwei oder drei weitere Abwehrspieler an seiner Seite? Soll heißen: Entscheidet sich Bundestrainer Joachim Löw gegen die Italiener womöglich für eine Dreierkette? Beim 4:1-Sieg im Testspiel gegen die Azzurri Ende März funktionierte diese Variante sehr gut. Sicher ist auf jeden Fall, dass Jerome Boateng neben Hummels auflaufen wird. Mit Blick auf das EM-Halbfinale 2012 sagt der Münchner: „Wichtig ist, dass wir dieses Mal unser Spiel durchdrücken.“

Der Fall Müller

Vor vier Jahren spielte Boateng noch als Außenverteidiger. Heute zählt er zu den besten Innenverteidigern dieses Turniers. Damals wurde er in der 71. Minute ausgewechselt, für ihn kam Thomas Müller. Und da wären wir auch schon bei der dritten Personalie, die im Blickpunkt steht. Denn heute gilt das ungeschriebene Gesetz: Müller spielt immer. Diese und andere Lehren hat Löw aus der Niederlage von Warschau gezogen. Selbst wenn Müller in Frankreich noch nicht getroffen hat. Dem 26-Jährigen ist zuzutrauen, pünktlich zur entscheidenden Phase dieser EM in seine WM-Form zu kommen. Warum nicht gegen Italien?

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