Deutsche U19 nach EM-Auftaktpleite frustriert

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Cedric Teuchert ärgert sich über eine vergebene Chance. Foto: Marijan Murat

Unfassbar: Die deutsche U 19 beherrschte ihren EM-Auftaktgegner Italien nach Belieben. Aber am Ende stand das Team von Trainer Guido Streichsbier mit leeren Händen da. Ein Handelfmeter reichte den Abwehrkünstlern zum glücklichen Sieg.

Stuttgart (dpa) - Ein halbes Dutzend hochkarätiger Torchancen, meist drückend überlegen und dann durch einen Handelfmeter verloren: Beim deutschen Fußballnachwuchs saß der Frust nach dem fatalen Fehlstart bei der U 19-Europameisterschaft im eigenen Land tief.

"Das ist unfassbar bitter", stöhnte Kapitän Benedikt Gimber nach dem 0:1 (0:0) am Montag in Stuttgart gegen Italien. "Wir haben 90 Minuten lang dominiert." Gino Fechner, der den Strafstoß verursacht hatte, schimpfte: "Bis zur 77. Minute war es überragend. Dann so ein Scheißtor - unfassbar."

Ein einziges Mal tauchten die rein defensiv ausgerichteten Azzurri nach einem Konter gefährlich vor dem deutschen Tor auf. Im Tohuwabohu sprang Fechner der Ball an die Hand. "Das war definitiv keine Absicht", versicherte er später zornig. Aber Federico Dimarco verwandelte den Elfmeter sicher (78. Minute) und stellte damit die Auftaktpartie in der Gruppe A vor 54 689 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena in Stuttgart komplett auf den Kopf.

Selbst beste Möglichkeiten reichten Deutschland nicht zu wenigstens einem Treffer. Immer wieder scheiterte das Team von Trainer Guido Streichsbier am überragenden italienischen Keeper Alex Meret. Egal, ob der Bundesliga erfahrene Hoffenheimer Philipp Ochs (14. und 66.), der erst 18 Jahre alte, bei seinem Debüt überzeugende Dortmunder Janni Serra (15. und 56.) oder der eingewechselte Nürnberger Cedric Teuchert (65. und 76.): keiner konnte Meret überwinden.

"Die letzte Gier und ein Stück weit Brutalität, das Ding über die Linie zu drücken, haben gefehlt", resümierte Streichsbier ernüchtert. "Wir hatten einige richtig gute Torchancen. Die letzte Galligkeit hat gefehlt. Den Vorwurf müssen wir uns machen." Aber auch spielerisch blieb der zweimalige U 19-Europameister einiges schuldig, auch wenn die drückende Mittagsschwüle sicher extrem viel Kraft gekostet hatte. Deutschland steigerte sich nach etwa einer Viertelstunde zwar, leistete sich aber trotz starkem Druck nach vorne weiterhin viele Astimmungs- und Abspielfehler.

Auch nach dem Seitenwechsel agierte der deutsche Nachwuchs weiterhin druckvoll und hatte deutlich mehr Spielanteile. "Der einzige Vorwurf, den man uns machen kann, ist, dass wir keine Tore erzielt haben", urteilte Abwehrchef Gimber.

Vor der zweiten Gruppenpartie am Donnerstagabend gegen Portugal in Großaspach steht der Titelkandidat nun mächtig unter Druck. "Da müssen wir gewinnen", betonte Besuschkow. Im Fall eines weiteren Reinfalls wäre das Minimalziel Halbfinale bereits außer Reichweite.

U19-EM (DFB-Seite)

U19-EM (Uefa-Seite)

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