Wettbewerb hat sich "überlebt"

DFB-Präsident Grindel für Abschaffung des Confed Cups

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DFB-Präsident Reinhard Grindel würde den Confederations Cup abschaffen.

Hamburg - DFB-Präsident Reinhard Grindel hat sich für die Abschaffung des Confederations Cups ausgesprochen. Die EM 2024 will der 55-Jährige weiterhin mit aller Macht nach Deutschland holen.

"Ich glaube, dass sich der Wettbewerb überlebt hat", sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes in einem Interview des "Hamburger Abendblatts". Der Weltverband FIFA sollte grundsätzlich über das Format nachdenken. "Es wäre ein gutes Signal an die Spitzenclubs in Europa, die mit Recht vor einer zu hohen Belastung ihrer Spieler warnen, zu sagen: Wir verzichten auch mal auf einen Wettbewerb."

Angesichts der Leistungsfähigkeit der Scouts und der Organisationsabteilung des DFB seien die Vorbereitungen auf eine WM so detailliert, dass ein Kennenlernen von Stadien und Regionen nicht nötig sei. "Der Sinn hat sich damit eigentlich erübrigt", sagte Grindel, der zudem die Kritik von Teammanager Oliver Bierhoff an der zu geringen Kostenübernahme der FIFA für das Turnier vom 17. Juni bis 2. Juli kommenden Jahres in vier russischen Städten unterstützt.

"Wir werden Mitte Dezember bei einem Besuch der FIFA-Generalsekretärin deutlich machen, dass wir erwarten, dass die FIFA die Kosten für die gesamte Delegation übernimmt", kündigte Grindel an. Die FIFA entwerte den Confed-Cup durch die bisherige Regelung selbst. "Das ist keine gute Werbung und tut mir auch für den Veranstalter Russland leid, der nichts dafür kann", sagte Grindel.

Grindel sieht in der anhaltenden Kritik an den nächsten WM-Ausrichtern Russland und Katar sowie der Austragung der EM 2020 in 13 Ländern ("Wanderzirkus") aber auch eine Chance für Deutschland, die Europameisterschaft 2024 ins Land des Weltmeisters zu holen. "Die Abfolge der Ereignisse könnte uns bei der Bewerbung helfen", sagte der ehemalige Bundestagsabgeordnete, weil der Wunsch aufkommen könnte: "Da gehen wir auf Nummer sicher." Neben Deutschland könnte sich auch ein Verbund skandinavischer Länder bewerben.

Doch Grindel sieht den DFB bestens gerüstet. "Ich finde, dass Deutschland alles hat, was man braucht. Wir haben die Stadien und die Infrastruktur", sagte er: "Wir brauchen kaum einen Hektar neu zu versiegeln, es wären also ökologisch schonende und ökonomisch sparsame Europameisterschaften, die wir anzubieten haben."

Das Turnier nach Deutschland zu holen, wäre "ein ganz wichtiges Leuchtturm-Projekt", sagte Grindel: "Ich bin zuversichtlich, dass wir entscheiden, uns zu bewerben." Das UEFA-Exekutivkomitee wird wohl am 9. Dezember offiziell das Bewerbungsverfahren eröffnen. Bis März 2017 müssen dann die Verbände ihre Kandidatur erklären. Danach hat man ein Jahr Zeit, die Bewerbungsunterlagen zu erstellen ehe im Herbst 2018 die EM-Endrunde 2024 vergeben wird.

Verbandsstruktur DFB

Interview Hamburger Abendblatt (Bezahlschranke)

dpa/sid

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