Behandlung nach Zusammenstoß

Schock bei Test-Spiel: Khedira geht zu Boden

Sami Khedira
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Sami Khedira sitzt bei einer Trainingseinheit im DFB-Camp auf der Bank.

St. Martin - Einen gehörigen Schrecken hat Sami Khedira seinem Trainer Jogi Löw eingejagt. Nach einem Zusammenstoß in einem Testspiel ging er zu Boden und musste anschließend behandelt werden.

Sami Khedira umarmte einen nach dem anderen. Nicht nur seine Kollegen in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, auch alle Betreuer wurden erst einmal geherzt, ehe der frischgebackene Champions-League-Sieger seine Vorbereitung auf die WM-Endrunde in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) aufnahm.

„Ich genieße jede Sekunde auf dem Platz. Schließlich ist es keine Selbstverständlichkeit, dass ich hier bin. Es war ein langer und harter Weg“, sagte der Mittelfeldspieler von Real Madrid nach seiner ersten Trainingseinheit mit der DFB-Auswahl im WM-Trainingslager am Mittwoch in Südtirol.

Einen Tag später sorgte Khedira beim Testspiel gegen die U20-Junioren (8:0) für einen Schreckmoment. Nach einem Zusammenprall musste der Ex-Stuttgarter an seinem gerade verheilten Knie behandelt werden. Der Mittelfeldspieler hielt sich nach der Kollision mit Nachwuchsspieler Malcolm Cacutalua sein gerade erst von einem Kreuzbandriss genesenes rechtes Knie und blieb länger liegen. Zwar humpelte Khedira anschließend noch ein paar Minuten über den Platz, doch zur Halbzeit blieb er in der Kabine.

DFB gibt Entwarnung: Khedira hat sich nicht verletzt

Vonseiten des DFB gab es allerdings schnell Entwarnung. Zwar wurden Zusammenprall und Behandlung bestätigt, aber eine Verletzung ausgeschlossen. Auch Khedira selbst sprach gegenüber kicker-online von „einem ganz normalen Zweikampf, Knie an Knie“, und dass auch solche Aktionen mehr Vertrauen in seine Spielweise bringen würden.

„Mein Weg geht weiter bergauf. Ich bin zuversichtlich, dass ich am 16. Juni im Vollbesitz meiner Kräfte bin“, hatte der 27-Jährige, der sich am 15. November vergangenen Jahres im Länderspiel gegen Italien einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, zuvor gesagt. Im ersten Gruppenspiel der DFB-Auswahl gegen Portugal mit seinem Vereinskollegen Cristiano Ronaldo will er unbedingt dabei sein.

Bis dahin müsse er zwar noch einige Details verbessern und auch neben dem Mannschaftstraining weiter an seiner Physis arbeiten, aber „wir haben bis dahin noch genug Zeit“. Dass ihn sein Vereinscoach Carlo Ancelotti am vergangenen Samstag im Finale der Königsklasse gegen Stadtrivale Atletico Madrid (4:1 n.V.) in Lissabon von Beginn an gebracht habe, sei schließlich kein Zufall gewesen: „So schlecht kann ich im Training nicht gewesen sein.“

Khedira und Löw "guter Hoffnung ist, dass es (mit der WM) klappt"

Dann stellte Khedira, dessen Stern in der Nationalmannschaft bei der WM 2010 in Südafrika als Stellvertreter des verletzten Michael Ballack aufgegangen war, klar, dass er trotz der ausgiebigen Feierlichkeiten mit Real nach La Decima grundsätzlich wieder fit sei. Ob er am Zuckerhut wieder mit Bastian Schweinsteiger, der wegen einer Knieverletzung bislang nur eingeschränkt trainieren konnte, auf der Doppelsechs spielen möchte, ließ der frühere Stuttgarter offen.

„Natürlich ist es gut, wenn man eingespielt ist. Noch wichtiger ist aber das System, und das beherrschen bei uns in der Nationalmannschaft alle“, sagte Khedira, dessen Wohlbefinden maßgeblich weitere Personalentscheidungen beeinflusst. Denn wenn er für das defensive Mittelfeld bereit steht, könnte Kapitän Philipp Lahm wieder in die Viererkette zurückkehren.

„Über das Personal entscheidet der Bundestrainer“, sagte Khedira, der in dem vergangenen halben Jahr ständig Kontakt zu Joachim Löw hatte. „Mit dem Bundestrainer, Oliver Bierhoff und auch einigen Spielern habe ich regelmäßig telefoniert. Das hat mir Mut gemacht und mich gepuscht. Das war eine großartige Unterstützung. Deshalb möchte ich in Brasilien etwas davon zurückgeben“, so Löws Musterprofi.

„Dass Sami nicht im Vollbesitz seiner Kräfte sein kann, ist völlig normal. Er wird noch ein bisschen was aufholen müssen“, sagte der Bundestrainer, der aber ebenso wie Khedira selbst „guter Hoffnung ist, dass es klappt“.

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SID

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