Nur einer muss nicht schwitzen: Serge Gnabry fehlt beim öffentlichen Training der U21

Wollen ihre Vorbilder sehen: Junge Fans beobachten ihr Idole beim öffentlichen Training der U21. Fotos:  Hedler

Kassel. Vereinzelt wehen sogar Deutschlandfahnen auf der Haupttribüne des Auestadions, als die Fußball-Nationalspieler der deutschen U21 mit ein paar Minuten Verspätung auf den Rasen schlendern.

Angeführt werden sie von ihrem Trainer Stefan Kuntz. Badelatschen und Turnschuhe aus, rein in die richtigen Treter - dann kann es losgehen.

Immerhin rund 100 Zuschauer haben sich zum öffentlichen Training vor dem Länderspiel in Kassel am Freitag gegen die Slowakei aufgemacht. Der Großteil davon Kinder, viele tragen das weiße Trikot mit dem Adler und den vier Sternen.

Drei Kreise werden gebildet, die Spieler halten den Ball hoch - kein großer Unterschied zum Trainingsbeginn einer Amateurmannschaft. Wären da nicht gleich sechs Trainer auf dem Feld und mehrere Fotografen und Kameras am Spielfeldrand.

Ein Pfiff und die Nachwuchsspieler kommen zusammen. Es werden Leibchen verteilt, zwei Mannschaften gebildet - das geht bei 22 Spielern ja genau auf. Aber Moment, waren nicht 23 Akteure in Kassel dabei? Ja, klar. Aber einer fehlt an diesem Tag: Serge Gnabry. Der Star der Olympischen Spiele in Rio ist in Bremen, um dort einen Vertrag beim Bundesligisten zu unterschreiben. Pünktlich zum Spiel morgen wird er aber wieder bei der Mannschaft sein.

Schnell wird klar, warum die Mannschaft so viele verschiedene Trainer benötigt. Auf der einen Seite werden die Torhüter vor Aufgaben gestellt, einzelne Spieler müssen Kraftübungen machen, eine große Gruppe hat offensichtlich Spaß bei einer Lauf- und Koordinationseinheit. Macht einer etwas falsch, muss er Liegestütze machen und kassiert die Lacher seiner Kollegen. Die Mannschaft wirkt locker und entspannt. Und eine weitere schöne Erkenntnis: Auch Nationalspieler müssen die Tore tragen.

Das bestätigt auch Maximilian Arnold: „Die Stimmung im Team ist gut und bei allem Ernst und Ehrgeiz gehört auch immer ein bisschen Spaß dazu“, sagt der Wolfsburger. Zeit, sich Kassel anzuschauen, habe er noch nicht gehabt, aber die Fahrt zum Trainingsplatz sei immer etwas länger und so könne man ein bisschen was von der Stadt sehen. Das Spiel im Auestadion sei vor allem wichtig, um die Philosophie des neuen Trainers zu verinnerlichen.

Bei einer Spielform zeigen die Fußballer dann noch einmal ihr Können mit dem Ball. Und sie werden dafür belohnt, denn selbst beim Training gibt es Applaus von den Zuschauern, wenn ein Tor fällt. Nach anderthalb Stunden ist die Einheit dann vorbei. Zumindest auf dem Platz. Denn von der Tribüne kommen die Rufe: „Hey, bekomme ich bitte eine Unterschrift?“ Und es werden bereitwillig Bälle, Trikots und Autogrammkarten signiert. Die Mannschaft zeigt Fan-Nähe, präsentiert sich nicht abgehoben und macht so Werbung für sich selbst.

Auch der Neu-Leipziger Timo Werner muss seinem Namen an diesem Tag öfter schreiben. Seine Vorgabe für das Spiel am Freitag: „Wir wollen gewinnen, ein gutes Spiel zeigen und uns so optimal auf die EM-Qualifikation vorbereiten.“

Training des U21-Teams im Auestadion

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