Bereit für die "Vendetta"

Buffon will bis 2018 spielen - Italien sinnt auf Rache an Spanien

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Gianluigi Buffon.

St. Denis - Spanien und Italien spielen am Montag ein vorgezogenes Finale. An das letzte denkt die Squadra Azzurra mit Schrecken zurück.

Italiens Torhüter-Ikone Gianluigi Buffon (38) will seine Karriere bis zur Fußball-WM 2018 in Russland fortsetzen. "Ich möchte sehr gerne noch zwei Jahre weitermachen. Wenn meine Leistungen den neuen Cheftrainer glücklich machen, bin ich so lange sehr gerne auch noch bei der Nationalmannschaft dabei", sagte Buffon vor dem EM-Achtelfinale gegen Spanien am Montag (18.00 Uhr/ARD) in Saint-Denis.

Allerdings betonte der Weltmeister von 2006, dass es nicht alleine in seinen Händen liege, wie lange er noch zwischen den Pfosten der Squadra Azzurra steht. "Wenn man auf so einem hohen Level spielt, entscheidest nicht du alleine darüber, ob du weitermachst oder nicht, sondern deine Leistungen auf dem Platz sind entscheidend", betonte Italiens Rekordnationalspieler Buffon.

Nach der EM in Frankreich gibt es bei den Azzurri unabhängig vom Ergebnis einen bereits angekündigten Trainerwechsel. Antonio Conte wird sein Amt zur Verfügung stellen, dafür übernimmt Giampiero Ventura (68), der bereits einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat. Ob dieser weiterhin auf den viermaligen Welttorhüter setzt, werden gemeinsame Gespräche zeigen, sagte Italiens Kapitän Buffon.

Italien sinnt auf Rache

Cesc Fàbregas goss genüsslich Öl ins Feuer. "Vergesst nicht, WIR sind die Champions", stellte Spaniens Mittelfeldstar mit breitem Grinsen auf der Titelseite der Marca klar - und er hielt dabei ein zerknülltes italienisches Nationaltrikot in die Kamera.

Es wird ein Achtelfinale, das auch ein Finale sein könnte. Nach teils schwer zu ertragender Magerkost verspricht das Duell des Titelverteidigers mit Italien am Montag (18.00 Uhr/ARD) endlich mal, ein ganz großes Spiel zu werden. Brisant ist es allemal.

"Wir spielen gegen das beste Team der Welt", sagte Antonio Conte, Trainer der Squadra Azzurra, die vor fast genau vier Jahren im EM-Finale 2012 gegen ein übermächtiges Spanien mit 0:4 sang- und klanglos untergegangen war. Der Stachel von jenem 1. Juli sitzt noch immer tief. Das ganze Land brennt förmlich auf die "Vendetta", die Rache. Den Blick in die spanischen Zeitungen sollten sich die Italiener deshalb ersparen.

"Spanien - bricht italienische Herzen seit 22 Jahren", schreibt die Marca vor dem K.o.-Spiel in St. Denis, wo am 10. Juli auch das Endspiel steigt. Sie erinnert, zur Sicherheit, noch einmal an die Spieler, die Italien das Fürchten gelehrt haben. Zum letzten Mal bei einem großen Turnier gegen Spanien gewonnen hat der viermalige Weltmeister bei der WM 1994.

Fàbregas, Andres Iniesta, Sergio Busquets, Sergio Ramos, Gerard Piqué, David Silva - die größten Helden von 2012 werden auch am Montag auf dem Platz stehen. Insgesamt zehn Spieler im aktuellen spanischen Kader haben vor vier Jahren zum zweiten Mal in Folge den EM-Titel geholt. Bei den Italienern sind noch neun Spieler übrig - und die alten Haudegen, die vor dem Turnier niemand so richtig einschätzen konnte, sind durch die bisherigen Spiele zumindest nicht mehr der krasse Außenseiter.

"Spanien der Favorit?", fragte Conte, der auf Offensivspieler Antonio Candreva verzichten muss, mit hochgezogenen Augenbrauen und fast gleichgültig: "Nun ja, wenn Sie das sagen..." Angst? Kennt Conte nicht - und legte am Sonntagabend in der offiziellen Pressekonferenz nach: "Wir sind kein Opferlamm für Spanien. Sie müssen erst mal zeigen, dass sie besser sind als wir, und sich diesen Sieg verdienen."

Die "Altherren-Abwehr" der Italiener mit Andrea Barzagli (35), Leonardo Bonucci (29) und Giorgio Chiellini (31), die zum Auftakt die belgischen Geheimfavoriten abgekocht hatte, kennt alle Tricks und steht wie ein Fels. Die Frage ist nur, wie lange, wenn das K.o.-Spiel länger als 90 Minuten dauert.

"Sie spielen keinen gewöhnlichen Stil", sagte Spaniens Coach Vicente del Bosque: "Sie verteidigen unglaublich stark. Aber sie spielen dann auch sehr schnell, versuchen sofort, ihre Stürmer zu finden." Die Spanier selbst, die dadurch einen deutlich leichteren Weg ins Finale verpasst haben, hatten beim 1:2 gegen Kroatien bewiesen, dass sie eben nicht unschlagbar sind.

"Sie sind zwar die Favoriten, weil sie immer noch besser spielen. Doch diesmal haben wir Hoffnung", sagte der aus der Nationalmannschaft zurückgetretene Andrea Pirlo, der vor vier Jahren untröstlich über den Platz geschlichen war: "2012 war es fast unmöglich, gegen sie zu spielen."

sid

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