Ist das eigentlich sinnvoll?

Experte: Darum gibt es beim DFB nur "Sex nach Plan"

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Mats Hummels mit seiner Frau Cathy Fischer.

St. Etienne - Berti Vogts ließ seinen Spielern bei der EM 1996 in Sachen Liebesspiel viel Freiraum. Wenn 20 Jahre später aber wieder ein Titel herausspringen soll, müssen Mats Hummels und Co. gewisse Regeln beachten.

Auf ein spontanes Schäferstündchen mit seiner Cathy braucht Mats Hummels gar nicht erst zu hoffen. "Sex nach Plan" lautet die unspektakuläre Devise beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) - aber immerhin: "Wir werden für die Mädels auf jeden Fall Besuchszeiten einrichten", sagte Co-Trainer Thomas Schneider, "da heben wir uns von den anderen ab."

Im Quartier der Engländer beispielsweise herrscht während der Endrunde ein Spielerfrauen-Verbot, auch die Kroaten müssen verzichten. Die Österreicher sehen ihre Frauen zumindest hin und wieder. "Aber das sind doch keine Kinder. Ich denke, es würde sich positiv auswirken, wenn wir sie öfter sehen", klagte Raluca Fuchs, Ehefrau des ÖFB-Kapitäns Christian Fuchs, in der Kronenzeitung.

Was wohl Berti Vogts dazu sagen würde? Vor dem Spiel, hat der frühere Bundestrainer vor der EM 1996 in England einmal gesagt, seien amouröse Abenteuer ja eigentlich kein Problem. "Das können meine Spieler halten wie sie wollen", meinte er: "Aber in der Halbzeit, da geht nichts!" Deutschland wurde Europameister.

Jeden Tag - oder besser gar nicht? Der Mittelweg wird wahrscheinlich das Beste sein. "Durch den Sex wird bei Männern das Hormon Testosteron abgebaut. Sie verlieren ein Stück der Aggressivität, die im Wettkampf förderlich ist", sagte Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung an der Sporthochschule Köln, dem SID. Er stellte aber gleichzeitig heraus, dass "Sex nach dem Spiel als Regeneration durchaus förderlich" sein kann.

Für einen Spieler, der nur wenig Berücksichtigung findet oder vielleicht in einer sportlichen Krise steckt, kann die "dritte Halbzeit" auch befreiend wirken. "In manchen Situationen kann es sicherlich sinnvoll sein, einfach die Gedanken beiseite zu schieben und abzuschalten", mutmaßt Froböse. "Wichtig", stellte er klar, "ist vor allem, das richtige Maß zu finden. Übertreiben sollte man es nicht." Womit sowohl Quantität als auch Qualität gemeint ist.

Vor der WM in Brasilien hatte der damalige Trainer des Gastgebers vor allzu ausgefallenen Sex-Praktiken gewarnt. Es gebe bestimmt "spezielle Sex-Formen, bestimmte Arten und Akrobatiken", sagte Luiz Felipe Scolari: "Damit bin ich nicht einverstanden."

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Ganz so weit hergeholt war Scolaris Sorge dabei gar nicht. In einer britischen Studie von 2010 gab jeder dritte Befragte zu, sich beim Geschlechtsverkehr schon mal verletzt zu haben. Die angegebenen Blessuren lassen jeden Profi-Fußballer aufschrecken: gezerrte Muskeln, Hexenschuss, sogar Knochenbrüche.

Abstinenz scheint jedenfalls keine Lösung zu sein - wenn man Argentiniens Fußball-Ikone Diego Maradona Glauben schenken mag. "Jeden Tag mindestens einmal" habe er Sex benötigt, sonst würde er Kopfschmerzen bekommen. Auch Deutschlands ehemaliger Nationaltorhüter Sepp Maier schwörte auf das Vergnügen während der Turniere.

"Eine Stunde vor dem Spiel noch mal Sex, das macht schön locker", wurde er einst in der Bild-Zeitung zitiert: "Zack zack, da geht's viel besser!" Na dann...

SID

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