Steiniger Weg für die deutsche Elf

Das EM-Tableau spielt verrückt: Favoriten ab Achtelfinale unter sich

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Das Tableau: Bei der Gruppenauslosung ahnte noch keiner, dass sich mancher Favorit sehr schwer tun würde.

Kassel. Was haben sie sich nicht für große Mühe bei der Auslosung gegeben. Ein gesetztes Team, vier Lostöpfe, Buchstaben und Zahlen für die Positionen in den Gruppen - der EM-Spielplan war wieder einmal bis ins letzte Detail ausgetüftelt.

Und jetzt? Ist auf einmal alles irgendwie anders. Irgendwie total verrückt. Die englische Presse nennt es „Albtraum“, die spanische schreibt von der „dunklen Seite des Spielplans“ und von einem „Minenfeld“. 

Und darum geht es: Nach der Gruppenphase teilt sich nun das Teilnehmerfeld fürs Achtelfinale in zwei völlig verschiedene Hälften. Auf der ersten Seite des Tableaus befinden sich die vermeintlichen Außenseiter und Geheimfavoriten, auf der anderen Seite versammelt sich die komplette schwergewichtige Prominenz des internationalen Fußballs. Und wirft sich auf dem Weg ins Finale gegenseitig raus. Allein elf WM- und neun EM-Titel vereinen Deutschland, Italien, Frankreich, England und Spanien auf sich.

Warum das so ist? Weil sich die favorisierten Mannschaften nicht gleichzeitig auch den Gruppensieg sicherten. England musste Wales den Vortritt lassen, Spanien kostete das Gegentor durch die Kroaten in der 87. Minute Platz eins. Demgegenüber haben sich Frankreich und Deutschland erwartungsgemäß als Gruppenerste durchgesetzt, Italien stand sogar schon nach zwei Partien als Primus fest, ohne daran am dritten Spieltag noch irgendetwas ändern zu können.

Das führt dazu, dass die Azzurri im Achtelfinal-Kracher auf Spanien treffen - es ist die Neuauflage des EM-Finales 2012, das die Iberer deutlich mit 4:0 gewannen. Und ein mögliches Viertelfinale des Weltmeisters Deutschland gegen den Europameister Spanien wäre nicht weniger interessant. Auch gegen Italien hätte die DFB-Elf die eine oder andere Rechnung offen. Gastgeber Frankreich könnte dann übrigens für das Team von Joachim Löw ein möglicher Gegner im Halbfinale sein.

Und eines steht auch schon fest: Von den Teams auf der anderen Seite des Tableaus wird eine Mannschaft das Endspiel erreichen, die noch nie einen großen Titel gewonnen hat. Schweiz und Polen treffen etwa im direkten Duell aufeinander, auch Wales und Kroatien können sich bis ins Finale durchspielen. Verrückte Aussichten.

So könnte es kommen: Deutschland gegen Wales im Finale

Der Weg für die deutsche Elf ins Finale ist steinig. Und so könnte er aussehen: Nachdem das DFB-Team die vergebenen Chancen des Nordirland-Spiels im Achtelfinale nutzt, kommt es im Viertelfinale zur heiß ersehnten Revanche gegen Italien. Die Azzurri haben sich im Elfmeterschießen gegen Spanien durchgesetzt und scheitern nun an ihrer Defensivtaktik. Das 1:0 in der 90. Minute sichert Deutschland den Halbfinaleinzug gegen Frankreich. Weil sich der Gastgeber zu sehr auf seine späten Tore verlässt, bringt das Löw-Team eine 2:1-Führung über die Zeit. Im Finale wartet dann Wales, das sich zuvor im Halbfinale gegen Kroatien durchgesetzt hat. So kann es kommen. Aber eben auch ganz anders.

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