Formkurve zeigt nach unten

Entwicklung stagniert: Kritik an Bayerns Alaba wächst

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Zur Zeit stagniert die Entwicklung von David Alaba (r.) beim FC Bayern. 

München - Jahrelang gab es für David Alaba beim FC Bayern nur eine Richtung: bergauf. Derzeit aber läuft es für den Österreicher nicht nach Wunsch. Die Kritik an seiner Person häuft sich.

Es ist kein Geheimnis, dass sie bei Bayern München eine ganze Menge von David Alaba halten. Wie viel, das ist ein Geheimnis. Von zehn Millionen Euro im Jahr ist die Rede, sicher jedoch ist: Der Vertrag, im März unterzeichnet, läuft bis 2021, und damit gehört der Österreicher zu jenem erlauchten Kreis der Spieler um Manuel Neuer oder Thomas Müller, die noch auf Jahre hinaus das Rückgrat der Mannschaft bilden sollen.

In den vergangenen Wochen und Monaten aber, so scheint es, ist Alaba ein wenig außer Tritt geraten. Zumindest seit er 2008 zum FC Bayern kam, ging es stetig und schier unaufhörlich bergauf - dem gebürtigen Wiener schienen keine Grenzen gesetzt. Er ist 24 Jahre alt, erst 24 Jahre, und er hat doch schon alles gewonnen, was es so zu gewinnen gibt, inklusive Champions League. Gerade aber geht es nicht bergauf, sondern eher durch eine Ebene.

Nach WM-Quali: Alaba im Kreuzfeuer der Medien

Angefangen hat es wohl bei der Europameisterschaft. Österreich hatte sich eindrucksvoll erstmals sportlich für das kontinentale Endturnier qualifiziert. Nationaltrainer Marcel Koller sieht in Alaba einen Mittelfeldspieler, er behauptet, er müsse ihn dort spielen lassen, weil er nun mal der ballsicherste Spieler sei, den er zur Verfügung habe. Und Alaba sagte, als er im März in München verlängerte, wieder mal: "Ich sehe mich in Zukunft im Mittelfeld, das ist kein Geheimnis."

Dumm nur: Bei der EM in Frankreich wurde Alaba der Rolle als Antreiber und Passgeber oder als Mischung aus echter Zehn und falscher Neun nie gerecht. Auch nicht vergangene Woche, in der WM-Qualifikation. Nach einem 2:3 gegen Serbien bekam Alaba zum ersten Mal in seiner Karriere heftige Watsch'n. Vor allem die Kronenzeitung schlug zu: "Peinliches Gestolpere", "einfallslos", "ineffizient" und "offensiv schwächelnd bis schwach". Es mehren sich die Stimmen, die behaupten: In München sei Alaba ja nur deswegen so gut, weil er von Weltklassespielern umgeben sei.

Alaba, die Frohnatur, machte nach seiner Rückkehr nach München ein ernstes Gesicht und sagte: "Das ist nichts Neues bei mir in der Heimat. Es werden Schuldige gesucht, und da stehe ich, glaube ich, irgendwo ganz oben." Seit 2011 ist er in Österreich immer zum Fußballer des Jahres gewählt worden, 2013 und 2014 sogar, eine mittelgroße Sensation, zum Sportler des Jahres. Derzeit aber hat er daheim einen schweren Stand, auch, weil es da ein paar Bilder von Ausflügen ins Nachtleben gibt.

Ancelotti: „Ich denke, er kann es besser machen“

In München aber lief es zuletzt auch nicht so gut. Das galt für den gesamten FC Bayern, der vor dem Champions-League-Spiel gegen die PSV Eindhoven am Mittwoch schon dreimal in Serie nicht gewonnen hat. Zu jenen, die am vergangenen Samstag beim 2:2 bei Eintracht Frankfurt noch ein wenig schlechter waren als die anderen Schlechten, gehörte auch Alaba. "Ich habe viel Vertrauen (in ihn), ich denke also, dass er es besser machen kann", sagte Trainer Carlo Ancelotti am Dienstag beschwichtigend.

Unter Münchens Ex-Coach Pep Guardiola, der ihn ja angeblich nach wie vor zu Manchester City nachholen will, spielte Alaba auf mehreren Positionen. Sogar in der Innenverteidigung. Ancelotti hat dazu eine klare Meinung: "Ich sehe ihn als Linksverteidiger." Alaba wird sich damit anfreunden müssen. Dass es nicht immer nur bergauf gehen kann, hat er schon verstanden.

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SID

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