Unsere Top 5

Erfinder, Best und Super-Fans: Warum wir die Briten und ihren Fußball lieben

Es könnte ein historischer Tag werden: Heute stimmen die Bewohner des Vereinigten Königreiches darüber ab, ob sie die Europäische Union verlassen wollen.

Ihr Verhältnis zu den Nachbarn auf dem Festland war und ist nicht immer die ganz große Liebe. Wir drehen deshalb den Spieß und um sagen: Liebe Engländer, Schotten, Waliser und Nordiren: Es gibt gute Gründe, euch zu lieben! Hier sind unsere Top 5.  

1.Erfinder des Fußballs: Liebe Engländer, ihr habt der Welt ihren liebsten Sport geschenkt. 1848 schrieben Studenten der Universität Cambridge die ersten Fußball-Regeln auf. 1863 wurde die altehrwürdige Football Association (FA) gegründet, die das Regelwerk ausbaute und die Entwicklung des Sports vorantrieb: 1870 wurde die Zahl der Feldspieler auf elf begrenzt, 1871 den Feldspielern - außer dem Torwart - das Handspiel verboten und Fußball erstmals vom damals weit verbreiteten Rugby Fußball abgegrenzt. Es ist die Geburtsstunde des modernen Fußballs.

2.Best, Beckham und Bale: Was wären die 1960er- und 1970er Jahre ohne die Dribbelkünste des nordirischen Zauberers George Best? Was wären die 1990er-Jahre ohne die gefährlichen Freistöße des englischen Spielmachers David Beckham? Was wäre die Gegenwart ohne die genialen Momente des Walisers Gareth Bale?

Bis heute wird das Wortspiel „Maradona good, Pele better, George Best“ gern genutzt. Hätte nicht seine Alkoholsucht zum frühen Tod mit 59 Jahren 2005 geführt, Best würde wohl auch in diesen Tagen seinen Landsleuten in Frankreich zujubeln.

3.Überraschungsmomente dieser EM: Womit wir in der Gegenwart angekommen wären. Liebe Engländer, wie lange klaffte eine große Lücke zwischen eurem eigenem Anspruch, bei Turnieren eine entscheidende Rolle zu spielen und der tatsächlichen Turnier-Realität? Nun schickt ihr in Frankreich eine Mannschaft ins Rennen, die das Zeug hat zu begeistern. Mit einer neuen Generation um Spieler wie Raheem Sterling, Adam Lallana und Spätzünder Jamie Vardy. Okay, mit dem Torabschluss hapert es noch, aber es hat bislang über weite Strecken viel Spaß gemacht, eurer Mannschaft zuzuschauen.

Gleiches gilt für euch, liebe Waliser, liebe Nordiren. Eure Mannschaften sind bei Welt- und Europameisterschaften eigentlich nie über die Qualifikation hinausgekommen. Und nun? Beweist ihr dem Kontinent das Gegenteil. Wales als Überraschungs-Gruppensieger im Achtelfinale, das Miniland Nordirland mit seinen gerade einmal 1,8 Mio. Einwohnern als einer der vier Gruppendritten im Achtelfinale. Wer hätte darauf gewettet? Es sind zwei der schönsten Überraschungen dieser Titelkämpfe.

4.Geliebte Gegner im Elfmeterschießen: Wir sagen ebenfalls danke für eins der schönsten ungeschriebenen Gesetze, die es im Fußball gibt, auch wenn ihr das sicherlich nicht gern hört. Wir lieben euch, weil es keine besseren Gegner im Elfmeterschießen gibt. Wer gegen Teams von der Insel ran muss, kann eigentlich schon vorab jubeln. Denn Elfmeterschießen, das könnt ihr einfach nicht. Eine der bittertesten Stunden: der 26. Juni 1996. EM-Halbfinale im Wembley Stadion. Nach 120 Minuten steht es zwischen England und Deutschland 1:1. Elfmeterschießen. Gareth Southgate scheitert am deutschen Torhüter Andreas Köpke. Der Rest ist bekannt - Deutschland wird Europameister. Im Mutterland des Fußballs.

5.Fantastische Fans: Einen EM-Titel habt ihr, liebe Fans aus dem Vereinigten Königreich, schon vor Beginn der K.o.-Runde gewonnen: den, für die stimmgewaltigste Unterstützung eurer Mannschaften. Egal, ob sie in Führung liegt oder klar zurück: Ihr schmettert „God save the Queen“ gleich mehrmals aus vollem Herzen, feiert zu „Will Grigg’s on fire“, oder einfach gemeinsam „Don’t take me home“ - ein Chor aus mehreren tausend Kehlen, der in den Landesfarben gekleidet ist: Gänsehaut. 

• Hier gibt es ein best of der schönsten Fan-Gesänge:

Landeskunde

Das Vereinigte Königreich:  Umfasst England, Schottland, Wales und Nordirland. Nicht zu verwechseln mit:

Großbritannien: Dazu zählen ausschließlich die drei Länder, die auf der größeren britischen Insel liegen: England, Wales und Schottland. England und Wales schlossen sich 1542 zusammen, 1707 folgte der „Act of Union“ zwischen England und Schottland. Großbritannien ist also nur ein Teil des Vereinigten Königreiches.

Commonwealth of Nations:  Gibt es seit 1931 und ist ein Zusammenschluss des Vereinigten Königreiches und seiner ehemaligen Kolonien. Insgesamt gehören dem Verbund aktuell 53 Mitgliedsstaaten an. Bekannte sind u.a.: Australien, Indien, Neuseeland, Südafrika. In 16 der Staaten ist Queen Elizabeth das Staatsoberhaupt. Irland hat den Commonwealth of Nations 1949 verlassen. Besonderheit: Alle vier Jahre finden die Commonwealth Games statt, gewissermaßen die Olympischen Spiele der Commonwealth-Nationen.

Die Sache mit den Nationalteams:  Bei den Olympischen Spielen 1904, 1972 und 2012 hat das Vereinigte Königreich ein einheitliches Fußball-Team „UK“ (United Kingdom) ins Rennen geschickt. Ansonsten haben die vier Länder des UK eigene Nationalteams. Denn als die Football Association 1863 in England gegründet wurde, war nicht klar, für welchen geographischen Raum sie zuständig sein würde. Also gründeten die Schotten 1873 einen eigenen Verband, die Waliser 1876, die Iren 1880. Im 20. Jahrhundert wurden die einzelnen Verbände auch vom Weltverband Fifa anerkannt.

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