Timoschtschuk ist mit 37 noch Kapitän

Erster EM-Gegner Deutschlands: Spieler der Ukraine sind zerstritten

+
Der Kapitän: Anatolij Timoschtschuk. Foto: dpa

Kassel. Deutschlands erster EM-Gegner, die Ukraine, macht derzeit eher wegen der problematischen politischen Verhältnisse auf sich aufmerksam als aufgrund herausragender sportlicher Erfolge.

Im aktuellen Kader ist der Co-Trainer der Star und für einige deutsche Spieler gibt es ein Wiedersehen mit einem ehemaligen Akteur des FC Bayern. Zudem werden Erinnerungen wach an die Playoffs vor der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea.

Die Politik

23 Freunde sind es nicht, die für die Ukraine kicken, denn die Politik macht auch vor der Fußball-EM nicht halt. Abwehrspieler Bogdan Butko, Alexander Sintschenko (Mittelfeld) und Jewhen Selesnjow (Angriff) sind für russische Klubs aktiv und aus politischen Gründen im Team nicht wohlgelitten. Konflikte gibt es auch zwischen den Spielern von Dynamo Kiew und Schachtjor Donezk. Die ohnehin brisante Rivalität zwischen den zwei erfolgreichsten Klubs der Ukraine wurde am 1. Mai verschärft. Im Ligaspiel wurde Taras Stepanenko (Donezk) von Andrej Jarmolenko ohne Ball umgetreten, was Stepanenko zu einer theatralischen Reaktion provozierte. „Das ganze Land soll wissen, dass meine Freundschaft zu Jarmolenko beendet ist“, sagte der Mittelfeldspieler.

Andrij Schewtschenko

Der Co-Trainer: Adrij Schewtschenko. Fotos: dpa

Der jetzige Co-Trainer war einst ein Weltklassespieler. Der jetzt 38-Jährige kickte lange erfolgreich für den AC Mailand, mit dem er 2003 Champions-League-Sieger wurde. Ein Jahr später wurde der Torjäger sogar Europas Fußballer des Jahres. Andrij Schewtschenko war dem AC Mailand so lieb und teuer, dass der italienische Klub vor der Saison 2005/06 ein 90 Millionen-Angebot des FC Chelsea ablehnte. Ein Jahr später wechselte Schewtschenko für 46 Millionen dann doch zu dem Londoner Klub. Allerdings konnte er dort nicht an seine Leistungen zu Mailänder Zeiten anknüpfen.

Anatolij Timoschtschuk

Mit 37 ist er einer der ältesten WM-Spieler. Anatolij Timoschtschuk, der vier Jahre (2009 bis 2013) für den FC Bayern kickte, blickt auf eine 16-jährige Länderspielkarriere und 143 Spiele zurück. Jetzt allerdings lässt der Mittelfeldspieler seine sportliche Laufbahn beim kasachischen Zweitligisten Kairat Almaty ausklingen.

Für die Nationalmannschaft ist er als Kapitän zwar wichtig, aber einen Stammplatz in der Startelf hat Timoschtschuk nicht mehr. Im defensiven Mittelfeld werden ihm derzeit Taras Stepanenko und Ruslan Rotan vorgezogen.

Die Playoffs

Nur einmal musste sich die deutsche Nationalmannschaft als Gruppenzweiter über die Playoffs für eine Endrunde qualifizieren. Das war im Vorfeld der WM in Japan und Südkorea 2002. Nach dem 1:1 im Hinspiel in der Ukraine war das Rückspiel in Dortmund schnell entschieden. Nach Treffern von Michael Ballack, Oliver Neuville und Marko Rehmer stand es nach 15 Minuten schon 3:0.

Später gelang Ballack ein weiterer Treffer, ehe Andrij Schewtschenko für die Ukraine erfolgreich war. Nach dem 4:1-Sieg hatte sich die deutsche Elf sicher für die WM-Endrunde qualifiziert.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.