Europas Topligen für WM 2022 von Mai bis Juni

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Die ECA-Funktionäre Karl-Heinz Rummenigge (2.v.l.), Umberto Gandini (r) und Sandro Rosell (l) besichtigen in Katar mit Hassan Al Thawadi vom WM-Kommitee ein Stadion. Foto: ECA/Bozzani

Berlin (dpa) - Im Ringen um einen Termin für die umstrittene Fußball-WM 2022 in Katar gehen Europas Spitzenclubs und Top-Ligen erneut auf Konfrontationskurs zum Weltverband FIFA.

In einer gemeinsamen Erklärung sprachen sich beide Organisationen mit Nachdruck für die Austragung des Turniers zwischen dem 5. Mai und 4. Juni aus. Die von der FIFA favorisierte Verlegung der Weltmeisterschaft in die Wintermonate lehnten das Club-Gremium ECA und der Ligen-Verbund EPFL, dem auch die Deutsche Fußball Liga angehört, unter Verweis auf den zu starken Eingriff in die internationalen Spielkalender ab.

Nach Ansicht der ECA unter Vorsitz von Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge und der EPFL sind die klimatischen Bedingungen von Anfang Mai bis zu einem WM-Finale Anfang Juni mit Durchschnittstemperaturen von maximal 35 Grad akzeptabel. Im schlimmsten Falle würden die Mannschaften auf Bedingungen treffen, wie sie auch bei einigen Spielen während der WM 2014 in Brasilien und bei den Turnieren 1986 in Mexiko und 1994 in den USA geherrscht hätten.

Die FIFA hatte bereits vor einigen Wochen den Vorschlag der ECA für einen WM-Termin im April/Mai abgelehnt. "Unserer Meinung nach ist dieser Vorschlag die beste Option. Er berücksichtigt die Klimafrage und bewahrt gleichzeitig den traditionellen Ablauf der Saison im Vereinsfußball", hatte ECA-Vorsitzenden Rummenigge versichert. Auch die Veranstalter in Katar sprachen sich gegen den April aus, weil dann der Fastenmonat Ramadan ein Hindernis darstellt. Der neue Terminvorschlag von ECA und EPFL berücksichtigt dies nun. Am 2. Mai 2022 endet der Ramadan, drei Tage vor dem möglichen Turnierstart.

FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke hatte jüngst Januar/Februar 2022 oder November/Dezember 2022 als Optionen genannt. Michel Platini, Präsident der Europäischen Fußball-Union UEFA, machte sich für Januar/Februar stark, obwohl die WM dann mit den Olympischen Winterspielen kollidieren würde. Dies stieß bereits auf Ablehnung bei FIFA-Chef Joseph Blatter, der auch Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees ist.

Katar hatte trotz Warnungen vor der großen Hitze in einer skandalumwitterten Abstimmung 2010 mit 14:8 Stimmen gegen die USA den Zuschlag für die WM bekommen. Dabei schlugen die WM-Macher auch vor, die Stadien in Katar für die Spiele herunterzukühlen. "Die Temperaturen in den Stadien wären perfekt", warben nun auch ECA und EPFL mit diesem Argument für ihren Terminvorschlag. Als früheste Anstoßzeit für die WM-Spiele wird 18.00 Uhr Ortszeit genannt.

"Die Option Mai ist die beste Alternative zum traditionellen Juni/Juli-Zeitraum, weil es die logische Kalender-Ordnung erhält und vermieden wird, dass so ein bedeutender Wettbewerb wie die WM in die Mitte der traditionellen und ausgelasteten Vereinsfußball-Saison gepresst wird", erklärten die beiden Organisationen. Auch die großen Turniere wie der Gold-Cup 2021 und die für 2023 geplanten Titelkämpfe in verschiedenen Konföderationen müssten nicht verschoben werden.

Lediglich ein Länderspiel-Doppelspieltag im März 2022 müsste demnach neu terminiert werden. Auch die Auswirkungen auf Europapokal und nationale Meisterschaften seien nur gering, hieß es in dem Statement.

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