Frankreich unter Schock

WM-Aus für Ribéry: "Mir bricht das Herz"

Ribéry/Deschamps
+
Riesen Schock für Frankreich: Nationaltrainer Didier Deschamps (r.) muss bei der WM auf Franck Ribéry verzichten.

Rio de Janeiro/Paris - Schock für Frankreich: Der Weltmeister von 1998 muss bei der Fußball-WM in Brasilien auf Bayern-Star Franck Ribery verzichten.

Schock für Frankreich: Der Weltmeister von 1998 muss bei der Fußball-WM in Brasilien (12. bis 13. Juli) auf Franck Ribery verzichten. Der Superstar und Hoffnungsträger der „Bleus“ fällt wegen chronischer Rückenbeschwerden für die Endrunde am Zuckerhut aus. "Schweren Herzens"  verzichte er auf die Teilnahme.

Ribéry bestätigte, er könne „weder normal trainieren noch spielen“. Von nun an werde er aber „Fan Nummer eins“ sein. „Mir bricht das Herz“, wurde der niedergeschlagene Bayern-Star in einer Mitteilung des französischen Verbandes zitiert, aber sein Verzicht sei „unvermeidlich“. Er verlasse seine Kameraden schweren Herzens, fügte Ribery an, „aber ich weiß, dass sie ihr Bestes geben werden und ich mich auf sie verlassen kann. Ich bin jetzt ihr erster Fan.“

Zuvor hatte Nationaltrainer Didier Deschamps das WM-Aus für seinen besten Spieler mit blasser Miene auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Es war eine Nachricht, die eine ganze Fußball-Nation erschütterte. Ohne Europas Fußballer des Jahres hat Frankreich kaum Hoffnung auf eine erfolgreiche Endrunde. Deschamps hatte Ribery noch vor wenigen Tagen als „piece maitresse“, als tragende Säule seiner Mannschaft bezeichnet. Diese würde ohne Ribery „sehr viel verlieren“. Sechs Tage vor Beginn der WM war klar: Sie hat (Ribery) verloren.

Dabei hatte der 31-Jährige zuletzt große Hoffnung, in Brasilien seine dritte WM nach 2006 und 2010 zu spielen. Laut Deschamps hatte sich sein Zustand in den vergangenen Tagen gebessert, nachdem Ribery selbst an den beiden freien Tagen zu Wochenbeginn für seine Rückkehr geschuftet habe. Ribery selbst sprach von „ermutigenden Signalen“.

Doch am Freitagmorgen schoss der Schmerz beim Lauftraining plötzlich wieder ein, Ribery musste die Einheit abbrechen - und hatte bald Gewissheit, dass es nichts werden würde mit der Reise nach Brasilien. „Wir wünschen unserer #7 gute Besserung“, twitterten die Bayern wenig später.

Für Ribery setzt sich damit seine ganz persönliche WM-Pechsträhne fort. 2006 in Deutschland scheiterte er mit Frankreich im Endspiel nach Elfmeterschießen tragisch an Italien. Vier Jahre später war er beim peinlichen und von skandalösen Umständen begleiteten Vorrunden-Aus einer der Rädelsführer der Equipe, die zu Hause als Versager-Truppe beschimpft und sogar vom damaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy kritisiert wurde.

In Brasilien wollte sich Ribery wieder von seiner besseren Seite zeigen - doch das bleibt ihm nun verwehrt. Eine letzte Chance 2018 in Russland wird es wohl nicht geben: Ribery hatte bereits erklärt, dass Brasilien seine letzte WM sein werde.

Für seine Kollegen ist sein Ausfall ein schwerer Schlag. „Wir brauchen einen Top-Franck“, hatte Blaise Matuidi kürzlich geäußert, und Yohan Cabaye meinte: „Wir vermissen ihn sehr.“ Mathieu Valbuena ergänzte: „Er ist ein großartiger Anführer. Ich kenne ihn ein bisschen und weiß, wie es in ihm brodelt. Er will endlich spielen.“

Das sollte Ribery am Sonntag beim letzten WM-Test der Franzosen in Lille, doch daraus wird nun nichts. Als Ersatz nominierte Deschamps den 24-jährigen Remy Cabella vom HSC Montpellier nach. Der am Oberschenkel verletzte Mittelfeldspieler Clement Grenier wird durch Morgan Schneiderlin (FC Southampton) ersetzt.

WM 2014: In diesen Stadien wird gespielt

WM 2014: In diesen Stadien wird gespielt

Beim jüngsten Länderspiel gegen Paraguay (1:1) spielte Loïc Remy auf Riberys linker Seite. Später wurde Antoine Griezmann eingewechselt und erzielte den Treffer zum 1:0. „Ob ich für ihn spiele oder ein anderer - wir geben unser Bestes, um ihn zu ersetzen. Aber er bleibt ein Herzstück dieser Mannschaft“, sagte Remy danach. Frankreichs Herz, das ist jetzt klar, bleibt zu Hause. Rest-Frankreich muss es ohne ihn zunächst in Gruppe E mit Honduras, der Schweiz und Ecuador aufnehmen.

Der WM-Spielplan als PDF zum Download

SID/dpa

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.