Achtelfinale lockt: Löw warnt vor Polen

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Joachim Löw warnt davor die polnische Mannschaft zu unterschätzen. Foto: Ian Langsdon

Der zweite Turniersieg bringt den Weltmeister schon ins EM-Achtelfinale. Bundestrainer Joachim Löw aber warnt vor der Konterstärke der Polen. Das Comeback von Mats Hummels steht bevor. Alle hoffen, dass es keine weiteren Fan-Ausschreitungen gibt.

Paris (dpa) - Im Stade de France will Fußball-Weltmeister Deutschland bei der EM-Endrunde nach dem 2:0 gegen die Ukraine den zweiten Sieg folgen lassen. Die Polen gelten am Donnerstag (21.00 Uhr) als stärkster Vorrundengegner.

KONSTELLATION: Der Weltmeister kann schon nach dem Polen-Spiel (ab 21:00 Uhr live im Free-TV und Live-Stream) im Achtefinale stehen. Bedingung ist ein eigener Sieg. Mit sechs Punkten wäre man in jedem Fall Gruppendritter und würde auch zu den vier besten Drittplatzierten gehören, da in den Gruppen A und B nicht mehr drei Mannschaften auf sechs Punkte kommen können. Verliert die Ukraine vor dem deutschen Spiel nicht gegen Nordirland, wäre man bei einem eigenen Sieg gegen Polen sogar schon fix Gruppenerster, da die direkten Duelle gegen Polen und die Ukraine gewonnen wurden. Bei einem Remis müsste in den kommenden Tage gerechnet werden, ob man mit vier Punkten auch schon sicher zumindest zu den vier besten Gruppendritten gehört. Bei einer Niederlage muss Deutschland in jedem Fall bis zum letzten Gruppenspiel gegen Nordirland warten.

WARNUNG: Joachim Löw stuft die Polen als "stärkste Kontermannschaft" ein, die er in den letzten zwei Jahren gesehen habe. "Sie machen es noch besser als die Ukraine, weil sie variable und schnelle Spieler haben, die mit hohem Tempo in die Tiefe gehen", analysierte der Bundestrainer. Für ihn ist es schon das siebte Aufeinandertreffen mit dem Nachbarn. 2006 war er als Assistent von Jürgen Klinsmann beim 1:0-Gruppensieg bei der Heim-WM dabei. Als Chef holte er bei der EM 2008 ein 2:0. 2011 trennte man sich im Freundschaftsspiel in Polen 2:2. 2014 gab es zu Hause ein 0:0. In der EM-Qualifikation für Frankreich 2016 unterlag der Weltmeister in Warschau 0:2 und gewann in Frankfurt 3:1.

ENERGIEBÜNDEL: Nach Kurz-Comeback und Traumtor gegen die Ukraine ist Bastian Schweinsteiger bereit für mehr. Er sprühe wieder vor Energie, wenngleich er noch keine Kraft für 90 Minuten habe, sagte Löw über seinen Kapitän. "Seine Rolle neben dem Platz ist die letzten Jahre permanent auch wichtiger geworden. Er ist ein Führungsspieler, ein emotionaler Leader, der in der Mannschaft viel Gehör findet und Einfluss hat. Er hat unheimlich großes Gewicht für mich als Trainer." Bei einem weiteren Einsatz wäre Schweinsteiger mit seinem 15. EM-Spiel alleiniger deutscher Rekordhalter vor Philipp Lahm (14).

RISIKOABWÄGUNG: Jérôme Boateng und Mats Hummels ist die Weltmeister-Innenverteidigung - gegen die Ukraine lief Boateng an der Seite von Shkodran Mustafi auf. Jetzt ist der Bald-Münchner Hummels fit, trainierte bereits mit der Mannschaft. "Ein Risiko gehe ich auf keinen Fall ein", erklärte Löw. Vor einem möglichen Startelfeinsatz wollte der Bundestrainer neben der Einschätzung des Spielers selbst noch den Rat der medizinischen Abteilung einholen.

POLENS ANFÜHRER: Vor allem Robert Lewandowski sieht sich gegen den deutschen Nachbarn in der Pflicht. Der Stürmer des FC Bayern will nach dem historischen Premierensieg im Oktober 2014 unbedingt ein zweites Mal den Weltmeister schlagen. Mit einem Remis würde sich der 27 Jahre alte Kapitän zur Not aber auch zufrieden geben. "Es wäre gut, wenn wir punkten würden. Ob einen oder drei Punkte, beides wäre für uns super", sagte Lewandowski. Deutschland sei "großer Favorit", mit etwas Glück sei aber für den Olympiasieger von 1972 etwas drin. "Wir haben ja schon gesehen, dass Deutschland gegen Polen Probleme bekommen kann." Probleme sollte Polen auf der Torhüterposition trotz des Ausfalls von Wojciech Szczęsny (Oberschenkel) nicht bekommen. Der erste Anwärter Łukasz Fabiański hatte schon die letzten sechs EM-Qualifikationsspiele der Polen solide bestritten.

SICHERHEIT: Die Partie im Stade de France gehört zu den fünf von der UEFA als Risikospiel eingestuften EM-Duellen. Kriterium dafür war für die Europäische Fußball-Union die Historie der betreffenden Teams und die Rivalität unter den Fangruppen. Bis zu 1000 Ordner sind im Stadion vorgesehen. Nach den Ereignissen von Marseille mit den Ausschreitungen russsicher Fans soll die Zahl um rund 200 private Sicherheitskräfte erhöht werden. Am Sonntag war es in Lille zu einem Zwischenfall mit deutschen Hooligans gekommen, die ukrainische Fans in der Innenstadt attackiert hatten. Da es sich um einen Einzelfall außerhalb des Stadions handelte, nahm die UEFA keine Ermittlungen auf.

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