Stimmen zum DFB-Sieg über Italien

Neuer: "Ich wollte Bonucci nicht zweimal treffen lassen"

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Zweimal zur Stelle beim Elfmeterschießen: Manuel Neuer pariert die Schüsse von Leonardo Bonucci und Matteo Darmian.

Bordeaux - Nach dem deutschen Sieg über Italien schauen die DFB-Stars schon voraus. Die Italiener erweisen sich als faire Verlierer. Die Stimmen nach dem EM-Kracher von Bordeaux.

In einem wahren Krimi setzt sich die DFB-Elf im EM-Viertelfinale gegen Italien durch und steht zum sechsten Mal nacheinander im Halbfinale eines großen Turniers. Nach dem 7:6 nach Elfmeterschießen denken die Sieger schon an die nächste Aufgabe.

Joachim Löw (Bundestrainer): "Natürlich bin ich jetzt glücklich, unabhängig vom Gegner, denn das ist natürlich ein tolles Gefühl. Das Turnier ist noch nicht zu Ende, es geht noch weiter. Heute haben ja gerade die Youngster die entscheidenden Elfmeter verwandelt. Ich habe ihm (Jonas Hector, d. Red.) nur kurz gratuliert, weil das war natürlich eine besondere Situation. Die Italiener waren nicht nur heute gut, das sind sie generell. Man muss die Italiener mit den eigenen Mitteln schlagen, und manchmal auch mit Intelligenz. Es ist auch nicht einfach, wenn man so lange nicht gespielt hat. Aber Bastian ist ein Wettkampftyp, der sich in Aufgaben auch reinbeißen kann."

Antonio Conte (Trainer Italien): "Die Jungs haben alles gegen ein äußerst starkes Team gegeben. Im Elfmeterschießen von Deutschland besiegt zu werden, schmerzt, doch ich bin auf die Leistung meiner Mannschaft sehr stolz. Die Spieler haben ihr Bestes geleistet. Für mich war diese zweijährige Zeit als Trainer der Nationalmannschaft eine unglaubliche Erfahrung. Die Nationalelf hat den Respekt der Rivalen verdient. Italiens Trainerbank schenkt große Emotionen, jetzt ist natürlich die Enttäuschung groß. Es ist aber kein Adieu, sondern ein auf Wiedersehen."

So sahen die Fans das Spiel beim Public Viewing

Reinhard Grindel (DFB-Präsident): "Mich macht es stolz, dass wir so eine tolle Truppe haben. Trotz der Verletzungen von Khedira und Gomez und des unglücklichen Handspiels von Boateng. Mich freut es vor allem für Jonas Hector, dass er den entscheidenden Elfmeter verwandelt hat, denn er hat ein überragendes Spiel gemacht."

Zaza (r.) verschießt gegen Manuel Neuer.

Oliver Bierhoff (DFB-Teammanager): "Es war der erwartet schwere Gegner, auch wenn sie taktisch nicht die typische italienische Mannschaft sind. Wir haben auch heute gezeigt, dass wir uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und Geduld haben. Die Spieler sind gereift und haben den WM-Titel als Sicherheit. Das merkt man auch."

Jonas Hector: "Das ist schwer, in Worte zu fassen. Aber ich bin überglücklich, dass er doch reingegangen ist. Es waren nicht mehr viele Leute da. Irgendwann muss man dann, und dann hab ich mein Herz in die Hand genommen. Wir sind zum Glück eine Runde weiter. Es war sehr anstrengend. Natürlich war etwas Glück dabei."

Jerome Boateng: "Ich denke wir waren die bessere Mannschaft, aber es war trotzdem ein harter Kampf. Der Elfmeter ist blöd. Ich wollte die Hände weglassen, damit es kein Foul ist, aber bekomme sie nicht mehr runter. Elfmeterschießen ist Glück, aber wir haben Manu. Der andere Torwart war auch nicht schlecht."

Deutschland besiegt Italo-Fluch: 1x die 1 und 8x die 2

Mats Hummels: "Das ist ein langer Weg (zum Elfmeterpunkt, d. Red.). Man wechselt das Eck. Ich war heilfroh, dass Buffon nur mit den Fingerspitzen dran ist. Die zweite Gelbe Karte tut jetzt weh, wegen zwei solcher Situationen gesperrt zu sein. So kann sich mein geschundener Körper noch zwei, drei Tage mehr erholen."

Manuel Neuer: "Das Elfmeterschießen habe ich so noch nicht erlebt. Das hat sehr lange gedauert. Die beiden, die ich gehalten habe, habe ich noch im Kopf. Die anderen haben nur in die Mitte geschossen. Den Bonucci wollte ich nicht zweimal treffen lassen, deshalb hab ich ihn gehalten."

Sami Khedira (alle in der ARD): "Was die Mannschaft heute geleistet hat, ist eines Champions würdig. Sie hat Italien komplett dominiert. Das Elfmetertor war unglücklich. Unser Weg ist definitiv noch nicht zu Ende. Wir haben immer wieder betont, wir brauchen 23 Mann, das hat man heute wieder gesehen."

Leonardo Bonucci (Italien): "Wir sind stolz auf unsere Leistung, weil wir dem Weltmeister Deutschland standgehalten haben. Natürlich schmerzt uns die Niederlage. Applaus für Conte, der eine tolle Mannschaft aufgebaut hat. Ich bin stolz, Mitglied dieses Team zu sein. Wir danken den italienischen Tifosi für ihren Enthusiasmus."

sid

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