Nach Sieg über Ukraine wartet Polen

Jogi Löw gegen das verfluchte zweite Spiel

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2008 gab es eine 1:2-Niederlage gegen Kroatien.

Evian-Les-Bains - Am Donnerstag muss das DFB-Team bei der EM 2016 gegen Polen ran. Doch das zweite Spiel hatte es bei den vergangenen Turnieren stets in sich.

Never change a winning team – dieser Spruch ist fast so alt wie der Fußball selbst. Doch eine Sieggarantie liefert er trotzdem nicht. Fragen Sie mal Jogi Löw! Die EM in Frankreich ist das fünfte Turnier, bei dem der 56-Jährige die Hauptverantwortung trägt. Und wie bei allen vier Großereignissen zuvor startete Löws Team auch heuer mit einem Sieg. Bislang setzte der Bundestrainer im zweiten Spiel dann stets auf die gleiche Elf wie in der Auftaktpartie – ein Sieg sprang jedoch nur einmal dabei herum. Bleibt Löw sich trotzdem treu?

2010 endete das Spiel gegen Serbien mit 0:1.

Es ist das verflixte zweite Spiel, das der deutschen Mannschaft zuletzt oftmals eine entspannte Gruppenphase verdorben hat. 2008 setzte es bei der EM nach dem 2:0-Sieg über Polen eine 1:2-Niederlage gegen Kroatien, zwei Jahre später folgte bei der WM in Südafrika dem 4:0 über Australien ein 0:1 gegen Serbien. Erst im abschließenden Spiel sicherte sich die deutsche Elf jeweils ihr Ticket für die K.o.-Runde, genau wie bei der WM 2014. Da brachte ein 1:0-Erfolg über die von Jürgen Klinsmann trainierten US-Boys den späteren Weltmeister ins Achtelfinale, diesen Schritt hatte das Löw-Team im zweiten Spiel verpasst. Gegen Ghana gab es nur ein 2:2, immerhin holten Schweinsteiger & Co. dabei noch einen 1:2-Rückstand auf. 

Einzig 2012 gelang dem DFB der direkte Durchmarsch, nach zwei Siegen gegen Portugal (1:0) und die Niederlande (2:0) war das Achtelfinale schon vor dem abschließenden Spiel gegen Dänemark (2:1) gebucht. Jetzt geht es in der zweiten Partie gegen Polen, den schwersten Gegner der Vorrunde. „Die Euphorie dort im Land ist riesig. Die Polen wollen mehr als nur die Vorrunde überstehen“, warnt Lukas Podolski vor dem Konkurrenten Donnerstagabend (21 Uhr, ZDF).

Bilder: Das ist der DFB-Kader für die Fußball-EM 2016

Dennoch ist der Glaube an die eigene Stärke im DFB-Team weit verbreitet. „Es ist schwer gegen uns zu gewinnen. Ich habe natürlich nichts dagegen, wenn Polen auch ins Achtelfinale kommt. Aber als Zweiter – hinter uns“, grinste Poldi. Mit einem Sieg kann der Weltmeister die Weichen für diese Konstellation stellen. Vertraut Löw dabei tatsächlich wieder seiner siegreichen Elf aus dem Auftaktspiel? Viele Optionen bieten sich dem Bundestrainer nicht, doch eine drängt sich ganz besonders auf. Mats Hummels ist nach ausgestandenem Muskelfaserriss wieder fit und hat für die Begegnung morgen Abend bereits grünes Licht gegeben. Für die defensive Stabilität im weiteren Turnierverlauf ist der Weltmeister unverzichtbar, doch er braucht Spielpraxis. Gut möglich also, dass Löw am Donnerstag von seiner Linie abweicht.

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