Deutschland - Polen: Agnes Sazalski drückt beiden Teams die Daumen

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In Polen geboren, in Kassel aufgewachsen: Agnes Sazalski betreibt am Wesertor einen Laden mit polnischen Lebensmitteln. Fanartikel gibt es bei ihr auch. 

Kassel. Im polnischen Lebensmittelladen Victoria PL von Agnes Sazalski am Franzgraben gibt es im Moment nur ein Thema. „Alle reden über Fußball und das Spiel Polen gegen Deutschland“, sagt die 32-Jährige, die schon als kleines Kind mit ihren Eltern nach Kassel gezogen ist.

Im Fernsehen läuft ein polnisches Programm. Immer wieder wird das 1:0 der Polen gegen Nordirland gezeigt. Jubel im Stadion, Begeisterung in Warschau, ein Kommentator, dessen Stimme sich überschlägt. Die Euphorie schwappt bis nach Kassel. Am Montag hat Agnes Sazalski mehr polnische Fanartikel als Lebensmittel aus dem Heimatland ihrer Eltern verkauft.

Lieblingsspieler von Agnes Sazalski: Der 19-jährige Bartosz Kapustka (rote Hose). 

Die Euphorie sei riesig, sagt die junge Frau, die in diesen Tagen häufiger als sonst mit den Verwandten in Danzig telefoniert. Alle sind begeistert über den Auftaktsieg der Polen. Und natürlich sei Robert Lewandowski von den Bayern der größte Star im Team. „Aber ich bin ein Fan von Bartosz Kapustka“, sagt die sportbegeisterte Kauffrau, die Betriebswirtschaft studiert hat. Der 19-Jährige habe doch ein tolles Spiel geliefert.

Polski Sklep, polnischer Laden, steht an dem Geschäft direkt neben dem Real-Markt am Wesertor. Hier gibt es Wurst, Käse, Gemüse, Kuchen, Konserven, Wodka, Bier und vieles mehr. Hergestellt wurden diese Lebensmittel alle in Polen. „Wir werden regelmäßig aus Stettin beliefert“, sagt die Mutter einer ebenfalls sportbegeisterten Tochter. Die Siebenjährige heißt Victoria – so wie der Laden. Ehemann Andrzej hat früher im Verein Fußball gespielt. Kein Wunder, dass Agnes eine echte Fachfrau ist.

„Der Respekt vor der deutschen Mannschaft ist riesig“, sagt sie. Und beschreibt ihr Dilemma. Eigentlich drückt sie nämlich beiden Mannschaften die Daumen. Für das Spiel am Donnerstag hofft sie allerdings, dass dem Außenseiter Polen ein Unentschieden gelingt. „Deutschland wird sowieso Europameister, aber hoffentlich kommt Polen diesmal auch möglichst weit“, sagt sie.

„Dem Schweini gönne ich das total.“

Einen Plan dazu hat sie sich auch schon ausgedacht. Der „Poldi“ (Lukas Podolski) mit seinen polnischen Wurzeln könne doch vielleicht ein paar Tipps geben.

Fast genauso wie über den Auftaktsieg von Polen habe sie sich übrigens über das Tor von Sebastian Schweinsteiger gegen die Ukraine gefreut. „Dem Schweini gönne ich das total, aber gegen Polen darf er sich ruhig etwas zurückhalten“, sagt sie.

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