Unterstützung von den Rängen

Götze-Rückkehr mit minimalen Nebengeräuschen

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Daumen nach oben an das Publikum: Mario Götze wurde nach 70 Minuten ausgewechselt.

Dortmund - Der Weltmeister Mario Götze hat nach 1248 Tagen wieder ein Heimspiel im BVB-Trikot absolviert. Nachtragend zeigten sich in Dortmund nur noch sehr wenige Fans.

Die meisten Zuschauer erhoben sich, als Mario Götze zutiefst erleichtert den Platz verließ. Die wenigen Schmährufe aus dem Ultra-Block von Borussia Dortmund gingen unter. Der Weltmeister wollte auch nichts davon hören: "Da sucht man das Haar in der Suppe", sagte er kurz vor Mitternacht freundlich unter seiner schwarzen Baseballkappe hervor. "Ich bin sehr, sehr erleichtert, sehr glücklich mit den drei Punkten, dem Sieg, dem Applaus bei meiner Auswechslung", betonte er und gab zu: "Ich hatte mir vorab schon den einen oder anderen Gedanken gemacht, wie es werden würde..."

Die Sorgen erwiesen sich nach dem 3:1 (1:0) gegen den SC Freiburg als unbegründet. Auch aufgrund der perfekten Inszenierung: Götze grüßte am Freitagabend in entschlossener Pose von der Titelseite des Stadionmagazins, er bekam darin eine vierseitige Hochglanzgeschichte über Heimat, seine Professionalität und den BVB-Teamgeist, der mit dem legendären Zusammenhalt in der deutschen Weltmeistermannschaft von 1954 verglichen wurde. Ein Foto mit einem Kleinkind, ein Selfie mit einem Jungen im Rollstuhl: Schmalz.

Götze ist nun als reuiger Rückkehrer von Bayern München endgültig wieder in Gnaden aufgenommen - 1248 Tage nach seinem letzten Heimspiel im schwarz-gelben Trikot, 2013 im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid. Er spielte auch gut. Vor dem 1:0 gab er einen ganz starken vorletzten Pass.

Götze reckte seinen Daumen bei seiner Auswechslung nach 70 Minuten dankbar Richtung Südtribüne, in deren Mitte unter Tausenden die einigen Dutzend besonders nachtragenden Fans stehen. Sie wurden bei ihrem Versuch, unanständige Gesänge gegen Götze durchzubringen, von der Menge niedergepfiffen. "Wie die Fans reagiert haben, war toll. Es war ein emotionaler Moment", sagte der 24-Jährige.

Auch Trainer Thomas Tuchel ist froh, das leidige Thema mit dem ersten Heim-Einsatz nun hinter sich lassen zu können. "Die absolute Mehrheit hat ihre Solidarität bekundet", sagte er erleichtert. "Mario Götze genießt die Unterstützung der Kurve." Die spärlichen Anfeindungen hält Tuchel ohnehin für ein temporäres Phänomen: "Das wird sich nach vier, fünf Spielen einpendeln."

Beschleunigen könnte Götze dies mit einem Tor am Dienstag (20.45 Uhr/Sky). Wieder ist es die Champions League, wieder geht es zu Hause gegen Real Madrid. "Eine neue Aufgabe, ein neuer Wettbewerb, ein ganz besonderer Gegner", sagte er. "Wir spielen zu Hause, wir haben die ersten drei Punkte geholt. Wir freuen uns auf das Spiel."

Befürchten muss er ja nichts mehr. Während des ersten TV-Interviews nach dem Freiburg-Spiel musste er sogar loslachen: Einige Fans hatten im Hintergrund beharrlich immer wieder "Maaaaario!!!" gerufen.

sid

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