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Hummels im Training: Einsatz gegen Ghana fraglich

Mats Hummels
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Mats Hummels am Freitag beim Abschlusstraining der deutschen Nationalmannschaft vor dem Spiel gegen Ghana.

Fortaleza - Mats Hummels hat beim Abschlusstraining der DFB-Elf vor dem Spiel gegen Ghana mitgemacht. Hinter seinem Einsatz im Spiel bleibt aber weiter ein Fragezeichen.

Portugal zählt nicht mehr, Joachim Löw will im dampfigen Klima von Fortaleza mit aller Macht den zweiten WM-Sieg. „Wir müssen nachlegen. Mit einem Sieg können wir davonziehen in dieser Gruppe. Wer nachlässt, verliert bei diesem Turnier“, erklärte der Bundestrainer energisch, bevor sich seine 23 Spieler in der Arena Castelão am Freitag beim Abschlusstraining an das belastende Klima gewönnen konnten. „Die Bedingungen sind für jeden gleich, für Ghana, für uns. Wir versuchen, uns daran zu gewöhnen“, sagte Sami Khedira. Und als Marschroute für die 90 Minuten am Samstag (21.00 Uhr/ARD) gab der Mittelfeldantreiber vor: „Clever spielen bei den Temperaturen.“

Als Letzter betrat Mats Hummels beim Training den Rasen, hinter seinem Einsatz blieb auch 24 Stunden vor dem Anpfiff weiter ein Fragezeichen. Der Dortmunder unternahm nach seiner schmerzhaften Oberschenkelprellung einen Härtetest, bei dem die Medienvertreter aber nur während des Aufwärmens zusehen durften. „Klar, würde ich ungerne die Abwehr umgestalten“, bekannte Löw, der abwarten muss, wie das lädierte rechte Bein von Hummels auf den Belastungstest reagieren wird. Bis zum Freitag hatte der Innenverteidiger noch „keine Zweikämpfe und Sprints“ versucht, wie Löw berichtete.

In den Alternativplan für den Fall eines Ausfalls von Hummels gewährte der Bundestrainer Einblicke. Zwei Optionen nannte er: Die WM-Neulinge Matthias Ginter oder Shkodran Mustafi könnten Hummels im Abwehrzentrum eins zu eins ersetzen. Oder aber Jérome Boateng würde nach innen rücken, „und ein neuer Spieler rechts spielen“, so Löw. Die Kandidaten wären dann wohl der favorisierte Mustafi oder der Dortmunder Kevin Großkreutz. „Wir haben Topvertretung im Kader“, sagte Mittelfeldspieler Sami Khedira, der versicherte: „Uns wäre nicht bange, wenn Mats ausfällt.“

Vor Ghana-Spiel: Bilder vom DFB-Abschlusstraining

Vor Ghana-Spiel: Bilder vom DFB-Abschlusstraining

Deutschlands WM-Liebling Thomas Müller und seine euphorisch gefeierten Kollegen brennen auf das zweite heiße Match in Brasilien. Der für Ghana spielende Schalker Kevin-Prince Boateng hat dem deutschen Team und damit auch seinem Halbbruder Jérome einen Kampf „bis aufs Blut“ angekündigt. Löw nahm diese Ansage gerne auf: „Ich erwarte ein Spiel, das geprägt sein wird von Ghanas Situation. Für sie ist es ein Finale. Sie werden kämpfen bis aufs Blut.“

Löw und seine Spieler möchten unbedingt die Weichen für das Achtelfinale stellen. „Wir sind gewarnt, wir wollen nicht wieder ein Endspiel haben im letzten Gruppenspiel wie 2010“, sagte Khedira. Während die Westafrikaner in der Gruppe G nach der bitteren 1:2-Auftaktniederlage gegen die USA im 64 846 Zuschauer fassenden Estádio Castelão der frühzeitige WM-K.o. droht, könnte die deutsche Mannschaft mit dem zweiten Turniersieg vorzeitig in die K.o.-Phase einziehen. Dazu müsste Jürgen Klinsmann mit seinen Amerikanern am Sonntag gegen Weltfußballer Cristiano Ronaldo und dessen angeschlagene Portugiesen mindestens einen Punkt holen.

„Wieder so ein entscheidendes Spiel, auf das wir uns hundertprozentig fokussieren müssen, bei dem wir die Anspannung spüren wollen“, sagte Jubilar Per Mertesacker zur Aufgabe. Die vielen missglückten zweiten WM-Spiele deutscher Mannschaften sah nicht nur der Innenverteidiger als „Warnzeichen“. Auch Löw warnte: „Italien hat verloren, und die Holländer wären im zweiten Spiel fast gescheitert gegen Australien.“ Der 29 Jahre alte Abwehrchef Mertesacker läuft gegen Ghana zum 100. Mal im Nationaltrikot auf. „100 Länderspiele sind schön, das brennt sich ein, das fühlt sich gut an“, meinte Mertesacker.

„Ghana hat immer hohe Ziele gehabt. Sie waren 2010 im Viertelfinale“, erinnerte der Bundestrainer vor allem die Fans zu Hause, die nach dem 4:0-Auftakt von einem weiteren lockeren WM-Schützenfest ausgehen könnten. Vor vier Jahren in Johannesburg erlöste erst ein Treffer von Mesut Özil das Team und die schwarz-rot-goldene Anhängerschaft.

Zudem werden Hitze und Luftfeuchtigkeit in Fortaleza den Spielern noch mehr abverlangen als im auch schon heißen Salvador gegen Portugal. Bei der Ankunft am Donnerstagabend zeigte das Thermometer noch 27 Grad an, die Luftfeuchtigkeit war heftig. „Wenn wir glauben, dass wir Vorteile haben, täuschen wir uns“, mahnte Löw: „Mit diesen Temperaturen sind die Spieler von Ghana aufgewachsen und leben ständig damit.“

Der Matchplan, den der Bundestrainer vor allem mit Chefscout Urs Siegenthaler aufgestellt hat, ist auf die Hitze und die Qualitäten des Gegners abgestimmt. Zentrale Vorgabe ist taktische Disziplin: Wir müssen insgesamt als Mannschaft sehr stabil sein in der Defensive.“ Es dürfe zwischen Angriff und Abwehr keine „zweigeteilte Mannschaft“ geben, mahnte der Bundestrainer. „Nicht früh verausgaben, kompakt stehen, clever verteidigen, schnell angreifen“, beschrieb Khedira das, was in den Teamsitzungen intensiv besprochen wurde.

An Taktik und Personal des Portugal-Spiels will Löw nach dem Motto „Never change a winning team“ offensichtlich nichts verändern. „So viele Umstellungen wird es nicht geben“, verriet. Womöglich sogar keine, wenn Hummels grünes Licht geben kann. Das strategische Dreieck im Mittelfeld dürften wieder Toni Kroos, Philipp Lahm und Sami Khedira bilden, auch wenn Löw seinen Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger nicht für das Turnier abgeschrieben hat. „Dieser Spieler wird für uns noch sehr wichtig sein.“

Auch in der Offensivreihe werden neben dem Dreifach-Torschützen Müller die Portugal-Besieger Mesut Özil und Mario Götze erwartet, auch wenn Löw „verschiedene Lösungen“ in petto hat. „Wir haben Spielertypen, die im Moment sehr gut in Form sind. Da kann man variieren.“ Vor allem der wuchtige André Schürrle vom FC Chelsea drängt in die erste Elf. „Ich habe immer gesagt, wir haben auch die Möglichkeit, in unterschiedlichen Aufstellungen erfolgreich zu sein“, erklärte Löw.

dpa

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