Kommentar zu Jogi Löws Griff in die Hose: Was juckt mich das?

Die Netzwelt regt sich auf über einen Griff in die Hose. Die Frage ist aber eher: Warum bekommen wir das zu sehen? Ein Kommentar von HNA-Sportredakteur Frank Ziemke.

Das Netz regt sich. Und besonders gern regt es sich auf. Der Abpfiff des deutschen Auftaktspiels war noch nicht ganz verhallt, da beschäftigte ein Thema im Internet besonders. Es waren nicht die Tore. Es war nicht Boatengs Artistik. Es waren nicht einmal die deutschen Hooligans. Nein, das Thema schlechthin war Joachim Löws Griff in die Hose.

Natürlich sehen wir das nicht gern. Aber fragt sich eigentlich auch mal jemand, warum wir das überhaupt zu sehen bekommen? Und warum dann @Hinz und @Kunz glauben, sie müssten sogleich ihre Meinung verbreiten?

Wieso gibt es eine Trainer-Cam, die Löw auf Schritt, Tritt und Griff begleitet? Viele Spieler und Trainer reden bereits hinter vorgehaltener Hand – aus Angst vor Lippenlesern. Wenn das so weitergeht, dass nichts, nicht die kleinste menschliche Regung, möglich ist, ohne dass sie in der Welt verbreitet und verhöhnt wird, werden wir irgendwann nur noch Standbilder sehen. Trainer, die sich jegliche Regung abtrainiert haben.

Vielleicht tun Menschen in Stresssituationen Dinge, die ihnen gar nicht so bewusst sind. Vielleicht hat Löw einfach was gejuckt. Es wäre wünschenswert, dass wieder mehr Menschen sagen: Was juckt mich das?

Rubriklistenbild: © dpa

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