Insolvenz im Jahr 2008?

Kaiserslautern weist Vorwürfe zurück

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Kaiserslautern dementiert die Insolvenz-Vorwürfe.

Kaiserslautern - Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern hat die in einem TV-Bericht erhobenen Vorwürfe einer verschleierten Insolvenz im Jahr 2008 zurückgewiesen.

Der 1. FC Kaiserslautern hat nach Angaben der Deutschen Fußball Liga in der Zweitliga-Saison 2007/2008 keine Verstöße gegen die Lizenzierungsordnung begangen. Dies teilte die DFL am Freitag mit. Das RTL-„Nachtjournal“ hatte unter dem Titel „Der Betze brennt - hätte der 1. FC Kaiserslautern 2008 absteigen müssen?“ berichtet, dass die Pfälzer damals eigentlich in die 3. Liga hätten absteigen können, weil sie zahlungsunfähig gewesen seien und damit Insolvenz hätten anmelden müssen.

Der Traditionsclub kämpft schon seit vielen Jahren mit finanziellen Problemen, nicht zuletzt wegen der Folgekosten nach dem Bau des WM-Stadions auf dem Betzenberg. „Auch im genannten Zeitraum hat der 1. FC Kaiserslautern sämtliche von der DFL vorgegebenen Kriterien und somit - auf Basis der eingereichten Unterlagen - alle Anforderungen für eine Lizenzerteilung erfüllt“, erklärte die DFL.

Stadt und Stadiongesellschaft wehren sich

Die Stadt und die Stadiongesellschaft wehrten sich ebenso wie zuvor schon der FCK selbst gegen die Vorwürfe. „Die vermeintliche Problemstellung, die mit Pachtzinsreduzierungen und Besserungsscheinen zusammenhängt, war in der Vergangenheit in allen Medien ausgiebig behandelt worden“, hieß es. Man sei überrascht, dass das Thema wieder hochgekocht sei.

Interne Unterlagen belegen nach Angaben von RTL, dass der FCK von Februar bis Juni 2008 die monatliche Stadionmiete in Höhe von jeweils 317 000 Euro nicht bezahlt hat. Dies bestätigten die Stadt und die Stadionverwaltung auch. Der Verein sei damals mehrfach förmlich ermahnt worden. Eine Stundung habe aber nicht vorgelegen. Allerdings hatte der FCK im Dezember zuvor einen Antrag auf eine Reduzierung der Pacht für das Fritz-Walter-Stadion bei der Stadt gestellt.

Dieser wurde dann im Frühjahr von den Gremien der Stadt und der Stadionverwaltung für die Zeit von Juli 2007 bis Juni 2008 in Höhe von 1,4 Millionen Euro gewährt. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation des Ex-Bundesligisten habe es in den drei Spielzeiten danach weitere Pachtreduzierungen gegeben - in Höhe von insgesamt 5,3 Millionen Euro. Diese seien durch Besserungsscheine abgesichert gewesen.

Offenbach-Präsident kündigt Prüfung an

„Wir sehen hier keinerlei Hinweise auf damalige Vorgänge, die den Vorwurf einer Insolvenz rechtfertigen“, heißt es in einer Erklärung des Fußball-Zweitligisten. „Nach unserer jetzigen Erkenntnis gibt es keine Anhaltspunkte für eine Zahlungsunfähigkeit und wir gehen davon aus, dass sich dieser Sachverhalt auch deutlich aufzeigen lässt“, sagte der FCK-Vorstandsvorsitzende Thomas Gries.

Wären den Lauterern damals nach den Statuten der DFL neun Punkte abgezogen worden, hätte Kickers Offenbach nicht absteigen müssen. Dessen Präsident Helmut Spahn kündigte bei RTL eine juristische Prüfung an. „Da reden wir sicher über einen ordentlichen siebenstelligen Betrag“, sagte Spahn im Hinblick auf den Schaden, der den Offenbachern durch den Abstieg entstanden ist.

dpa

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