Frankreich gegen Schweden

"Kann man nicht vergessen": WM-Quali vor Terror-Jahrestag

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Das Team von Trainer Didier Deschamps trifft in der WM-Quali auf Schweden.

Saint-Denis - Mit einer Sondergenehmigung der FIFA hat Frankreich das WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden vorgezogen, um nicht am Jahrestag der Anschläge vom 13. November spielen zu müssen.

Wenn die französischen Nationalspieler am Freitag im Stade de France gegen Schweden auflaufen, geht es nicht nur um die Qualifikation für die Fußball-WM 2018.

Der Zufall des FIFA-Kalenders gibt dem Spiel noch eine andere Bedeutung: Fast genau ein Jahr zuvor begann mit einer Explosion vor dem Stadion die Pariser Terrornacht vom 13. November, als Frankreich dort gerade gegen Deutschland spielte. Szenen, die auch den Fußballern noch sehr präsent sind. "Die Zeit vergeht, aber man kann das nicht vergessen", sagte Nationaltrainer Didier Deschamps im Vorfeld.

Eigentlich hätten die Franzosen das Spiel sogar am Sonntag bestreiten sollen, dem Jahrestag der Anschläge. Doch der französische Fußballverband FFF erhielt eine Ausnahmegenehmigung von der FIFA, die Partie zwei Tage vorzuziehen. Das erlaubt der Weltverband nur in absoluten Ausnahmefällen, eigentlich sollen bei der WM-Qualifikation alle Spiele einer Gruppe am selben Tag stattfinden. Im Oktober war etwa ein Antrag des Iran abgelehnt worden, wegen eines wichtigen religiösen Feiertages die Partie gegen Südkorea zu verschieben.

Hier erfahren Sie, wie Sie das WM-Qualifikationsspiel Frankreich gegen Schweden live im TV und Live-Stream verfolgen können.

Die FFF begründete die Verschiebung mit dem Respekt für die Opfer. Der kommende Sonntag steht in Paris ganz im Zeichen des Gedenkens. So werden an den Anschlagsorten Gedenktafeln für die insgesamt 130 Todesopfer angebracht. Vor dem Stade de France hatten sich während des Freundschaftsspiels drei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, sie töteten einen Passanten. Sie sollen eigentlich geplant haben, ins Stadion einzudringen - das gelang ihnen aber nicht. Zeitgleich richteten weitere Terrorkommandos ein Blutbad im Pariser Konzertsaal "Bataclan" und in Bars in der Hauptstadt an.

"Das wird Teil der Geschichte bleiben, auf der negativen Seite", sagte Deschamps bei einer Pressekonferenz. "Natürlich kann niemand vergessen, was wir an diesem Abend erlebt haben. Vor allem nach dem Spiel, denn das Match ist unter normalen Bedingungen verlaufen. Aber alles danach, die folgenden Tage bis zum Spiel in England, in Wembley, das waren Tage voll Emotion." Als Frankreich dort vier Tage nach den Anschlägen gegen das englische Team spielte, sangen aus Solidarität auch die Gastgeber-Fans die französische Nationalhymne. Die Szene ging um die Welt.

Das Spiel gegen Schweden wird wie üblich unter strengen Sicherheitsvorkehrungen stehen - seit dem 13. November hat Frankreich hier deutlich aufgestockt. "Wir lassen in der Wachsamkeit nicht nach", sagte FFF-Chef Noël Le Graët laut französischen Medien.

Sportlich ist die Partie wichtig: Frankreich und Schweden liegen in ihrer Qualifikations-Gruppe derzeit punkt- und torgleich vorne. Seine Spieler wüssten um die Bedeutung, sagte Deschamps nach Angaben der Zeitung "Le Figaro". Aber das Match sei nicht entscheidend. "Natürlich ist das Ziel, Freitag gegen Schweden zu gewinnen. Aber es hängt nicht alles an diesem Spiel."

dpa

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