"Das Turnier hat einen nicht gefesselt"

Kommentar zur EM: "Ging so"

Robin Lipke über die erste EM mit 24 Teams

Kassel. Die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich neigt sich dem Ende entgegen. Zum Finale hat HNA-Sportredakteur Robin Lipke Bilanz gezogen. Sein Kommentar: Das Turnier hat einen nicht gefesselt.

Am Ende eines Fußballturniers stellt sich die banale Frage: Wie war’s? Für die Europameisterschaft in Frankreich lautet die Antwort: Ging so. Das Halbfinal-Aus der deutschen Elf mag ein Grund für das eher nüchterne Urteil sein. Aber das ist es nicht nur. Das Turnier hat es nicht geschafft, einen durch und durch zu fesseln.

Warum? Eine EM auf 24 Mannschaften aufzublähen, hat sich als Fehler herausgestellt. Bei einer Weltmeisterschaft hat es einen gewissen Charme, wenn Fußball-Exoten wie Honduras auflaufen. Der Reiz einer EM besteht aber seit jeher darin, dass Top-Teams in geballter Form auftreten, dass es bereits in der Gruppenphase zu heißen Duellen kommt. Das war nun nicht der Fall. Stattdessen hat das Niveau erheblich gelitten.

Angesichts des aufgeweichten Modus, dass selbst die meisten Gruppendritten weiterkommen, entstand erstens Verwirrung und zweitens Langeweile. Viel taktisches Geplänkel. Offener Schlagabtausch? Fehlanzeige. Die Versuchung war groß, zum Sommerspielfilm im anderen Programm umzuschalten. Es hat viel zu lange gedauert, bis dieses Turnier Fahrt aufnahm - und da war es fast schon zu spät.

Woran es dieser EM zudem mangelte, waren die sich einprägenden Momente (das Elfmeterschießen gegen Italien ausgenommen). Kaum taktische Innovationen. Wenig Kurioses. Und keine Typen, die sich überraschend in den Vordergrund spielten. Hätte es die Isländer und ihr Huh-Ritual nicht gegeben, würde von der EM nicht viel in Erinnerung bleiben. Und das ist die schlimmste Antwort auf die Frage: Wie war’s?

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