Italien-Deutschland

Länderspiel-Schnellcheck: Keine Tore und kein Einspruch

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Volle Aufmerksamkeit auf den Ball: Zweikampf zwischen Italiens Angreifer Ciro Immobile (links ) und Abwehrspieler Benedikt Höwedes.

Das Fußball-Testspiel zwischen Italien und Deutschland endet 0:0, der Video-Schiedsrichter ist arbeitslos. Der Schnellcheck von Frank Ziemke und Maximilian Bülau.

Das war es also, das dritte Duell des Jahres zwischen deutschen und italienischen Fußballern. In Mailand fielen im letzten Länderspiel des Jahres für die Nationalmannschaft aber keine Tore, Ein schlechtes Spiel war es trotzdem nicht. Und einen interessanten Test gab es ja auch. Der Schnellcheck:

Gab es Besonderes schon vor dem Spiel?

Zumindest ging es ungewöhnlich los. Womit wir gleich mal klarmachen wollen, dass hier nicht auf Vorurteilen à la „italienische Pünktlichkeit“ herumgeritten wird. Jedenfalls: Das Spiel begann mit sieben Minuten Verspätung. Warum, das wurde nicht ganz klar. Einige Spieler kamen sehr spät aus der Kabine. Schöne Geste dafür kurz darauf: Als Fans bei der deutschen Nationalhymne pfiffen, begannen die italienischen Spieler demonstrativ, die Hymne mit Beifall zu begleiten.

Und wie war das Spiel dann, als es endlich losging?

Naja, ein Testspiel. halt. Und eines, in dem Bundestrainer Joachim Löw eher auf seinen Talentschuppen als auf seine Stars setzte. Neben Neuling Yannick Gerhardt wirkten Julian Weigl, Leon Goretzka und natürlich Joshua Kimmich mit, dazu auch Sebastian Rudy. Dr Bebraer Shkodran Mustafi bildete das Abwehr-Trio zusammen mit Mats Hummels und Benedikt Höwedes.

Vor allem in der ersten Hälfte war das aber sehr ansehnlich. Die Deutschen kombinierten flott und einfallsreich, hatten durch Goretzka (12.) und Gündogan (27.) gute Chancen.

Nach der Pause wurde natürlich fleißig gewechselt. Löws Mannschaft verlor so nach und nach an Souveränität. Die Gastgeber haben dann auch die besseren Chancen. In der 71. Minute kommt Bernadesci frei zum Schuss, doch Bernd Leno reagiert glänzend. Zehn Minuten später hat auch der Torhüter Glück: Belotti schüttelt Mustafi ab, trifft den Pfosten. Zu diesem Zeitpunkt wäre die Führung der Gastgeber verdient. Über 90 Minuten gesehen aber: ein gerechtes 0:0 im Länderspiel-Klassiker.

Hatte Thomas Müller diesmal mehr Spaß?

Auf dem Platz eher nicht. Auch wenn er sich bei Italien dieses Mal nicht über mangelnde Attraktivität des Gegners beschweren konnte. Das sah schon nach professionellem Fußball aus. Müller ackerte wie immer, lief viel, blieb aber mal wieder Treffer. Die Ladehemmung ist noch nicht überwunden. Spaß könnte ihm aber das Gefühl am linken Arm bereitet haben: Der Münchner führte das Team als Kapitän aufs Feld. Eine seltene Ehre für ihn.

Wie verlief der Test mit dem Videoschiedsrichter?

An dieser Stelle schalten wir hinüber zum Schreibtisch des Kollegen Bülau, der den Testlauf vor dem eigenen Bildschirm simulierte. Sein Bericht:

„Ein wenig nervös bin ich schon - immerhin ist es erst der zweite Test dieser technischen Neuerung bei einem Länderspiel. Und zum zweiten Mal ist Italien dabei. Da muss ich wohl besonders genau hinschauen. Wobei ich direkt jedes Vorurteil à la „italienische Schwalbenkönige“ von mir weise.

Nach dem Anpfiff ist mein Funkkontakt zu Schiedsrichter Artur Soares Dias aus Portugal gestört. Dabei wollte ich ihn um ein Autogramm von Italiens Torwart Buffon bitten - der ist mit jetzt 167 Länderspielen gemeinsam mit Iker Casillas Rekordhalter. Aber alles halb so wild: Korrigieren muss ich Herrn Dias heute nicht.

Obwohl: Kurz vor der Pause - das was der Ex-Dortmunder Ciro Immobile da mit Joshua Kimmich macht, das ist nah an einer Tätlichkeit. Ich spule im Livestream mehrfach zurück. Das ist doch eine Tätlichkeit, mindestens Gelb! Aber das heute ist nur ein Freundschaftsspiel, dafür muss ich keinen Einspruch einlegen.

Zwei knifflige Szenen schaue ich mir in Halbzeit zwei dann noch einmal genauer an: Aber beim nicht gegeben Strafstoß für Belotti und dem Abseitstor von Kevin Volland liegt mein Kollege richtig. Das war’s dann für heute. Gefällt mir ganz gut, Videoschiri zu sein.“

Und wie war die TV-Übertragung?

Die ARD erinnerte zu Beginn an die EM-Endrunde. Zeigte den entscheidend verwandelten Elfmeter von Jonas Hector, schwelgte in Erinnerungen an den ersten deutschen Sieg gegen Italien bei einem großen Turnier. Diesen Spannungsbogen konnte Tom Bartels im Spiel nicht halten, obwohl er sich große Mühe gab: „Es geht zur Sache hier.“ .Immerhin sahen wir Praktikant Miro Klose sehr aufmerksam auf der Tribüne - mit bemerkenswert fülliger Haarpracht.

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