Debakel bei Anderlecht

Mainz erlebt sein Waterloo - Nun droht das Aus

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Jhon Córdoba im Zweikampf gegen Olivier Deschacht.

Anderlecht - Die Mainzer Spieler schlichen nach ihrem Waterloo wie geprügelte Hunde vom Brüsseler Rasen, Trainer Martin Schmidt schüttelte nach der höchsten Niederlage seiner Amtszeit fassungslos den Kopf.

Nach einem wahren Fehlerfestival ist ein desolater FSV Mainz 05 beim RSC Anderlecht mit 1:6 (1:2) untergegangen und muss ums Überwintern in der Europa League bangen. Mit der in Belgien gezeigten Leistung hätten die Rheinhessen in der Runde der letzten 32 aber auch kaum etwas zu suchen.

Nicolae Stanciu (9./41.) hatte keineswegs übermächtige Belgier auf die Siegerstraße gebracht. Mainz kam durch den frischgebackenen Vater Pablo De Blasis (15.) zum zwischenzeitlichen Unentschieden. Erst am Dienstag war der 28-Jährige - ebenso wie kurz zuvor Mannschaftskollege Karim Onisiwo - Vater geworden. Youri Tielemans (62.), Lukasz Teodorczyk (89./90.+4 Handelfmeter) sowie die Leipziger Leihgabe Massimo Bruno (90.+2) machten für den RSC in der Schlussphase alles klar.

Durch die erste Niederlage der Europa-League-Saison rutschte Mainz in der Gruppe C auf Rang drei ab. Dort liegt der Bundesliga-Neunte mit fünf Zählern hinter Tabellenführer Anderlecht und AS St. Etienne (beide 8). In drei Wochen im Rückspiel beim französischen Rekordmeister steht Mainz nun unter Zugzwang.

Die Mainzer ließen ihre Gegner anfangs zu wenig Druck spüren. Vor dem Führungstor hatte bereits Alexandru Chipciu (3.) den ersten Treffer des Abends auf dem Fuß, traf jedoch nur das Außennetz. Die Gäste versuchten es vornehmlich über lange Bälle und Standards. Sturmspitze Jhon Córdoba (8.) köpfte in der bis dahin gefährlichsten Situation der Mainzer eine Ecke von Yunus Malli nur knapp neben das Tor.

Nach dem Gegentreffer, bei dem FSV-Torwart Jonas Lössl eine verunglückte Flanke von Stanciu unterschätzte, investierten die Rheinhessen mehr in die Begegnung. Beim Ausgleich durch De Blasis tat es RSC-Keeper Davy Roef seinem Gegenüber gleich: Den strammen Schuss des Argentiniers hätte der Schlussmann durchaus parieren können, der Ball rutschte ihm jedoch durch die Hände.

Anderlecht kam nur selten in Strafraumnähe, blieb im Abschluss dennoch höchst effizient. An Stancius zweitem Treffer traf Lössl keine Schuld. Von der Strafraumgrenze schloss der Rumäne hochklassig in die linke untere Ecke ab.

Nach der Pause kamen beide Teams mit großem Engagement zurück auf den Platz. Mainz agierte in dieser Phase aber offensiv glücklos und offenbarte in der Abwehr große Lücken. Die Möglichkeiten, die sich ergaben, ließ der FSV ungenutzt verstreichen. In der Schlussphase kam es dann ganz übel.

SID

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