Deutsche Elf schlägt Italien 7:6 nach Elfmeterschießen

Neuer hält – Hector trifft – Halbfinale: Der Schnellcheck

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EURO 2016 - Quarter final Germany vs Italy

Spannender geht es nicht: Jonas Hector ist der neunte deutsche Elfmeterschütze. Thomas Müller, Mesut Özil, Bastian Schweinsteiger und drei Italiener haben gepatzt.

Aber Hector ist nervenstark, verwandelt, es steht 7:6 nach diesem denkwürdigen Elfmeterschießen, und die deutsche Mannschaft steht im Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft. Unser Schnellcheck.

Gab es schon vor dem Anpfiff eine Überraschung?

Und ob. Bundestrainer Joachim Löw hatte offenbar so großen Respekt vor den Italienern, dass er eine Dreierkette mit Benedikt Höwedes, Jerome Boateng und Mats Hummels nominierte. Dafür musste ein offensiver Spieler geopfert werden, und es traf ausgerechnet den gegen die Slowaken so starken Julian Draxler.

Wie war das Spiel im Stade Matmut-Atlantique in Bordeaux?

Niemand ist überrascht, dass die 42.000 Zuschauer kein Torchancen-Festival sehen. Beide Mannschaften sind taktisch stark und können spielerisch mehr als sie zunächst zeigen. Aber gibt es überhaupt ein Mittel gegen diesen italienischen Super-Catenaccio? Die deutsche Mannschaft hat keins, und die Angst vor einem Gegentreffer spielt in jeder Szene mit. In der ersten Halbzeit gibt es genau eine Torchance. Müller hat sie in der 42. Minute, aber er trifft den Ball nicht richtig. So geht es auch dem Italiener Sturaro zwei Minuten später. Der Halbzeitstand ist 0:0, und wir hoffen, dass nach der Pause Julian Draxler mitspielen darf.

Darf er zunächst nicht. Und er sieht von der Bank aus, wie die deutsche Mannschaft in der 52. Minute den Ball erstmals zielstrebig über mehrere Stationen laufen lässt. Wenig später kommt Thomas Müller zum Schuss, aber Florenzi rettet artistisch auf der Torlinie. Jetzt häufen sich die Fouls der Italiener, die innerhalb weniger Minuten drei Gelbe Karten kassieren.

Dann läuft die 65. Minute. Gomez und Hector setzen sich auf der linken Seite durch, Mesut Özil nimmt den Ball aus sieben Metern direkt und bricht den Bann - Deutschland führt 1:0.

Und die Torchancen häufen sich. In der 69. Minute lenkt Gomez den Ball mit der Hacke in Richtung Tor, aber Buffon pariert.

Zwei Minuten später verlässt Gomez verletzt das Feld. Jetzt darf Draxler mitspielen, aber so haben wir uns das nicht gewünscht.

Aber was machen die Italiener? In der 74. Minute hat Pelle eine halbe Torchance, aber er schießt am deutschen Tor vorbei.

78. Minute: Warum macht Jerome Boateng die Hände so hoch? Er berührt den Ball tatsächlich mit dem rechten Arm, und es gibt einen Elfmeter für Italien? Bonucci läuft an, stoppt kurz ab, verwandelt, und der Schiri sagt, dass das so in Ordnung ist - 1:1.

Dann die Verlängerung.

Dann das Elfmeterschießen (siehe oben).

Gab es einen Pechvogel?

Ja, und der hieß mal wieder Sami Khedira. Schon in der 16. Minute musste der Turiner wegen einer Adduktorenzerrung das Feld verlassen. Für ihn kam Bastian Schweinsteiger.

Gab es eine tragische Figur?

Fast wäre das ausgerechnet Jerome Boateng geworden. Der im Turnierverlauf beste deutsche Spieler hatte vor dem Elfmeterpfiff die Hände da, wo sie nichts zu suchen hatten. Warum hast Du das gemacht, Jerome?

Gab es einen weiteren Aufreger?

In der 27. Minute landete ein Kopfball von Schweinsteiger im Tor der Italiener, aber Schiedsrichter Kassai hatte ein Foul gesehen - kein Tor.

Wie war der Schiedsrichter?

Schlecht. Die Gelbe Karte gegen Mats Hummels war nicht berechtigt. Jetzt fehlt der Neu-Münchner im Halbfinale. Als Schweinsteiger gefoult wurde, gibt es einen Freistoß für Italien.

Wie war die Fernsehübertragung in der ARD?

Mehmet Scholl schaffte erneut die Balance zwischen Fachkompetenz und Witz. Trotz aller Anspannung fand er noch die Zeit, über die Tanzkünste von Oliver Kahn zu spotten. Reporter Steffen Simon hatte in der ersten Halbzeit einige Chancen gesehen. Es gab aber nur je eine durch Müller und Sturaro.

Das Spiel im Ticker zum Nachlesen gibt es hier.

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