Millionenschwerer Gehaltsskandal

Neues FIFA-Ethikverfahren gegen Ex-Präsident Blatter eröffnet

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Joseph Blatter.

Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbands FIFA hat ein neues Verfahren gegen dessen früheren Präsidenten Joseph Blatter eröffnet.

Die frühere Führungsclique des Fußball-Weltverbandes um Ex-Präsident Joseph S. Blatter (Schweiz) muss wegen des millionenschweren Gehaltsskandals neuerliche Sanktionen durch die FIFA-Ethikkommission fürchten. Die ermittelnde Kammer unter Vorsitz von Djimrabaye Bourngar (Tschad) hat aufgrund der im vergangenen Juni öffentlich gewordenen Zahlungen von umgerechnet mehr als 70 Millionen Euro Verfahren gegen Blatter, den früheren Generalsekretär Jerome Valcke (Frankreich) sowie den ehemaligen Finanzchef und Valcke-Stellvertreter Markus Kattner (Bayreuth) eingeleitet.

Die Untersuchungen erfolgen wegen des Verdachts auf mehrere Verstöße gegen den FIFA-Ethikcode. Die Ermittler untersuchen, ob das Trio die Vorgaben zum allgemeinen Verhalten (Artikel 13), zur Loyalität (15), zu Interessenkonflikten (19) sowie zur Erteilung und Annahme von Geschenken sowie anderer Boni (20) verstoßen und sich der Bestechung und Korruption (21) schuldig gemacht hat. 

Blatter und Valcke sind bereits wegen anderer Vergehen für mehrere Jahre gesperrt, Kattner wurde im Mai von der neuen FIFA-Führung unter Gianni Infantino (Schweiz) entlassen.

Blatter und seine einstigen Partner in der FIFA-Spitze hatten sich Angaben des Verbandes zufolge im Laufe mehrerer Jahre gegenseitig extrem hohe Gehaltserhöhungen und Boni genehmigt. FIFA-Anwalt Bill Burck erklärte bei der Enthüllung der beispiellosen Vorgänge, dass "die Beweise offenbar abgestimmte Bemühungen offenbaren, sich selbst zu bereichern".

sid

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