Niersbach um Klarheit bemüht - Zwanziger wehrt sich

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Wolfgang Niersbach hatte im Urlaub auf Mallorca von den Ermittlungen erfahren. Foto: Georgios Kefalas

Berlin (dpa) - Der ehemalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat nach eigenen Angaben nur über die Medien vom Ermittlungsverfahren der Schweizer Bundesanwaltschaft gegen ihn erfahren.

Wie Niersbach der "Bild"-Zeitung erklärte, wolle er sich zunächst um "Klarheit bemühen", bevor er sich konkret äußern wolle. Niersbach hatte im Urlaub auf Mallorca von den Ermittlungen erfahren.

Im Zusammenhang mit der bisher unaufgeklärten Affäre um das WM-Sommermärchen 2006 hatte die Schweizer Bundesanwaltschaft am Donnerstag mitgeteilt, dass sie bereits im vorigen November ein Strafverfahren gegen Franz Beckenbauer sowie die ehemaligen DFB-Spitzenfunktionäre Niersbach, Theo Zwanziger und Horst. R. Schmidt eröffnet hat. Es hatte Hausdurchsuchungen an acht Orten gegeben.

Der ehemalige DFB-Präsident Zwanziger will juristisch vorgehen. "Die Verfahrenseinleitung ist rechtswidrig und verletzt meinen Mandanten in seiner Ehre und seinen Rechten. Wir werden deshalb in der kommenden Woche Strafanzeigen gegen die Schweizer Ermittler sowohl bei der dortigen Bundesanwaltschaft als auch bei den deutschen Strafverfolgungsbehörden stellen", kündigte Zwanzigers Anwalt Hans-Jörg Metz in einer Mitteilung an.

Dabei gehe es vor allem um eine Zahlung aus dem Jahr 2002 in Höhe von sechs Millionen Schweizer Franken, die damals von einem Beckenbauer-Konto über eine Schweizer Anwaltskanzlei nach Katar flossen. "Es wird verschwiegen, dass mein Mandant erst ab dem 01.07.2003 Mitglied des WM OK für die WM 2006 war. Er konnte also für die Geldflüsse im Jahr 2002 in der Schweiz, in die er auch in keiner Weise anderweitig eingebunden war, nicht verantwortlich sein", schrieb Metz.

Niersbach war im Zusammenhang mit der Affäre und ungeklärten Geldflüssen im vorigen Jahr als DFB-Präsident zurückgetreten. Die Ethikkommission des Weltverbandes FIFA hat ihn für ein Jahr für alle Aktivitäten rings um den Fußball gesperrt. Dagegen will Niersbach juristisch vorgehen.

Niersbach-Aussagen in "Bild"-Bericht

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