Gastgeber sind Gruppensieger vor der Schweiz

EM-Schnellcheck: Nullnummer reicht Frankreich

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Die Szene des Spiels: Der starke Franzose Paul Pogba wird vom Schweizer Breel Embolo Huckepack genommen. Am Ende trennten sich beide Teams 0:0.

Kassel. EM-Gastgeber Frankreich ist nach einem abschließenden 0:0 gegen die Schweiz Gruppensieger vor den Eidgenossen. Albanien siegte 1:0 gegen Rumänien und zog noch vorbei auf Platz drei. Der Schnellcheck beider Spiele:

Was durften sich die Teams vor dem letzten Spieltag noch ausrechnen? 

Frankreich reichte ein Unentschieden zum Gruppensieg, die Schweizer mussten dafür gewinnen. Das zweite Duell war ein Endspiel um Platz drei, wobei Rumänien im Falle eines Sieges gegen Albanien sogar noch Zweiter hätte werden können.

Wie entwickelten sich die Spiele in der Gruppe A? 

Obwohl sich Frankreich und die Schweiz auf ein Unentschieden hätten einigen können, boten sie eine unterhaltsame erste Halbzeit. Vor allem Paul Pogba überragte auf Seiten der Gastgeber. Zwei Schüsse an die Latte (12., 17.), zwei weitere Abschlüsse in den ersten 20 Minuten. Trotzdem stand es wie so oft bei dieser EM zur Halbzeit 0:0.

Ein kampfbetontes Spiel sahen die Zuschauer zwischen Rumänien und Albanien – mit einem historischen Moment. In der 43. Minute sorgte Armando Sadiku für den ersten EM-Treffer in der albanischen Geschichte. Während 20 000 Fans in Lyon zu diesem Zeitpunkt aufs Achtelfinale hoffen, ist Rumänien ausgeschieden.

An dieser Konstellation ändert sich auch in der zweiten Halbzeit nichts mehr. Weil die Albaner mit zwei Viererketten verteidigen und Florin Andone in der 76. Minute nur die Latte trifft. Aber selbst ein Sieg hätte den Rumänen angesichts des Resultats in Lille nichts mehr gebracht. Dort gab es in der zweiten Halbzeit zumindest noch eine richtig emotionale Szene. Als der neue Volksheld Dimitri Payet in der 63. Minute eingewechselt wurde, sangen die französischen Fans seinen Namen. Und er bedankte sich mit einem Lattenknaller (75.). Mehr war dann aber nicht. Frankreich und die Schweiz qualifizierten sich fürs Achtelfinale, Albanien hofft als Gruppendritter, und Rumänien ist ausgeschieden.

Was war die Szene des Abends? 

Eine? Da gab es gleich mehrere. Wieder stand Paul Pogba im Mittelpunkt. Erst behauptete er nach zweimaligem Ausrutschen noch den Ball, dann ließ er sich vom Schweizer Breel Embolo Huckpack nehmen. Der Albaner Ermir Lenjani vollbrachte dagegen das Kunststück, den Ball in der 23. Minute über das völlig freie rumänische Tor zu schießen.

Was fiel denn sonst noch auf? 

Auf Seiten der Franzosen lief Torwart Hugo Lloris zum 54. Mal als Kapitän auf – und holte damit Trainer Didier Deschamps ein. Nach zwei Spielen mit späten Siegtoren mussten sich die Gastgeber diesmal mit einem Unentschieden zufrieden geben.

Wie war die Fernsehübertragung? 

Wir haben uns für die Vorberichte auf Sat.1 und den Live-Kommentar im ZDF entschieden. Und das fiel auf: 22 Tage nach seinem Abschied bei Sky kehrte Kommentator Marcel Reif als EM-Experte bei Sat.1 zurück. Und er war gleich schon in „guter Form“, wie Frank Buschmann erkannte. Aber auch der Moderator selbst hatte gewohnt lockere Sprüche parat. „Hier kann man Achterbahn fahren, bis der Arzt kommt. Das ist nichts für Leute, denen es hochkommt“, sagte „Buschi“ vor der Kulisse des Europapark Rust nahe Freiburg. Kabarettist Serdar Sumuncu lieferte die Pointen des Abends und fast dachte man, dass Mats Hummels auch noch zu Gast war. Es handelte sich aber um dessen Bruder Jonas.

Im ZDF kommentierte Bela Rethy aus Lille – gewohnt souverän und teilweise auch richtig witzig. Nachdem die Trikots von Admir Mehmedi, Granit Xhaka und Breel Embolo rissen, wollte er eine „Trikotstatistik“ einführen. Als dann in der 54. Minute auch noch der Ball auf dem bemitleidenswerten Rasen von Lille seinen Geist aufgab, war Rethy fast schon auf dem Höhepunkt. Aber einen hatte er noch. Zur Akrobatik von Paul Pogba meinte er: „Also wenn es mit dem Fußballspielen nicht klappt, kommt er in jedem Zirkus unter.“

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