Schnellcheck: Portugal besiegt Polen im Elfmeterschießen

Ausgleich: Portugals Renato Sanches (links) bei seinem Treffer zum 1:1-Ausgleich. Foto: dpa

Kassel. Portugal steht nach dem Sieg gegen Polen im Halbfinale. Im Elfmeterschießen setzten sich die Iberer mit 5:3 durch. Hier unser Schnellcheck:

Wie war das Spiel in der Arena von Marseille?

Erst spannend, dann abflachend. Keine zwei Minuten waren vergangen, als Polens Grosicki von links in den Strafraum eindringt. Der Flügelflitzer gibt an den Elfmeterpunkt, wo Robert Lewandowski einschussbereit steht. Der erzielt sein erstes EM-Tor. Gestartet waren die Polen mit der gleichen Elf wie gegen die Schweiz. Die Portugiesen starteten mit dagegen mit Bayern-Neuzugang Renato Sanches und Eliseu. Dass Sanches seine 35 Millionen Euro Ablöse wert sein könnte, dürften die Bayern-Verantwortlichen mit Freuden in der 33. Minute gesehen haben: Sanches spielt Nani im Strafraum an, der per Hacke zurückspielt. Der Münchner Neuzugang zieht unerschrocken mit links ab, Krychowiak fälscht unglücklich ab - und das Leder schlägt rechts unten ein. Keine Abwehrchance für Polens Torwart Fabianski. Es steht 1:1. Danach war erstmal Waffenstillstand angesagt, und auch die zweite Halbzeit begann und blieb etwas zu ruhig. In der Nachspielzeit spielt Blaszczykowski Milik im Zentrum im richtigen Moment an, doch der Linksfuß schießt aus 18 Metern wieder nur neben das Tor. Das Elfmeterschießen war dann spannender als der Großteil der Partie. Für den entscheidenden Treffer sorgte Portugals Quaresma.

Wer beeindruckte am meisten?

Durchaus der schnelle polnische Turbo-Torschütze Robert Lewandowski. Der Bayern-Stürmer ging lange Wege, war sich für keinen Laufweg zu schade und rackerte bis zum Ende.

Was war eigentlich mit Cristiano Ronaldo los?

Der 31-jährige Weltstar hatte in Marseille seinen 19. Einsatz bei einer EM und hat damit seine Bestmarke ausgebaut. Ansonsten mal wieder ein vergebener Freistoß, unnötige Alleingänge (54.) und allerlei Posing, ohne dass Zählbares dabei heraussprang. Fast die mögliche Entscheidung zugunsten von Portugals fiel, als Pepe mit aufrückte und Ronaldo anspielte. Polens Linksverteidiger Jedrzejczyk grätscht dazwischen - und fälscht die Kugel um ein Haar ins eigene Tor ab (81.). Glück für die Polen.

Welche Leistung brachte der deutsche Schiedsrichter Dr. Felix Brych?

Meistens war Brych Herr der Lage. Allerdings hätte er einen Elfmeter für Portugal geben können, als Ronaldo in der 31. Minute von Pazdan im polnischen Strafraum umgeschubst wurde. Hier sorgte der 40-jährige Münchener für reichlich Proteste.

Gab es einen Aufreger in diesem Spiel?

Höchstens ein Aufregerchen: Ein Flitzer im Stadion, der beinahe Cristiano Ronaldo umgerannt hätte (109.).

Wie war die Fernsehübertragung?

In der ARD hatte Tom Bartels das Sagen. Am Donnerstagabend zeigte der 50-Jährige eine ordentliche Leistung, wenn man von kleinen Platitüden absah („Mit dem schnellen 1:0 hatten die Portugiesen wohl nicht gerechnet.“). Aha.

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