Portugal und Frankreich verbocken Quali-Start

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Portugals Stürmer Nani war nach der Niederlage gegen die Schweiz bedient. Foto: Ennio Leanza

Sowohl EM-Champion Portugal als auch Finalist Frankreich enttäuschen zum Auftakt der WM-Qualifikation. Die "Les Bleus" holen zwar immerhin einen Zähler, stehen aber ebenso wie der Europameister unter Druck.

Lissabon (dpa) - Der portugiesische Fußball-Nationaltrainer Fernando Santos weiß, dass nun Siege her müssen. "Ab jetzt müssen wir gewinnen, gewinnen und gewinnen", sagte der 61-Jährige sichtlich mitgenommen nach der 0:2-Pleite des Europameisters zum WM-Qualifikationsstart in der Schweiz.

Für die Hauptdarsteller der EM gibt es auf dem Weg nach Russland 2018 keinen Bonus - denn auch Finalist Frankreich verbockte das erste Spiel und kam gegen Weißrussland über ein mageres 0:0 nicht hinaus.

Vor allem in Portugal, das in Basel ohne Sturmsuperstar Cristiano Ronaldo und Bayern-Neuzugang Renato Sanches auskommen musste (beide angeschlagen), zittert man nach der ersten Niederlage im 15. Pflichtspiel unter der Santos-Ägide schon ein bisschen um die WM-Teilnahme. Auch deshalb, weil man nach Toren der Bundesligaprofis Breel Embolo (Schalke 04/23. Minute) und Admir Mehmedi (Bayer Leverkusen/30.) gegen den wohl gefährlichsten Konkurrenten der Gruppe B den Kürzeren zog.

"Spielt wieder hässlich!", forderte am Mittwoch die Sportzeitung "A Bola" groß auf Seite eins - in Anspielung auf die erfolgreiche Kampf- und Konter-Strategie, die in Frankreich im Sommer zum ersten großen Titel der "Seleção" führte. Die Renommierzeitung "Público" stellte fest, der Weg zur WM sei schwieriger geworden, man müsse bereits den Taschenrechner hervorkramen. Das Massenblatt "Correio da Manha" schrieb, Portugal sei "auf die Erde zurückgeholt worden".

Die Schweiz von Trainer Vladimir Petkovic bezwang die Gäste vor 36 000 Zuschauern im vollen St. Jakob Park - darunter sehr viele Gastarbeiter aus Portugal - mit den Waffen des Europameisters. So sah das auch der portugiesische Mittelfeldmann Bernardo Silva: "Wir haben schön und gut gespielt, aber viele Chancen vergeben. Die Schweizer waren pragmatisch und intelligent. Wir sind jetzt alle sehr, sehr traurig." Innenverteidiger José Fonte gab derweil die Devise für das nächste Duell am 7. Oktober gegen Andorra aus: "Kopf hoch! Es gibt noch neuen Spiele, und wir sind ja die Champions."

Im weißrussischen Borissow waren die Franzosen das klar tonangebende Team. Das Tor der Gastgeber konnte die "Équipe tricolore" trotz eines Gala-Angriffs mit Antoine Griezmann, Olivier Giroud und Anthony Martial nur in der Schlussphase wirklich in Gefahr bringen - aber Arsenal-Profi Giroud hatte nicht seinen besten Abend und Heimkeeper Andrej Gorbunow hielt diesmal alles.

Die Nullnummer verärgerte Trainer Didier Deschamps. "Das war ein Rückschlag", räumte der Weltmeister von 1998 ein. Auch Medien und Fußballexperten der "Grande Nation" wollten nichts beschönigen. Die Hauptstadtzeitung "Le Parisien" schrieb auf Seite eins von einem "Aussetzer", der frühere Nationalstürmer Yannick Stopyra sprach von einer "besorgniserregenden" Vorstellung.

Auch wegen der namhaften Gegner in der Gruppe A um die Niederlande von Bayern-Star Arjen Robben und EM-Teilnehmer Schweden sind neuerliche Ausrutscher tabu. Weiter geht es am 7. Oktober vor eigenem Publikum gegen Bulgarien, drei Tage später steht das Spiel in den Niederlanden an. "Gegen Bulgarien muss unbedingt ein Sieg her, viel mehr Punkte dürfen wir nicht verlieren", mahnte Deschamps.

Aussagen von Bernardo Silva

Aussagen von Deschamps

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