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Reus und der gefälschte Schwur: Wie ein Boulevardblatt für Wirbel beim BVB sorgte

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Von: Robin Lipke

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Nichts gesagt gegenüber der englischen Boulevard-Zeitung: Dortmund-Star Marco Reus.
Nichts gesagt gegenüber der englischen Boulevard-Zeitung: Dortmund-Star Marco Reus. © dpa

Dortmund. Das englische Boulevard-Blatt „Daily Mirror" hat für mächtig Wirbel beim BVB und im Internet gesorgt, weil der Dortmunder Marco Reus angeblich nie zum FC Bayern gehen würde.

Kassel. Fans von Borussia Dortmund muss es vorkommen, als würde jemand mit ihren Gefühlen spielen. Erst verkündete Robert Lewandowski seinen Wechsel zum FC Bayern, dann bot Superstar Zlatan Ibrahimovic (im Spaß) seine Dienste an. Und nun sorgte der „Daily Mirror“ für Wirbel beim Fußball-Bundesligisten. In dem englischen Boulevard-Blatt tauchte ein Zitat des Dortmunders Marco Reus auf. Darin heißt es, dass er nie zum FC Bayern gehen würde. Wie sich dann aber herausstellte: Der Schwur war gefälscht.

„Robert Lewandowski und Mario Götze können nach München wechseln, ich würde das nie machen. Geld ist nicht alles.“

Laut „Mirror“ soll der Edeltechniker dies gesagt haben: „Robert Lewandowski und Mario Götze können nach München wechseln, ich würde das nie machen. Geld ist nicht alles.“ Ein Zitat frei nach der Punkband Die Toten Hosen, die schon vor Jahren in einem Lied bekundeten, nie zum FC Bayern wechseln zu wollen - klar, dass diese Aussage bei den Anhängern der Schwarz-Gelben für gute Laune sorgte.

Nachdem dieser Schwur so langsam in Deutschland durchgesickert war, brachen im Internet Jubelstürme los. Thorsten P. schrieb zum Beispiel beim Kurznachrichtendienst Twitter: „So ist es richtig!!! Gute Einstellung!!! Ein echter Dortmunder Jung!!!“ Von überall her bekundeten Nutzer ihren Respekt für den 24-jährigen Nationalspieler. Ein Eintrag auf der Facebook-Seite von „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ wurde mehr als 1100-mal geteilt.

BVB-Fans waren aus dem Häuschen, als hätte ihre Mannschaft den FC Bayern und den FC Schalke an einem Tag geschlagen. Doch die Freude hielt nicht lange. Die Borussia erklärte, dass Reus so etwas nie sagen würde. Auch der Profi versicherte, dass „die Aussagen ein Fake sind. So etwas habe ich nie gesagt.“

Mit anderen Worten: Das englische Revolverblatt hatte mal wieder zugeschlagen. Seit 1996 ist der „Mirror“ hierzulande bekannt, weil er während der EM den „Fußball-Krieg“ gegen Deutschland ausrief. Nun hat die Zeitung erneut für Wirbel gesorgt. Mitarbeiter des Magazins „11 Freunde“ versuchten, den Verfasser des Reus-Zitats, einen gewissen Danny McCann, ans Telefon zu kriegen. Vergeblich.

Was also bezweckte die Zeitung mit dem gefälschten Schwur? Gut möglich, dass Kalkül dahintersteckte. Denn angeblich buhlt Manchester United um den Dortmunder - 50 Millionen Euro soll den Engländern Reus wert sein. Der hat bei den Borussen einen Vertrag bis 2017, aber auch eine Ausstiegsklausel, wenn ein Verein mindestens 37 Mio. auf den Tisch legt. Das Nervenkostüm der BVB-Fans dürfte also weiterhin auf die Probe gestellt werden.

Von Robin Lipke

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