Nun gegen Deutschland im Halbfinale

Schnellcheck: Frankreich fertigt Island mit 5:2 ab

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Jubel nach dem 4:0 durch Antoine Griezmann: Die Franzosen freuen sich über den Halbfinal-Einzug und treffen nun am Donnerstag auf die deutsche Elf.

Kassel. Das war deutlich: Im letzten Viertelfinale hat sich Frankreich keine Blöße gegeben und das Überraschungsteam aus Island mit 5:2 (4:0) auf die Heimreise geschickt. Die Gastgeber sind nun Gegner der deutschen Elf im Halbfinale am Donnerstag. Der Schnellcheck:

Wie war das letzte Viertelfinale?

Auf jeden Fall schnell entschieden. Wer auf eine weitere Sensation durch Außenseiter Island gehofft hatte, wurde enttäuscht. Zwar gebürte dem Überraschungsteam der erste Torschuss des Spiels in der dritten Minute und eine weitere Möglichkeit durch Jon Dadi Bödvarsson (25.) – mehr war aber in der ersten Halbzeit nicht drin.

Ganz anders Frankreich. Ausgerechnet die Mannschaft, die bislang keinen einzigen EM-Treffer in den ersten 45 Minute zustande gebracht hatte, traf im Stade de France viermal. In der zwölften Minute überspielte Blaise Matuidi die gesamte rechte Seite der Isländer, und Olivier Giroud traf zum 1:0 ins lange Eck. Paul Pogba köpfte schließlich einen Eckball von Antoine Griezmann zum 2:0 ins Netz (19.). Ein Doppelschlag von Dimitri Payet (43.) und Griezmann (45.) riss die Isländer endgültig aus allen Träumen.

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Weil der Außenseiter aber weiter mitspielte und nicht die Köpfe hängen ließ, blieb auch die zweite Halbzeit unterhaltsam. Und in der 56. Minute kamen dann auch die wacker kämpfenden Nordeuropäer zu ihrem ersten Treffer des Abends durch Kolbeinn Sighthorsson, der vom Siegtor allerdings diesmal weit entfernt war. Drei Minuten später stellte schließlich Olivier Giroud mit seinem zweiten Tor des Spiels den alten Abstand wieder her.

Am Ende hielt das isländische Märchen dann aber auch noch einen schönen Schluss bereit. Erst wurde in der 83. Minute mit dem 37-jährigen Eidur Gudjohnsen der wohl bekannteste Spieler des Landes eingewechselt, wenig später gestaltete Birkir Bjarnason dann mit dem 2:5 das Ergebnis für den Außenseiter zumindest noch ein wenig erträglich (84.).

War das Ergebnis denn gerecht?

Auf jeden Fall. Die Franzosen bespielten die zwei massiven Viererketten der Isländer mit Kurzpässen aber auch mit langen Bällen. Hinzu kam die eiskalte Chancenverwertung der Gastgeber, die frühzeitig zu langen Gesichtern bei den Isländern führte, die aber nie aufgaben.

Wer war der Spieler des Abends?

Antoine Griezmann, keine Frage. Wenn man den fanzösischen Regisseur und Ballverteiler spielen lässt, wird es für den Gegner bitter. Der 25-Jährige bereitete sowohl die Treffer von Pogba und Payet vor und erzielte dann das 4:0 selbst. Mit fünf Toren steht er zudem an der Spitze der Torschützenliste.

Gab es einen besonderen Moment?

Da kann man gleich die ganze erste Halbzeit anführen. Denn noch nie schoss eine Mannschaft bei einer Fußball-EM vier Tore in der ersten Halbzeit. Die Stimmung im Stadion, zu der nicht nur 10 000 isländische Fans beitrugen, konnte sich aber auch wieder einmal sehen lassen.

Wie war die Fernsehübertragung?

Kommentator Bela Rethy hatte die Sons dieser Welt gut drauf. Aber bei diesem Spielverlauf hätte er die Namen eh nicht so genau studieren müssen. Stattdessen sagte er zum Jubelritual der Nordeuropäer: „Das kann man zu Hause auf der Couch gut nachmachen, diese Klatsch-Aktion“. Recht hat er. Auch nach der deftigen Pleite wird nicht nur das Hu, Hu, Hu der Isländer in Erinnerung bleiben.

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