Der Schnellcheck: Giftige Italiener überraschen beim 2:0 gegen Spanien

Obenauf: Gianluigi Buffon (rechts) feiert mit der italienischen Mannschaft den Einzug ins EM-Viertelfinale. Foto:  dpa

Kassel. Das war beeindruckend. Italien bezwingt Spanien im EM-Achtelfinale 2:0 (1:0) und ist damit der Gegner der deutschen Mannschaft am Samstag in Bordeaux. Hier ist unser Schnellcheck:

Wie war das Spiel im Stade de France von Saint-Denis? 

In erster Linie überraschend. Wer erwartet hatte, dass die Spanier anrennen gegen tief verteidigende Italiener, sah sich getäuscht. Die Azzurri packten eine ungewohnte Taktik aus. Die Mannschaft griff früh an und ließ das spanische Kombinationsspiel erst gar nicht zur Entfaltung kommen. Das war mutig, clever und selbstbewusst. Den Spaniern jedenfalls standen angesichts dieser überraschend offensiven Ausrichtung die Fragezeichen regelrecht auf der Stirn.

Und die Taktik zeigte Wirkung. Italiens Torwart Gianluigi Buffon musste im ersten Durchgang nur einen Ball parieren. Aber was heißt Parade? Das Schüsschen von Andres Iniesta in der 28. Minute ging eher als Warmmachübung für den Routinier durch.

Ansonsten machten die Italiener das, wofür sonst die Spanier bekannt sind: Sie übten Druck aus, hatten mehr Ballbesitz und erarbeiteten sich die besseren Chancen. Nach einem Kopfball von Graziano Pelle rettete Spaniens Torwart David de Gea bravourös (8. Minute). Erst nach einer halben Stunde münzten die Italiener ihre Überlegenheit in Zählbares um: Freistoß Eder, de Gea kann nur abklatschen, Giaccherini reagiert am Schnellsten, und Giorgio Chiellini schiebt ein zum verdienten 1:0 für Italien (33.).

Hätte de Gea nicht noch zweimal glänzend pariert, wären die Spanier mit einem deutlicheren Rückstand in die Pause gegangen. So war noch nichts verloren. Und der Weltmeister von 2010 fand nun besser ins Spiel. Kein Zauberfußball, aber die Spanier erhöhten den Druck. Dabei hätte Eder auf italienischer Seite für die Vorentscheidung sorgen können, aber erneut zeigte de Gea sein Können (56.).

Dann begann das Anrennen gegen die Zeit. Schüsse von Iniesta (76.), von Busquets (77.) - die ganz großen Chancen kamen aber nicht dabei heraus. Wenn ein Ball aufs Tor kam, war Buffon zur Stelle wie bei Piques Kopfball in der 90. Minute. In der Nachspielzeit machte Pelle mit seinem Tor zum 2:0 alles klar. Und Italien war aus dem Häuschen.

Was war denn mit der spanischen Offensive los? 

Tiki-Taka, Kurzpässe, viel Ballbesitz? Fehlanzeige. Der Titelverteidiger wirkte vor allem im ersten Durchgang matt und einfallslos. In der zweiten Hälfte wusste er sich meist nur mit Fernschüssen und langen Bällen zu helfen. Vom gefürchteten Kombinationsspiel waren die Spanier so weit entfernt wie nun vom EM-Titel 2016.

Wer war der Mann des Abends? 

Vorher kaum gefordert, aber als es darauf ankam, war auf ihn Verlass: Gianluigi Buffon, der 38-Jährige im Tor der Italiener. Mit seinen Paraden in der Schlussphase hat er seiner Mannschaft den Einzug ins Viertelfinale gesichert.

Und wer hat sich den Titel „Fuchs des Abends“ verdient? 

Keine Frage, Italiens Trainer Antonio Conte. Mit der offensiven Ausrichtung seines Teams hat er nicht nur Mut bewiesen, sondern die Spanier vor allem in den ersten 45 Minuten aus dem Konzept gebracht.

Wie war die Fernsehübertragung in der ARD? 

Ja, Steffen Simon. Der ARD-Kommentator versorgte uns mit Informationen wie diese: Alle 22 Spieler, die zum Anpfiff auf dem Platz standen, haben zusammen 214 nationale und internationale Titel gewonnen. Das lassen wir mal so stehen.

Welche Erkenntnisse ergeben sich aus dem Spiel für die DFB-Elf? 

Für den Weltmeister geht es am Samstag in Bordeaux (21 Uhr) wieder einmal gegen den Angstgegner. Und der präsentiert sich derzeit in prächtiger Form. Mit dem Auftritt gegen Spanien haben sich die Italiener in den Favoritenkreis bei dieser EM geschossen.

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