EM-Halbfinale

Schnellcheck zum Spiel Portugal gegen Wales: Ronaldos Knoten platzt

Höher als alle anderen: Cristiano Ronaldo (links) köpft ein zur 1:0-Führung für Portugal. Foto:  dpa

Kassel. Portugal zieht nach einem 2:0-Sieg gegen Wales ins Finale der Fußball-EM ein. Unser Schnellcheck.

Der erste Final-Teilnehmer steht fest: Dank eines 2:0 (0:0)-Sieges gegen Wales zieht Portugal ins Endspiel der Fußball-Europameisterschaft ein. Unser Schnellcheck:

Wie war das Spiel im Stadion von Lyon?

Es begann recht munter. Die Anfangsphase gehörte den Minimalisten aus Portugal, die wesentlich aktiver als im Viertelfinale zu Werke gingen. Nach einer Viertelstunde lief der erste sehenswerte Angriff: Joao Mario spielte einen tollen Doppelpass mit Cristiano Ronaldo, der anschließende Schuss von Mario ging aber am Tor vorbei (16. Minute). Jetzt kommt die schlechte Nachricht: Das war es dann aber mit gelungenen portugiesischen Offensivaktionen.

Dafür fanden die Waliser nun besser ins Spiel. Angetrieben von Superstar Gareth Bale und dem eifrigen Andy King, drängte das Überraschungsteam ab der 20. Minute auf die Führung: Nach Flanke von Bale verpasst King nur knapp (22.), danach legt Bale ein atemberaubendes Solo hin, der Schuss aus 20 Metern ist aber leichte Beute für Portugals Torwart Rui Patricio (23.).

Im Anschluss - nichts. Die Partie verflachte zusehends, weil beide Defensivreihen einen guten Job erledigten, obwohl bei den Portugiesen Abwehrchef Pepe wegen Muskelproblemen fehlte. Bei Wales hingegen machte sich das Fehlen von Aaron Ramsey deutlicher bemerkbar - im Angriff fehlte es den Briten an zündenden Ideen. Logische Folge: ein 0:0 zur Pause.

An dieser Stelle passte die Floskel, dass ein Tor dem Spiel guttun würde. Die Portugiesen haben sich das wohl auch gedacht. Kurze Ecke, Flanke Raphael Guerreiro, Kopfball Ronaldo, 1:0 (50.). Damit nicht genug. Genialer Pass Ronaldo, Nani macht das Bein lang, 2:0 (53.). Doppelschlag heißt so etwas in der Fußballsprache.

Wales gab sich nicht auf. Zeigte Herz. Rannte an. Aber Portugal spielte seine Stärke aus, und das ist nun mal eine disziplinierte Arbeit in der Defensive, sodass der Einsatz der Waliser nicht mehr belohnt wurde.

Geht das Ergebnis eigentlich in Ordnung?

Ein vorsichtiges Ja. Portugal nutzte die Chancen konsequenter. Und nur ein überragender Gareth Bale war einfach zu wenig für Wales. Und merke: Portugal hat bei dieser EM zum ersten Mal nach 90 Minuten gewonnen. Da darf man dann auch mal im Finale stehen.

Welche Eckball-Variante holten die Waliser dieses Mal aus der Trickkiste?

Es gab die Rugby-Formation, na klar. Aber auch eine Überraschung, und die sah so aus: Joe Ledley gibt den Ball flach hinein, Bale startet vom zweiten Pfosten Richtung Elfmeterpunkt und erzielt fast das 1:0 für Wales (19.). Fast. Trotzdem: Einfallsreich, diese Waliser. Diese sympathische Truppe hat die EM bereichert.

Wer war der Mann des Abends in Lyon?

Keine Frage: Cristiano Ronaldo. Beim Superstar ist im Halbfinale der Knoten geplatzt. Sein Kopfball zum 1:0 war vom Allerfeinsten, sein Zuspiel vor dem 2:0 ebenfalls. Ronaldo hat nun insgesamt neun EM-Treffer erzielt. Und bereits vor dem Spiel zeigte der 31-Jährige Größe. In aller Ruhe stand er für ein Selfie bereit, als ein Volunteer vor ihm auftauchte. Ronaldo nahm den jungen Fan in den Arm, und das vor so einem wichtigen Spiel - starke Geste. Ein zweiter Fan durfte sogar mit aufs Mannschaftsfoto. Unglaublich, dieser Ronaldo.

Wie schlug sich Kommentator Tom Bartels?

Sagen wir es so: Der ARD-Mann hat sich als Ronaldo-Fan geoutet. Es würde einen nicht wundern, wenn er sich in der Mixed-Zone selbst auch ein Selfie mit dem Mann des Abends organisiert hat.

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