Schnellcheck: Italiens Alte Herren bezwingen Belgien 2:0

Da passiert’s: Italiens Emanuele Giaccherini (Mitte) überwindet Belgiens Torwart Thibaut Courtois (links), Verteidiger Toby Alderweireld kommt zu spät, und es steht 1:0 für Italien. Foto:  dpa

Kassel. Eine kleine Überraschung in der Gruppe E: Geheimfavorit Belgien hat gegen Italien 0:2 (0:1) verloren. Unser Schnellcheck:

Wie war das Topspiel in der Gruppe E?

Auf jeden Fall ein Leckerbissen für jeden Taktikfuchs. Denn die Italiener demonstrierten gegen die favorisierten Belgier ihre ureigenste Stärke: die Disziplin in der Defensive. Aus der Dreierkette machten die Südeuropäer in der Rückwärtsbewegung eine Reihe aus fünf Spielern, davor agierten weitere drei Fußballer - mit der Folge: Die topbesetzte Offensive der Belgier um Kevin de Bruyne und Eden Hazard fand keinen Raum, um spielerisch Akzente zu setzen. Kurzum: Es gab kein Durchkommen. Bezeichnend, dass die einzige Gefahr von einem Distanzschuss ausging. Radja Nainggolan prüfte Italiens Routinier Gianluigi Buffon in der 10. Minute.

Und als so aussah, als würde dieses Spiel ein einziges verzweifeltes Anrennen der Belgier werden, schlugen plötzlich die Italiener zu. Nach einem genialen Pass von Leonardo Bonucci über das halbe Feld nahm Emanuele Giaccherini den Ball wunderbar mit und ließ Belgiens Torwart Thibaut Courtois keine Chance. 1:0 für Italien, 32. Minute, Partie auf den Kopf gestellt. Und der Treffer zeigte Wirkung. Erst Antonio Candreva, dann Graziano Pelle - Italien hatte weitere gute Möglichkeiten, um die Führung auszubauen.

Die Belgier hingegen: unter Schock. Aber nur kurz. Nach der Pause nahm die Begegnung Fahrt auf. Romelu Lukaku hatte die große Chance zum Ausgleich, im Gegenzug vergab Pelle per Kopf (54.). In der Folge bemühten sich die Belgier, ohne jedoch eine Lücke zu finden und für Gefahr vor dem Tor von Buffon zu sorgen. Hätte Belgiens Torwart Courtois nicht zwei-, dreimal glänzend pariert, wäre die Entscheidung schon früher gefallen. Aber erst Pelle machte in der Nachspielzeit alles klar.

Geht das Ergebnis denn in Ordnung?

Vor dem Hintergrund, dass die Squadra Azzurra mit einem Altersschnitt von 31,5 Jahren die älteste Startelf in der Geschichte einer EM-Endrunde auf dem Feld hatte, lässt sich mit allem Respekt festhalten: Die alten Herren können’s noch. Die Mannschaft ging clever zu Werke, auch wenn die Art und Weise nicht unbedingt als moderner Fußball zu bezeichnen ist. Aber das hat die Italiener ja noch nie geschert. Der EM-Geheimfavorit aus Belgien fand jedenfalls kein Rezept gegen die italienischen Abwehrstrategen.

Gab es einen Aufreger in dieser Begegnung?

Die eine Situation, die alle Gemüter erhitzte, gab es nicht. Allerdings legte der englische Unparteiische Mark Clattenburg vor allem in der ersten Halbzeit die Regeln hier und da sehr großzügig aus. Das sorgte für unnötige Unruhe. Sagen wir es so: Eine Gelbe Karte hätte da dem Spiel und den Gemütern gutgetan.

Wer war der heimliche Gewinner des Spiels?

Italiens Trainer Antonio Conte. Mit seiner Taktik hat der Mann alles richtig gemacht.

Wie war die Live-Übertragung in der ARD?

Kommentator Steffen Simon machte seine Sache gewohnt ordentlich und souverän. Auch wenn er manchmal wie ein Oberlehrer daherkommt - seine Analysen und Bewertungen haben Hand und Fuß.

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