Reus ebnet Dortmund den Weg

Schnellcheck: Der BVB siegt in Stuttgart - und zieht ins Pokal-Halbfinale ein

Dortmunder Jubel: Marco Reus (von links), Henrich Mchitarjan und Pierre-Emerick Aubameyang fereuen sich. Foto: dpa

Borussia Dortmund steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Beim VfB Stuttgart gab es einen 3:1-Sieg, viele Tennisbälle und eine Niederlage für Kevin Großkreutz. Der Schnellcheck.

Wie war das Spiel in Stuttgart?

Wie sich das gehört, wenn sich der Erste (Stuttgart) und der Zweite (Dortmund) der Bundesliga-Rückrundentabelle gegenüberstehen: mindestens gutklassig. Die Dortmunder erwischten den besseren Start, gingen mit 1:0 durch Marco Reus in der fünften Minute in Führung. Stuttgart hielt den Edeltechnikern aus dem Ruhrpott Leidenschaft und ebenfalls gewachsene Spielkultur entgegen. Der Lohn: Das 1:1 durch Lukas Rupp in der 21. Minute. Sein Schuss wurde noch abgefälscht. Dortmunds Antwort ließ nicht lange auf sich warten: 2:1 durch Aubameyang nach einer halben Stunde.

Nach dem Wechsel versuchte Stuttgart, den Druck zu erhöhen. Chancen gab es auf beiden Seiten. Aubameyang hätte in der 57. Minute die Vorentscheidung erzielen können. Er scheiterte aber an einem, der im letzten Pokalfinale noch im Dortmunder Tor stand: Mitch Langerak. So blieb es spannend. Und die Stuttgarter Hoffnung lebte. Filip Kostic hatte die größte Möglichkeit zum Ausgleich. Aber das 2:2 fiel nicht. Henrich Mchitarjan machte kurz vor Schluss mit dem 3:1 für die Dortmunder alles klar.

Wer war der Mann des Abends?

Der hieß Pierre-Henrich Gündogan-Reus, und ihn gibt es in Wirklichkeit gar nicht. Aber was die vier Dortmunder Kreativlinge Ilkay Gündogan, Marco Reus, Henrich Mchitarjan und Pierre-Emerick Aubameyang auch in Stuttgart so anstellten, war mitunter klasse. Das 1:0 resultierte aus einer Kombination von Mchitarjan, Aubameyang und Reus. Das 2:1 bereitete Reus mustergültig vor. Darüber hinaus taten die vier das, was an diesem Tag bei Dauerregen, einem miserablen Platz und einem guten Gegner unbedingt erforderlich war: Sie kämpften Fußball.

Wer und was fiel sonst noch auf? 

Interessant, wer bei Dortmund noch so im Mittelfeld spielte: Matthias Ginter und Erik Durm, der bisher nicht in Verdacht stand, ein Sechser zu sein. Trainer Thomas Tuchel verzichtete also sowohl einmal mehr auf Shinji Kagawa als auch auf Gonzalo Castro. Aber: Der Plan ging auf.

Und was machte Kevin Großkreutz? 

Spielte auch mit, und das Besondere war, dass er nicht jubelte, als Tore für seinen so geliebten BVB fielen. Der Dortmunder Großkreutz ist ja seit Januar bei Stuttgart angestellt, und er scheint das bereits so verinnerlicht zu haben, dass er nicht plötzlich jedem Spieler in Schwarz-Gelb den Ball zupasste. Einerseits. Andererseits machte Großkreutz trotz seines Willens nicht sein bestes Spiel. Insofern tat er seinem Ex-Klub auch einen Gefallen.

Gab es einen Aufreger? 

Nur am Rande des Platzes, und es lässt sich sagen, dass Tennis wirklich wieder in ist. Nach 20 Minuten flogen nämlich Tennisbälle auf den Rasen – eine Protestaktion der Dortmunder Fans gegen zu hohe Eintrittspreise. Dass die Arena in Stuttgart mit 46 000 Zuschauern längst nicht ausverkauft war, hatte auch damit zu tun, dass der günstigste Stehplatz 19,50 Euro kostete.

Muss die Jeans von Stuttgarts Trainer Jürgen Kramny jetzt gewaschen werden? 

Kramnys Hose ist ja für die Stuttgarter das, was für die Gladbacher lange Zeit André Schuberts grüner Pulli war: ein Glücksbringer. Problem: Gegen Dortmund brachte die Jeans kein Glück. Gewaschen werden muss das gute Stück nicht unbedingt. Bei so viel Regen während des Spiels wurde die Jeans auch so genügend nass.

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