Teams trennen sich nach unterhaltsamer Partie torlos

Schnellcheck zum Spiel Deutschland - Polen: Das erste 0:0 bei dieser EM

Drunter und drüber: Der deutsche Stürmer Thomas Müller (links) im Zweikampf mit dem Polen Grzegorz Krychowiak. Foto: afp

Kassel. Der Achtelfinaleinzug ist noch nicht fix: Im zweiten Spiel musste sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Polen mit einem 0:0 begnügen. Bei einem Remis gegen Nordirland am Dienstag steht die DFB-Auswahl allerdings sicher in der Runde der letzten 16. Unser Schnellcheck:

Gab es Veränderungen im deutschen Aufgebot?

Ja. Joachim Löw hat zum ersten Mal während seiner Zeit als Bundestrainer bei einem großen Turnier nicht dieselbe Elf aufs Feld geschickt wie bei der Auftaktpartie. Der aus dem nordhessischen Bebra stammende Shkodran Mustafi musste für den wiedergenesenen Mats Hummels weichen - was aber nicht wirklich überraschend kam.

Wie war denn das Spiel gegen den Nachbarn?

Genauso intensiv, wie alle es erwartet hatten. Das wurde schon in der dritten Minute deutlich: Sami Khedira stoppt den Vorstoß des schnellen Polen Arkadiusz Milik - auf Kosten einer Gelben Karte.

Große Chancen gab es zunächst wenige. Wenn, dann gab es sie für den Weltmeister: Flanke Julian Draxler, Kopfball Mario Götze - übers Gehäuse (4.). Auch die zweite Möglichkeit hatte die deutsche Elf: Thomas Müller hängt Lukasz Piszczek ab, passt in die Mitte, in den Ball rutscht Toni Kroos hinein, dieser bringt das Leder aber nicht auf den Kasten (16.).

Ansonsten passierte im Angriff nicht viel. Vor allem weil die Polen so massiert ihr Tor abschirmten wie eine Gruppe Sicherheitskräfte die Bühne bei einem Rockkonzert. Etwas Nennenswertes brachte die Offensive des Kontrahenten indes nicht zustande. Nur einmal ließ Robert Lewandowski seinen zukünftigen Bayern-Kollegen Hummels alt aussehen.

Schon in den ersten 120 Sekunden des zweiten Abschnitts war fast mehr los, als in der ersten gesamten Hälfte: Erst verpasste Milik per Kopf die polnische Führung (46.), dann prüfte Götze auf der Gegenseite Schlussmann Lukasz Fabianski (47.). Jener Götze, der vor neun Monaten in der Qualifikation beim 3:1-Erfolg gegen Polen mit zwei Treffern geglänzt hatte.

Das Geschehen wogte hin und her, es wurde ein richtig gutes Fußballspiel. Miliks Freistoß strich am rechten Pfosten vorbei (59.), das mögliche 1:0 der Deutschen verhinderte indes Fabianski, als er gegen Mesut Özil parierte (69.). Beide Teams suchten bis zum Schluss permanent den Weg nach vorn, Löw hatte sogar mit André Schürrle und Mario Gomez, zuvor von den Fans lautstark gefordert, zwei frische Angreifer gebracht. Aber es fielen keine Treffer mehr - das erste 0:0 bei dieser EM überhaupt.

Gab es einen Mann des Spiels?

Nein. Aber es war eine Freude, wie Jerome Boateng fair gegen seinen Münchner Vereinskameraden Robert Lewandowski, der ohne echte Chance blieb, klärte (59.).

Wie war ansonsten die Rückkehr ins Stade France?

Am 13. November 2015 hatte im Pariser Vorort Saint-Denis beim Test der deutschen Mannschaft gegen Frankreich der erste Selbstmordattentäter um 21.17 Uhr die erste Bombe gezündet. Diesmal blieb es erfreulicherweise ruhig - nur einmal hatte es kurz gedonnert. Der Knall erinnerte eher an einen Chinaböller.

Wie war die Übertragung im ZDF?

Gelungen. Da gab es wirklich nichts zu meckern. Anders als bei Oliver Kahn im TV-Studio ist es immer wieder eine Freude, wenn Oliver Schmidt am Mikrofon sitzt. Mit Sätzen wie „Die deutsche Mannschaft spielt mit Netz und doppeltem Boden und nicht so vogelwild wie gegen die Ukraine“ macht er jede Packing-Pass-Analyse überflüssig. Prägte zudem das Wort des Abends: Polens „Ein-Konter-Kontakt-Spiel.“

Hier finden Sie den Live-Ticker zum Nachlesen.

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