Selbstversuch: Reißtest mit Trikots

Kassel. Sieben Trikots von Schweizer Nationalspielern wurden am Sonntag zerrissen. Die HNA-Volontäre Maximilian Bülau und Sebastian Schaffner haben getestet, was die Shirts aushalten.

Es waren die Bilder der Partie der Schweiz gegen Frankreich im letzten Vorrundenspiel der Gruppe A: Nicht eins, nicht zwei - gleich sieben Trikots von Schweizer Nationalspielern wurden zerrissen. Das 0:0, das den Franzosen den Gruppensieg und den Schweizern den zweiten Platz sicherte, geriet so zur Nebensache.

Woran liegt das? Wir haben den Selbstversuch gemacht und uns mit Hilfe des Fan Points in der Kasseler Innenstadt ein Trikot der Schweiz besorgt. Inhaber Harald Hüther hatte auch gleich noch einen Vorschlag, warum die Trikots der Zerreißprobe nicht standgehalten haben. „Ich habe gestern einem Vertreter von Puma noch eine SMS geschrieben: Puma sei auch nicht mehr das, was es einmal war. Heute Morgen kam dann die Antwort: Die langen Fingernägel der Franzosen seien schuld gewesen, dass die Trikots zerrissen sind“, sagt Hüther augenzwinkernd.

In den anschließenden 30 Minuten auf dem Friedrichsplatz wird das Trikot auf Herz und Nieren überprüft. Zunächst probieren wir es aus dem Stand. Sebastian Schaffner packt das Trikot und zieht und reißt daran. Trotz der Gegenbewegung ist es anschließend nicht einmal ausgeleiert.

Dann also der Realität eher angepasst: Wir stellen eine Spielsituation, der Ball kommt, der Spieler geht vorbei, Schaffner hängt sich dran - nichts passiert. Ein letzter Versuch soll zeigen, ob unser Trikot wirklich hält. Sebastian Schaffner hängt sich mit vollem Gewicht und Körpereinsatz an das Shirt, Stürmer und Abwehrspieler geben alles, ringen und hoffen, dass es endlich reißt. Aber sie werden enttäuscht. Das Testvideo: http://zu.hna.de/trikot2106.

Harald Hüther hat dafür eine Erklärung: „Die Fan-Trikots sind aus einem anderen Material als die originalen der Spieler. Die sind noch dünner und dadurch atmungsaktiver.“ Denn die Spieler würden naturgemäß auch mal anfangen zu schwitzen. Einzige Ausnahme: Mesut Özil.

Puma, Ausrüster der Schweiz, unterstützt diese These: Die Spielertrikots seien deutlich enger als die „normalen“ Fan-Hemden und bestünden aus speziellem Material mit sogenannter „ACTV Thermo-R Technologie“. Diese unterstütze die Körpertemperatur-Regulierung der Spieler.

Der Schweizer Xherdan Shaquiri hatte trotzdem seinen Spaß: „Ich hoffe, dass Puma keine Pariser macht“, sagte er am Montag. Die nächste Fußball-EM der Frauen findet übrigens 2017 in der Schweiz statt. Im Internet wird schon vermutet, dass alle Spiele mit von Puma ausgerüsteten Teams bereits ausverkauft seien.

Die Ausrüster der Teams:

20 von 24 Mannschaften bei der Europameisterschaft werden von einem der drei großen Sportartikelhersteller Adidas, Nike oder Puma ausgestattet. Adidas ist mit neun Teams Spitzenreiter, Nike rüstet sechs aus, Puma fünf.

• Adidas: Deutschland, Belgien, Spanien, Russland, Nordirland, Wales, Ungarn, Schweden, Ukraine

• Nike: Frankreich, England, Polen, Portugal, Kroatien, Türkei

• Puma: Tschechien, Österreich, Italien, Schweiz, Slowakei

• Joma: Rumänien

• Macron: Albanien

• Errea: Island

• Umbro: Irland

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