Sommermärchen-Affäre

Liga-Boss Rauball fordert Erklärung von Beckenbauer

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Hätten sich derzeit wohl so einiges zu erzählen: Liga-Boss Reinhard Rauball (l.) und der in die Kritik geratene WM-Ok-Chef Franz Beckenbauer.

Frankfurt/Main - Franz Beckenbauer soll endlich aufklären über seine Rolle bei der Vergabe der WM 2006. Das fordert Liga-Boss Reinhard Rauball unmissverständlich.

Ligapräsident Reinhard Rauball sieht nach den jüngsten Enthüllungen dringenden Nachholbedarf bei der Aufarbeitung der Affäre um die Fußball-WM 2006. "Ich halte es für überfällig, dass diejenigen, die zu entsprechenden Zeitpunkten Verantwortung für die WM 2006 hatten, zur Aufklärung beitragen und erklären: 'Das, was wir bisher nicht gesagt haben, legen wir jetzt alles auf den Tisch'", forderte Rauball in der Sport Bild. Dies sei notwendig, "damit wir keine unendliche Geschichte haben, die dem Fußball schadet", sagte Rauball weiter.

Erst in der Vorwoche stellte sich nach Recherchen des Magazins Der Spiegel heraus, dass WM-Organisationschef Franz Beckenbauer im Vorfeld des Turniers für bestimmte Werbeleistungen für Sponsor Oddset an den Erlösen eines Werbevertrages mit 5,5 Millionen Euro beteiligt wurde. Der Deutsche Fußball-Bund bestätigte dies. Ligapräsident Rauball geht davon aus, dass "Beckenbauer sich zu diesem Thema selbst noch äußern" werde.

Mehrheit will des Kaisers Abdankung

Derweil vertreten 55 Prozent der Befragten einer Forsa-Umfrage des Magazins stern die Meinung, dass Beckenbauer abdanken soll . Der 71-Jährige habe den Ehrentitel Kaiser nicht mehr verdient. 35 Prozent fanden, dass Beckenbauer den Spitznamen noch zu Recht trägt.

76 Prozent der Befragte waren der Meinung, dass der Vorgang um den Sportwettenanbieter Oddset und Beckenbauer hätte öffentlich gemacht werden müssen. Nur 18 Prozent sahen das anders.

dpa, sid

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