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Kranker Suarez-Arzt brach für WM eigene Chemo-Therapie ab

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Von: Daniel Schneider

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Seht her, dieser Mann hat mich geheilt: Uruguays Torjäger Luis Suarez nach seinem Treffer gegen England. Foto: dpa
Seht her, dieser Mann hat mich geheilt: Uruguays Torjäger Luis Suarez nach seinem Treffer gegen England. Foto: dpa © Diego Azubel

Kassel. Unglaubliche und rührende Geschichte: Der Arzt von Luis Suarez leidet an Krebs. Für den Superstar der Urus hat Walter Ferreira sogar die Chemotherapie unterbrochen.

Dieses Bild ging um die Welt. Nach seinem Tor gegen England sprintete Uruguays Stürmerstar Luis Suarez zur Ersatzbank, um einen Mann zu herzen: Walter Ferreira (62). Denn dieser machte den Spieler vom FC Liverpool nicht nur wieder fit, er brachte für sein Land auch ein großes Opfer.

Denn der Teamarzt der Nationalmannschaft schloss erst kurz vor der WM seine Chemotherapie ab. Ferreira leidet an dem sehr seltenen Non-Hodgkin-Lymphom - eine Krebserkrankung. 21 Tage vor der Abreise nach Brasilien schloss Ferreira die Therapie ab. Die Heilungschancen liegen bei 70 Prozent. „Die Ärzte haben ihm die Reise erlaubt, auch wenn er noch eine etwas niedrige Anzahl von weißen Blutkörperchen hat“, sagte seine Frau Carmen Ferreira.

Gemeinsam kämpften also Suarez und Ferreira vor der WM um ihre Gesundheit. Der Stürmer schleppte eine hartnäckige Meniskusverletzung am linken Knie durch die WM-Vorbereitung, seine Nominierung stand lange auf der Kippe. Nur 28 Tage nach seiner Operation sorgte Suarez mit zwei Toren gegen England dafür, dass der Traum vom Achtelfinale weiterlebt - und heute mit einem Sieg gegen Italien weiterleben soll.

Der Superstar und Multimillionär wusste nicht nur während des Spiels, sondern auch in der Mixed Zone, bei wem er sich zu bedanken hatte. „Meine Frau und meine beiden Söhne sind für mich das Wichtigste auf der Welt - und jetzt ist es auch dieser Mann“, sagte Suarez und meinte seinen Arzt Ferreira. „Ich habe viel mit ihm geweint. Er brachte ein großes Opfer, um die ganze Zeit bei mir zu bleiben“, sagte Suarez.

Diese Worte sind außergewöhnlich. In der teils brutalen Fußballwelt, in der Einzelschicksale nicht immer zählen, verbrüdert sich der wichtigste Spieler einer Nationalmannschaft mit einem Angestellten. Täglich fuhr Ferreira, trotz laufender Chemotherapie, zu Suarez, um ihn wieder auf die Beine zu bekommen.

Und wie geht es Ferreira jetzt? „Die Ärzte sagten, die Reise nach Brasilien würde ihm gut tun. Trotzdem verließ er ängstlich und mit einer Menge Medizin Uruguay. Aber zum Glück steigen seine weißen Blutkörperchen“, sagte Carmen Ferreira.

In seiner Heimat Uruguay wird Ferreira mittlerweile als „Wundermann“ verehrt. Jetzt wünscht ganz Uruguay, dass Suarez-Tore seinen Heilungsprozess unterstützen.

Von Daniel Schneider

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