Von A wie Achillessehnenriss bis Z wie Zoff

Uns Uwe: Ein ABC zu Seelers 80. Geburtstag

Typisch Uwe Seeler: Der HSV-Mittelstürmer setzt 1961 in einem Pokalspiel gegen Friedel Lutz (Eintracht Frankfurt) zu einem Fallrückzieher an. Foto: dpa

Deutschlands beliebtester Fußballspieler wird 80 Jahre alt. Wir würdigen Uwe Seeler von A bis Z.

A wie Achillessehnenriss. Es geschah am 20. Februar 1965 im Frankfurter Waldstadion. Beim Bundesligaspiel zwischen der Eintracht und dem HSV erlitt Uwe Seeler einen Achillessehnenriss. Seine Laufbahn schien beendet, aber er kämpfte sich zurück und schoss die deutsche Nationalelf mit seinem Treffer zum 2:1-Sieg im WM-Qualifikationsspiel in Stockholm gegen Schweden zur WM-Endrunde 1966 nach England. Das so wichtige Tor fiel sieben Monate nach seiner Verletzung.

B wie Bronze-Plastik. Vor dem Hamburger Volksparkstadion steht eine 250 000 Euro teure, vier Tonnen schwere, 5,15 Meter breite und 3,50 Meter hohe Skulptur. Das ist Seelers rechter Fuß.

C wie Cork Celtic. Viele Uwe-Seeler-Fans glauben, dass er nur für den HSV aktiv war. Aber am 23. April 1978 stellte sich ihr Idol seinem Arbeitgeber Adidas für einen PR-Gag zur Verfügung. In der Begegnung der ersten irischen Liga zwischen Cork Celtic und den Shamrock Rovers hieß Corks Mittelstürmer Uwe Seeler. Celtic verlor zwar 2:6, aber beide Treffer erzielte der damals 42-jährige Gastspieler.

D wie Dieter Seeler. Uwes Bruder Dieter war ebenfalls Fußballprofi beim HSV. Er starb 1979 und wurde nur 47 Jahre alt.

E wie Ehrenbürger. Uwe Seeler ist seit 2003 Ehrenbürger seiner Heimatstadt Hamburg. Er war damals der 30. von mittlerweile 35 Hamburger Ehrenbürgern.

F wie Familie. Mit Hilka ist er jetzt seit 57 Jahren verheiratet. Das Paar hat drei Töchter und sieben Enkel. Einer der Enkel ist der Fußballprofi Levin Öztunali, der für Mainz 05 in der Bundesliga spielt.

G wie Gastauftritt im TV. Am 10. April 2005 übernahm Uwe Seeler bei Dittsche die Rolle von Schildkröte.

H wie Hamburger SV. Für den HSV spielte Seeler von 1946 bis 1972. Er bestritt für die 1. Mannschaft 476 Spiele und erzielte 404 Tore. Mit dem HSV wurde er Deutscher Meister (1960) und DFB-Pokalsieger (1963).

I wie Inter Mailand. 1961 erhielt er ein Angebot von Inter Mailand. Uwe Seeler sollte für 1,2 Millionen Mark nach Italien kommen. Er lehnte dankend ab.

J wie Jahrhundertspiel. Im WM-Halbfinale im Juni 1970 in Mexiko City gegen Italien bereitete Uwe Seeler per Kopf zwei Tore von Gerd Müller vor. Dennoch verlor Deutschland mit 3:4 nach Verlängerung.

K wie Kopfball. Seine Spezialität waren Kopfballtore. Das spektakulärste von allen erzielte er im WM-Viertelfinale 1970 gegen England sogar mit dem Hinterkopf. Es war das zwischenzeitliche 2:2 beim 3:2-Sieg nach Verlängerung.

L wie Legende. Lebende Legende ist eine Bezeichnung für eine Person, der schon zu Lebzeiten eine besonders bemerkenswerte Lebensgeschichte sowie zeitüberdauernde Bedeutung zugesprochen wird. So steht es bei Wikipedia.

M wie Mittelstürmer. Seelers Position war meistens im Sturmzentrum. Sepp Herberger - Seelers Bundestrainer von 1954 bis 1964 - hat einmal gesagt: „Kein Spieler besitzt das Talent wie Uwe Seeler, sich auf engstem Raum gegen die stärkste Bewachung durchzusetzen.“

N wie Norderstedt. Stadt in der Nähe von Hamburg, die seit fast 60 Jahren Seelers Wohnort ist.

O wie Oberliga Nord. Uwe Seeler war erst 16, als er schon für den HSV in der Oberliga Nord spielte. Eine Bundesliga gab es damals noch nicht.

P wie Präsident. Drei Jahre (1995 bis 1998) war Uwe Seeler Präsident des HSV. Das Amt anzunehmen, war einer seiner wenigen Fehler, denn selbst er hatte den chaotischen Hamburger Klub nicht im Griff.

R wie Rücktritt vom Rücktritt. 1968 war Uwe Seeler, der sich nicht mehr fit genug fühlte, aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Aber Bundestrainer Helmut Schön überredete ihn zum Rücktritt vom Rücktritt. 1970 bei der WM in Mexiko war Seeler wieder dabei.

S wie Speditionskaufmann. Seelers erlernter Beruf, den er von 1952 bis 1961 ausübte.

T wie Torschützenkönig. Der erste Torschützenkönig der Bundesliga (Saison 1963/64) hieß Uwe Seeler. Er erzielte 30 Treffer.

U wie „Uns Uwe“. Plattdeutsch für „Unser Uwe“. Drückt die außergewöhnliche Verbundenheit der Fans mit Uwe Seeler aus.

V wie Vier. 1958 in Schweden, 1962 in Chile, 1966 in England und 1970 in Mexiko: Uwe Seeler bestritt vier Weltmeisterschaften. Er wurde Vierter, Sechster, Zweiter und Dritter.

W wie Weltelf. In der Weltelf spielte Uwe Seeler 1963 anlässlich des 100-jährigen Bestehens des englischen Fußballverbandes im Wembleystadion gegen England. Seine Mitspieler waren unter anderen Lew Jaschin, Ferenc Puskas, Josef Masopust, Denis Law, Alfredo di Stefano, Eusebio und Francisco Gento.

Z wie Zoff.  Hat Seeler mit seinem HSV. 2013 lehnte er sogar die Ehrenpräsidentschaft ab. Einer der Gründe war laut Uwe Seeler der unwürdige Umgang seitens des HSV mit seinem Enkel Levin Öztunali, der jetzt - siehe F - für Mainz 05 spielt.

Seelers Zitate

Wird heute 80: Uwe Seeler.

"Also, ein normales Foul ist für mich nicht unfair."

"Erst wenn der Schiedsrichter abpfeift, ist das Spiel zu Ende oder gewonnen." "Das ist keine leichte Frage. Da müssen Sie meine Frau fragen - das ist allein Sache des Bundestrainers." "Das Geheimnis des Fußballs ist ja der Ball."

"Die Werte hab ich von meinen Eltern mitbekommen. Besonders von meinem Vater und meiner Mutter."

"Ein Mittelstürmer verbringt die meiste Zeit seines Lebens im Strafraum."

"Hauptfavorit ist Brasilien, Geheimfavorit ist Italien, aber Weltmeister wird Deutschland." "Ich entscheide die großen Dinge und meine Frau die kleinen. Welche Dinge groß oder klein sind, bestimmt meine Frau." "Ich habe in meinem Leben zwei große Fehler gemacht. Ich habe zweimal nicht auf meine Frau gehört."

Lebenslauf: Privates und Sportliches von 1936 bis in die Gegenwart

Fakten und Anekdoten: Uwe Seeler vom 5. November 1936 bis zum 5. November 2016.

Der 5. November 1936  ist ein Glückstag für Deutschlands Fußballfans. Uwe Seeler wird in Hamburg als drittes Kind der Handballerin Anni Seeler und des Fußballers Erwin Seeler geboren.

Am 16. Oktober 1954 ist Uwe Seeler - mit 17 Jahren - bereits Nationalspieler. In Hannover gibt es eine 1:3-Niederlage gegen Frankreich.

Einen Sieg feiert er dagegen im Privatleben. Am 18. Februar 1959 heiratet Uwe Seeler die Hamburgerin Ilka Buck. Die beiden sind noch heute ein trautes Paar.

Am 25. Juni 1960 wird der HSV mit Uwe Seeler Deutscher Meister. Im Endspiel wird der 1. FC Köln 3:2 besiegt.

Zwei Monate später wird erstmals Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt. Der Gewinner heißt Uwe Seeler. Der nächste Höhepunkt ist dann wieder privater Natur. Am 29. März 1961 wird Tochter Kerstin geboren.

Am 1. April 1961 fängt der Mittelstürmer als norddeutscher Generalvertreter bei dem Sportartikelhersteller Adidas an.

Noch eine Tochter: Am 7. Oktober 1963 ist Helles Geburtstag.

Am 7. September 1964 wird Uwe Seeler erneut Fußballer des Jahres.

Aller guten Dinge sind drei. Am 3. Mai 1967 wird Tochter Frauke geboren.

Sportlich geht es nun leicht bergab. Uwe Seeler fühlt sich nicht mehr gut genug für die Nationalmannschaft und tritt am 10. Juni 1967 zurück. Ein Jahr später spielt er wieder mit.

Und wird im August 1970 zum drittenmal Fußballer des Jahres. macht kurz darauf sein 72. und letztes Länderspiel und beendet seine glanzvolle Karriere am 1. Mai 1972.

Weniger erfolgreich ist seine Karriere als Funktionär, denn HSV-Präsident ist Uwe Seeler nur von November 1995 bis Juni 1998.

Am 5. November 2016 hat Uwe Seeler 57.000 Geburtstagsgäste. Das sind alle Zuschauer, die sich heute das Bundesligaspiel zwischen dem HSV und Borussia Dortmund ansehen.

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