FIFA nicht mehr an Wahl beteiligt

Ballon d‘Or 2016: Diese Stars sind nominiert - Vier FCB-Profis fix dabei

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Lionel Messi gewann den FIFA Ballon d‘or 2015. Bei den Frauen triumphierte US-Nationalspielerin Carli Lloyd.

Paris - Nachdem sich die Fachzeitung France Football und der Fußball-Weltverband FIFA 2010 darauf geeinigt hatten, den Goldenen Ball gemeinsam an den besten Fußballer der Welt zu verleihen, trennen sich jetzt die Wege wieder.

Der Bruch ist endgültig, bei der Wahl zum Weltfußballer gehen die FIFA und France Football künftig getrennte Wege. Am Montag wurden die 30 Kandidaten, die für den Ballon d'Or infrage kommen, von France Football vorgestellt.

Das Fass zum Überlaufen hatte letztes Jahr der Boykott der Verleihungszeremonie durch Italien gebracht. Der Verband war angeblich sauer, weil die FIFA vergessen hatte, seinen Nationaltorhüter Gianluigi Buffon (Juventus Turin) für die Vorauswahl zu nominieren.

Sir Stanley Matthews der erste Preisträger

1956 hatte France Football zum ersten Mal den Fußballer des Jahres von Europa gekürt. Preisträger damals war Sir Stanley Matthews. Den begehrten Ballon d'Or (Goldener Ball) gewannen unter anderem Gerd Müller (1970), Franz Beckenbauer (1972, 1976), Karl-Heinz Rummenigge (1980, 1981), Lothar Matthäus (1990) und Matthias Sammer (1996).

Abstimmen durften nur ein Journalist aus jedem europäischen Land. 2010 kaufte der Weltverband FIFA, die seit 1991 (Lothar Matthäus) auch einen Weltfußballer küren ließ, die Rechte am Ballon d'Or von der Mediengruppe Amauray, der neben France Football unter anderem auch L'Equipe, L'Equipe TV, die Tour de France und die Rallye Dakar gehören.

France Football blieben die im Endeffekt nicht sehr lukrativen Fernsehrechte an der Verleihungs-Gala. Die FIFA übernahm die gesamten Kosten für die Verleihungszeremonie. Dazu gehören das Anmieten des Veranstaltungsortes, Hotelkosten, Privatflugzeuge und das Galadiner.

Entscheidung fiel häufig zwischen Messi und Ronaldo

Der Weltverband garantierte weitgehend die Anwesenheit der Stars, verwässerte allerdings die Jury, in der neben Journalisten auch alle Nationaltrainer der Welt sowie die momentanen Mannschaftskapitäne abstimmen durften. Das Ergebnis: Immer gewannen die Superstars Lionel Messi (Argentinien/FC Barcelona) oder Cristiano Ronaldo (Portugal/Real Madrid).

Diese Stars sind für dem Ballon d‘Or nominiert

Jetzt veranstaltet France Football die Wahl wieder alleine. In der Vorabliste stehen natürlich die drei Preistäger des Vorjahres, Messi, Ronaldo und Neymar (Brasilien/FC Barcelona), EM-Star Antoine Griezmann (Frankreich/Atletico Madrid) und 100-Millionen-Mann Gareth Bale (Wales/Real Madrid) sowie die Bundesliga-Asse Robert Lewandowski (Polen/Bayern München) Pierre-Emerick Aubameyang (Gabun/Borussia Dortmund). Das sickerte vorab durch.

Abstimmen darf in Zukunft ein Journalist aus jedem FIFA-Verband, wobei France Football mit etwa 180 von 211 Stimmabgaben rechnet, weil einige Länder keine freie Presse oder unabhängige Journalisten haben und damit zur Wahl nicht eingeladen werden. Es werden von jedem 5, 4, 3, 2 und 1 Punkte vergeben.

Die FIFA wird natürlich eine Konkurrenzveranstaltung auflegen. Es sollen weiterhin Spieler(in) und Trainer(in) des Jahres gekürt werden. Nur den Goldenen Ball, den verleihen jetzt wieder nur Journalisten.

Ballon d‘Or: Die Nominierten

Name

Position

Nation

Verein

Gianluigi Buffon

Torwart

Italien

Juventus Turin

Hugo Lloris

Torwart

Frankreich

Tottenham Hotspur

Manuel Neuer

Torwart

Deutschland

FC Bayern München

Rui Patricio

Torwart

Portugal

Sporting Lissabon

Diego Godin

Abwehr

Uruguay

Atlético Madrid

Pepe

Abwehr

Portugal

Real Madrid

Sergio Ramos

Abwehr

Spanien

Real Madrid

Andrés Iniesta

Mittelfeld

Spanien

FC Barcelona

Arturo Vidal

Mittelfeld

Chile

FC Bayern München

Kevin de Bruyne

Mittelfeld

Belgien

Manchester City

Koke

Mittelfeld

Spanien

Atlético Madrid

Luka Modric

Mittelfeld

Kroatien

Real Madrid

Paul Pogba

Mittelfeld

Frankreich

Manchester United

Toni Kroos

Mittelfeld

Deutschland

Real Madrid

Antoine Griezmann

Stürmer

Frankreich

Atlético Madrid

Cristiano Ronaldo

Stürmer

Portugal

Real Madrid

Dimitri Payet

Stürmer

Frankreich

West Ham United

Gareth Bale

Stürmer

Wales

Real Madrid

Gonzalo Higuain

Stürmer

Argentinien

Juventus Turin

Jamie Vardy

Stürmer

England

Leicester City

Lionel Messi

Stürmer

Argentinien

FC Barcelona

Luis Suarez

Stürmer

Uruguay

FC Barcelona

Neymar

Stürmer

Brasilien

FC Barcelona

Paulo Dybala

Stürmer

Argentinien

Juventus Turin

Pierre-Emerick Aubameyang

Stürmer

Gabun

Borussia Dortmund

Riyad Mahrez

Stürmer

Algerien

Leicester City

Robert Lewandowski

Stürmer

Polen

FC Bayern München

Sergio Agüero

Stürmer

Argentinien

Manchester City

Thomas Müller

Stürmer

Deutschland

FC Bayern München

Zlatan Ibrahimovic

Stürmer

Schwede

Manchester United

Unter den 30 nominierten Fußballern befinden sich insgesamt fünf Bundesliga-Profis, darunter mit Torwart Manuel Neuer, Arturo Vidal, Thomas Müller und Robert Lewandowski vier Spieler des FC Bayern München. Von Borussia Dortmund steht Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang zur Wahl. Aus deutscher Sicht hat es noch Mittelfeldmotor Toni Kroos von Real Madrid in die Top 30 geschafft.

SID

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