Kohle gibt's erst später

Bei Achtelfinal-Einzug keine Prämien für DFB-Stars

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Sollte Deutschland Weltmeister werden, bekäme jeder Spieler 300.000 Euro.

Recife - 300.000 Euro pro Spieler ist dem deutschen Fußball-Bund der vierte WM-Titel wert. Beim Einzug ins Achtelfinale gehen die Spieler noch leer aus.

Der Einzug ins WM-Achtelfinale scheint für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nur noch Formsache - doch Prämien gibt es für Philipp Lahm und Co. erst ab dem Viertelfinale. Dann werden pro Spieler 50.000 Euro ausgeschüttet. Der vierte WM-Titel wäre dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Rekordprämie von 300.000 Euro wert.

Für den Halbfinaleinzug gibt es 100.000 Euro pro Spieler des 23-köpfigen Kaders, für die Endspiel-Teilnahme 150.000 Euro. Die Prämien des Trainerteams um Joachim Löw sind nicht bekannt, dürften sich aber in einem ähnlichen Rahmen bewegen.

„Die Spieler bekennen sich mit dieser stark erfolgsabhängigen Regelung wieder ganz klar zum Leistungsprinzip“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Die Mannschaft wolle „den sportlichen Erfolg. Und wenn sie dort erfolgreich spielt, soll das auch entsprechend honoriert werden“, ergänzte Generalsekretär Helmut Sandrock.

Auch dem Verband winkt erst ab dem Viertelfinale bei der WM ein finanzieller Gewinn. „Bis zum Achtelfinale ist die WM für uns ein Verlustgeschäft“, betonte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff zuletzt im Wirtschaftsmagazin Capital. Bierhoff verwies auf die hohen Kosten für die Vorbereitung und die Hotels an den Spielorten. „Was unsere Organisation angeht, ist das die aufwendigste WM, die wir je hatten“, sagte der 46-Jährige.

Auch im Fall des Titelgewinns, bei dem der DFB insgesamt fast sieben Millionen Euro an Prämien ausschütten würde, soll nach DFB-Planungen unter dem Strich ein Gewinn stehen. „Die Richtschnur ist: Die Ausgaben dürfen nicht über den maximal möglichen Einnahmen liegen“, sagte Sandrock. Bis zu 22 Millionen Euro kann den DFB das WM-Unternehmen kosten.

Die Einnahmen richten sich nach dem sportlichen Erfolg der DFB-Auswahl bei der WM. Für das Erreichen des Viertelfinales zahlt der Weltverband FIFA 14 Millionen Dollar (10,2 Millionen Euro). Der Weltmeister kassiert 35 Millionen Dollar (25,5). Jeder der 32 teilnehmenden Verbände erhält von der FIFA zudem einen Kostenzuschuss in Höhe von 1,5 Millionen Dollar (1,1). Die Höhe der Preisgelder beläuft sich auf insgesamt 358 Millionen Dollar (261,1).

Schon für die erfolgreiche WM-Qualifikation hatte der DFB rund vier Millionen Euro an Prämien ausgeschüttet. Acht Spieler der DFB-Auswahl hatte die Maximalsumme von 200.000 Euro kassiert.

Die gleiche leistungsbezogene Regelung für das Turnier in Brasilien hatte es schon bei der EURO 2012 in Polen und der Ukraine gegeben. Für die WM 2010 sowie für die Europameisterschaft 2008 lag die Titelprämie bei 250.000 Euro. Für den Triumph bei der Heim-WM 2006 hätte es ebenfalls 300.000 Euro gegeben.

Mit äußerst bescheidenen Summen mussten sich dagegen die deutschen Weltmeister-Mannschaften begnügen: Die Helden von Bern um Fritz Walter erhielten für den WM-Titel 1954 umgerechnet 1250 Euro plus ein Fernsehgerät. 1974 gab es für das Team um „Kaiser“ Franz Beckenbauer 30.000 Euro plus einen Käfer Cabrio, 1990 waren 65.000 Euro ausgelobt worden.

sid

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