Er geht jedes Mal unter

Ronaldos  bitteres Deja-vu mit dem DFB-Team

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Enttäuscht: Cristiano Ronaldo.

Salvador - Cristiano Ronaldo winkte ab und riss sich frustriert die Kapitänsbinde vom Arm: Der Weltfußballer erlebte bei seinem WM-Start in Brasilien ein bitteres Deja-vu. Die deutsche Nationalmannschaft bleibt der Albtraum des portugiesischen Superstars.

Zum vierten Mal traf CR7 bei einem großen Turnier seit 2006 auf die DFB-Elf, zum vierten Mal verlor der beste Spieler der Welt, zum vierten Mal blieb der Torjäger von Real Madrid ohne Treffer. In Salvador da Bahia, beim Auftakt der Weltmeisterschaft, die seine Karriere krönen soll, reichten „100 Prozent Ronaldo“ wieder nicht. Besonders bitter: Aus dem anfänglichen Jubel der Fans wurden am Ende Pfiffe und Buhrufe bei jeder Ballberührung.

Nach monatelangen Knieproblemen hatte sich der 29-Jährige selbst fit erklärt, um die offene Rechnung mit den Deutschen zu begleichen. „Ich möchte bei 110 Prozent sein, aber ich bin bei 100 Prozent“, hatte er gesagt, „ich denke, das reicht.“ Gleich in den ersten Minuten wollte er alle Zweifler Lügen strafen, sprintete seinem Gegenspieler Jerome Boateng in unnachahmlicher Art davon, zwang kurz danach Torhüter Manuel Neuer zur ersten Parade (8.).

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Doch nach Thomas Müllers Elfmetertor (12.) war die Ronaldo-Show plötzlich schon vorbei. Zwar trieb er sein Team - ganz vorbildlicher Kapitän - nach den Gegentoren gestenreich an. Doch das Spiel lief immer mehr an ihm vorbei. Mal stand er bei einem Schuss von Miguel Veloso im Weg, dann streckte ihn ein Bodycheck von Boateng nieder.

Als sein Teamkollege Pepe Rot sah, hob er hilflos die Arme (37. ). Nach dem 0:3 (45.+1) schien es, als habe der beste Fußballer der Welt schon genug von dieser WM. Ronaldo riss sich wütend die Spielführerbinde vom Arm und marschierte zur Seitenlinie. Ganz so, als solle ihn Trainer Paulo Bento auswechseln. Selbst ein Freistoß, seine große Spezialität, misslang und landete in der Mauer (60.).

Dabei dachte Ronaldo eigentlich, er hätte sein deutsches Trauma besiegt. Mit Real Madrid schaltete er die Top Drei der Bundesliga in der Champions League nacheinander aus, dabei erzielte er in den sechs Spielen gegen Schalke 04, Borussia Dortmund und Bayern München sieben Tore.

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In der Arena Fonte Nova hatte eigentlich ganz nach seinem Geschmack begonnen. Als der Stadionsprecher Portugals Nummer sieben vorstellte, wurde es ohrenbetäubend laut. Nicht nur die portugiesischen Fans, sondern auch die Brasilianer jubelten dem Superstar aus dem Land der einstigen Kolonialherren zu. Zahlreiche Plakate auf den Rängen zeigten, dass sich nicht nur bei den Portugiesen alles um ihren Weltfußballer drehte: „Es gibt nur einen Ronaldo“, war ebenso zu lesen wie: „Ich will ein Kind von Cristiano“.

Mit dem Champions-League-Sieg, der „Decima“ für Real, und 51 Toren in 47 Pflichtspielen für die Königlichen hat CR7 eine grandiose Saison hinter sich. „Ja, es ist der beste Moment meiner Karriere“, sagte er. Nur gegen Deutschland reichte es wieder nicht.

sid

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