Als Gruppensieger ins Achtelfinale

Oranje hält Roja in Schacht: Niederlande siegt

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Leroy Fer katapultierte den Ball kurz nach seiner Einwechslung per Kopf ins Netz.

Sao Paulo - Arjen Robben und die Niederlande haben Chiles "Quälgeister" in Schach gehalten und gehen als Gruppensieger ins Achtelfinale.

 Nach dem 2:0 (0:0)-Sieg gegen die ebenfalls schon zuvor qualifizierten Chilenen im letzten Gruppenspiel konnte Oranje aber weiterhin nur hoffen, dass der Gegner in der ersten K.o.-Runde nicht Brasilien heißen wird.

Joker Leroy Fer sorgte nur 91 Sekunden nach seiner Einwechslung für die Oranje-Führung (77.) und das bislang schnellste Jokertor bei dieser Endrunde. In der Nachspielzeit (90.+2) erzielte Mamphis Lepay, ebenfalls ein Einwechselspieler, für das 2:0 und machte den dritten Oranje-Sieg im dritten Spiel perfekt.

Ein Duell Oranje gegen Selecao ist aber weiter möglich. Die Brasilianer spielen erst am Abend (22.00 Uhr MESZ/ARD) gegen Kamerun und würden selbst mit einem Erfolg nicht sicher als Gruppensieger feststehen. Die punktgleichen Mexikaner (beide 4) haben die nur um ein Tor schlechtere Tordifferenz, und auch deren Gegner Kroatien (3) ist noch in Schlagdistanz zu den Gastgebern.

Die Tatsache, dass die letzten Spiele der Brasilien-Gruppe A erst nach denen der Holland-Gruppe B angesetzt waren, hatte Bondscoach Louis van Gaal auf die Palme gebracht. In der Partie gegen die erneut extrem giftige und widerborstige Roja ging er auch sicherheitshalber keine großen taktischen Experimente ein.

Dennoch behielt erst Chile vor 62.996 Zuschauern die Oberhand. Bereit, sich in jeden Zweikampf zu werfen und zu laufen bis zum Umfallen, attackierten die Südamerikaner munter drauf los, sie fanden aber zunächst die Lücke in der Oranje-Abwehr nicht. Bei Standards waren sie aber gefährlich: Felipe Gutierrez (22.) nach einer Ecke und Marcelo Diaz (44.) nach einer Freistoßflanke verfehlten die Führung nur knapp.

Die Elftal benötigte vor der Pause Arjen Robben, um gefährlich zu werden. In der 35. Minute zirkelte der Star von Bayern München einen Freistoß auf Stefan de Vrij, dessen Kopfball aber knapp das Tor verfehlte. Fünf Minuten später nahm Robben die Sache selbst in die Hand, sprintete über den halben Platz, schüttelte alle garstigen Chilenen ab, zielte dann aber von halblinks um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei.

Trotz der Gelbsperre von Kapitän und Torjäger Robin van Persie hatte der Schalker Mittelstürmer Klaas-Jan Huntelaar zunächst wieder nur auf der Bank gesessen. Bondscoach Louis van Gaal zog dem früheren Bundesliga-Torschützenkönig Jeremain Lens vor. Robben übernahm van Persies Kapitänsbinde.

Durch dessen Ausfall lief die Niederlande erstmals seit 1996 und insgesamt 221 Länderspielen ohne einen Spieler mit dem Namensteil „van“ auf. Den von einer Gelbsperre für das Achtelfinale bedrohten Abwehrspieler Stefan de Vrij bot der frühere Bayern-Trainer van Gaal in der Startelf auf, den ebenfalls gefährdeten Jonathan de Guzman im Mittelfeld dagegen nicht.

Van Gaal ließ erneut in 5-3-2-Formation spielen, obwohl beim mühsamen 3:2 gegen Australien erst die Umstellung auf 4-3-3 den gewünschten Erfolg gebracht hatte. Und van Gaal hatte mal wieder eine Überraschung auf Lager: Den gelernten Angreifer Dirk Kuyt bot er als linker Verteidiger auf.

Bei Chile stand der von Knieproblemen geplagte und ebenfalls mit einer Gelben Karte vorbelastete Ex-Leverkusener Arturo Vidal nicht bei Anpfiff auf dem Platz - was sich insofern bemerkbar machte, als dass dem Team spürbar ein paar Prozentpunkte an Power fehlten. Die weiteren von einer Sperre bedrohten Spieler, Charles Aranguiz und Eugenio Mena, bot Trainer Jorge Sampaoli jedoch von Beginn an auf.

Nach der Pause agierte das Van-Gaal-Team minimal aktiver, sonderlich viel Initiative zeigte es aber nicht. Die Sicherung der Defensive hatte Vorrang, eher hoffte Oranje auf Robben und einen schnellen Konter.

Der kam aber zunächst nicht, weil auch Chile seine Abwehr nicht entblößte und auf den entscheidenden Lucky Punch wartete. Memphis Depay kam in der 69. Minute für den schwachen Lens ins Spiel, Huntelaar saß weiter missmutig auf der Bank. Keine zwei Minuten danach sorgte zunächst Depay mit einem Distanzschuss für frischen Wind, dann kam Fer und machte es noch besser.

sid

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