Geteilte Reaktionen auf Armstrongs Auftritt bei der Tour

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Lance Armstrong wird zur Tour de France zurückkehren. Foto: Daniel Barry

Er ist wieder da: Der mit Schimpf und Schande verjagte Doper Lance Armstrong, der bei der Tour de France vom Superstar zur absolut unerwünschten Person mutierte, stattet der Frankreich-Rundfahrt einen Besuch ab. Er beteiligt sich an einem Wohltätigkeitsrennen.

Utrecht (dpa) - Die Tour de France wird Lance Armstrong nicht los. Der ehemalige Seriensieger, Inbegriff von Lug und Trug im Profiradsport, kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück.

Der überführte Doper, dem all seine sieben Toursiege von 1999 bis 2005 aberkannt wurden, beteiligt sich am 16. und 17. Juli auf Initiative des britischen Ex-Fußball-Profis Geoff Thomas an einem Charity-Rennen zugunsten Leukämiekranker. Jeweils einen Tag vor den Profis fährt Armstrong mit zahlreichen Hobbyradlern die Strecke der 13. und 14. Etappe nach Rodez und Mende im Zentralmassiv.

Viele sprechen von einer unerhörten Provokation, für die deutschen Top-Profis Tony Martin und John Degenkolb heiligt in dem Fall eher der gute Zweck die Mittel. Die Organisatoren der ASO sind natürlich überhaupt nicht erfreut, aber weisungsbefugt sind sie in diesem Fall wohl kaum.

"Respektlos und völlig unangemessen", findet Weltverbandspräsident Brian Cookson den gewagten Auftritt, der bei vielen Journalisten Vorrang vor dem aktuellen Geschehen des Tourtages haben könnte. "Wenn etwas Gutes dabei herumkommt, ist das okay. Wenn Bedürftigen geholfen wird, sollte man das unterstützen", sagte der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister Martin, erkannte aber, dass "dem Radsport damit sicher kein Dienst erwiesen wird". Degenkolb, der im Frühjahr Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix gewann, "fühlt sich nicht auf die Füße getreten, wenn es für einen guten Zweck ist".

Der 43 Jahre alte Armstrong hat es immer verstanden, auch nach seinem Tour-Abschied 2009 die Aufmerksamkeit gerade im Juli auf sich zu lenken. In den vergangenen Jahren war es die unendliche Doping-Causa mit den dazu passenden Prozessen, die von Interesse waren. Jetzt also tritt der Kämpfer gegen den Krebs, den er 1997 selbst besiegte, wieder auf den Plan.

Ehrlichkeit und Lüge, Kalkül und Taktik waren bei dem Texaner, dem noch in diesem Jahr ein existenzbedrohender Megaprozess gegen das amerikanische Justizministerium bevorsteht, stets schwer auseinanderzuhalten. Sein Engagement gegen Krebs sollte man ihm abnehmen. Aber selbst das stellte Cookson infrage und gab zu bedenken‚ dass der Verweis auf die Krankheit und Armstrongs organisierter Kampf dagegen oft als Vorwand dienten.

Armstrong konterte die Cookson-Kritik in der "Irish Times": "Ich weiß nicht, ob er in diesem Sport eine Vision hat, aber ich weiß, dass meine Fahrt mit Geoff in Frankreich das kleinste seiner Probleme ist." Ende Mai übermittelte Armstrong via Twitter ein Foto von der Trainingsgruppe um den Ex-Kicker Thomas und bedankte sich für dessen Inspiration: "Wir sehen uns im Juli."

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