Haas gegen Aufschlagmonster - Zverev mit Chancen

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Altmeister Tommy Haas erwartet eine schwere zweite Partie in Wimbledon. Foto: Andy Rain

Vier deutsche Tennisprofis bestreiten ihre Zweitrunden-Partien in Wimbledon. Tommy Haas steht vor einer schier unlösbaren Aufgabe, Alexander Zverev hat hingegen gute Chancen. Und Andrea Petkovic geht erstmal ins Museum.

London (dpa) - Zwei deutsche Damen und zwei deutsche Herren kämpfen am Mittwoch beim bedeutendsten Tennisturnier der Saison um den Einzug in die dritte Runde.

Andrea Petkovic muss ihr "mental schwieriges" 6:0, 6:0 zum Auftakt abhaken, Anna-Lena Friedsam bekommt es mit der aufstrebenden Schweizerin Belinda Bencic zu tun. Bei den Herren hat Grand-Slam-Debütant Alexander Zverev gute Chancen auf den Einzug in die dritte Runde; der mehr als doppelt so alte Tommy Haas dagegen wird es gegen den Vorjahres-Halbfinalisten Milos Raonic schwer haben.

TOMMY HAAS: Der 37-Jährige gewann in der ersten Runde als ältester Spieler seit Jimmy Connors im Jahr 1991 ein Wimbledon-Match. Der gebürtige Hamburger steht nach seiner mehr als einjährigen Auszeit wegen der vierten Schulteroperation zum ersten Mal seit den French Open 2013 wieder bei einem Grand Slam in der zweiten Runde. Den Dienstag wollte Haas zur Regeneration und Vorbereitung auf sein Duell mit dem Vorjahres-Halbfinalisten Milos Raonic nutzen. "Er ist eines der größten Aufschlagmonster auf der Tour. Es wird schwer. Aber wenn ich einen guten Tag erwische - mal schauen, was passiert", sagte er.

ALEXANDER ZVEREV: Bei seinem Grand-Slam-Debüt musste sich der 18 Jahre alte Hamburger übergeben und bekam Krämpfe. 6:3, 1:6, 6:3, 3:6, 9:7 gewann die größte deutsche Nachwuchshoffnung am Ende doch noch gegen den Russen Teimuras Gabaschwili. "Mir gefällt es einfach, zu kämpfen", berichtete er später. Gegen den Amerikaner Denis Kudla, Nummer 105 der Welt, hat Zverev sogar realistische Chancen auf den Einzug in die dritte Runde. Auf die Frage, was er über ihn wisse, antwortete der jüngste Spieler im Hauptfeld ganz cool: "Er spielt schnell, gute Vorhand, guter Aufschlag, wie halt alle Amerikaner."

ANDREA PETKOVIC: Die 27-Jährige aus Darmstadt trifft auf Mariana Duque-Marino aus Kolumbien. Gegen die Nummer 99 der Welt hat Petkovic noch nie gespielt. In der ersten Runde gewann sie "in einem der seltsamsten Matches meines Lebens" 6:0, 6:0 gegen Shelby Rogers aus den USA, die sich wegen einer Knieverletzung kaum auf dem Platz bewegen konnte. "Für mich ist das Spiel jetzt nochmal wie eine erste Runde", sagte die an Nummer 14 gesetzte Petkovic vor der Partie gegen Duque-Marino. Den Tag nach dem "mental schwierigen" Auftakt gegen Rogers wollte sie für einen Besuch im Museum Tate Modern nutzen.

ANNA-LENA FRIEDSAM: Die 21-Jährige aus Andernach hat nach den French Open nun auch in Wimbledon die zweite Runde erreicht. Die Rheinland-Pfälzerin bestreitet erst ihr fünftes Grand-Slam-Turnier. Zum Auftakt zeigte sie bei ihrem 3:6, 6:3, 7:5-Erfolg gegen die Russin Witalia Dijatschenko großen Kampfgeist und drehte einen 1:4-Rückstand im dritten Satz noch zum Sieg. Gegen die formstarke Schweizerin Belinda Bencic wird sie es allerdings schwer haben. Doch in Paris zeigte Friedsam bereits, dass sie keinen Respekt vor großen Namen hat: Sie unterlag Serena Williams nur knapp 7:5, 3:6, 3:6.

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