Formel 1 in Interlagos

Hamilton holt Pole für Brasilien-Showdown vor Rosberg

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Lewis Hamilton sicherte sich in Brasilien die pole Position.

São Paulo - Nico Rosberg kam nicht ran. Der WM-Spitzenreiter verpasste den besten Startplatz für das Unternehmen Titelgewinn in Brasilien. Lewis Hamilton war einfach schneller. Für das Rennen wird nun aber auch noch Regen erwartet.

 Lewis Hamilton hat vor dem möglicherweise entscheidenden Rennen um den Formel-1-Titel die Pole-Serie von Nico Rosberg in Brasilien gestoppt. Der Brite raste am Samstag in der Qualifikation für den Großen Preis von Brasilien auf den ersten Platz. Hamilton schlug Rosberg, der in den vergangenen beiden Jahren von der Pole Position jeweils auch das Rennen auf dem legendären Kurs in Interlagos gewonnen hatte, um 0,102 Sekunden. „Lewis war einfach minimal schneller“ sagte Rosberg. „Meine Runde war auch gut, aber nicht schnell genug.“

Für WM-Verfolger Hamilton, der mit 19 Punkten Rückstand auf seinen Mercedes-Kollegen Rosberg in das vorletzte Rennen starten wird, war es die 60. Pole seiner Karriere - mehr haben nur Ayrton Senna (65) und Michael Schumacher (68). „Das ist das Beste, was ich mir erhoffen konnte“, meinte Hamilton mit Blick auf das Rennen.

Nur allzugern hätte Rosberg seinerseits die 31. Pole seiner Karriere geschafft. An Hamilton kam er aber auf dem Autódromo José Carlos Pace nicht vorbei. Allerdings zeigte sich in dieser Saison schon oft, dass auch Startrang zwei zum Sieg reichen kann. „Er hat beste Chancen, von da das Rennen zu gewinnen“, kommentierte Niki Lauda daher Rosbergs Chancen. Der Teamaufsichtsratschef von Mercedes und RTL-Experte prophezeite: „Er geht jetzt in Ruhe schlafen, ganz unaufgeregt. Wenn du heute schon zitterst, kannst du morgen das Rennen nicht gewinnen.“

Wie schon zuletzt in den USA und in Mexiko sicherte sich Hamilton den ersten Startplatz. Dort gewann er auch die Rennen. In Brasilien konnte Hamilton dagegen noch nie siegen, selbst nicht, als er 2012 dort zum ersten und bis Samstag einzigen Mal auf Pole gefahren war.

Mit einem Premierensieg in Sao Paulo würde Hamilton den Rückstand im WM-Klassement um mindestens sieben auf zwölf Punkte verkürzen. Gewinnt aber Rosberg, steht der 31 Jahre alte gebürtige Wiesbadener nach dem 205. Rennen seiner Formel-1-Karriere als dritter deutscher Weltmeister fest.

Aufpassen muss Rosberg allerdings beim Start an diesem Sonntag (17.00 Uhr MEZ/Sky und RTL) auch auf die Fahrer hinter ihm. Die Plätze drei und vier verschafften sich Kimi Raikkönen im Ferrari und Max Verstappen im Red Bull. Sebastian Vettel wurde im zweiten Wagen der Scuderia Fünfter - bis zur ersten Kurve sind es auf dem 4,309 Kilometer langen Kurs gerade mal 200 Meter. Und zu allem Übel und potenziellen Rennunwägbarkeiten ist auch noch Regen vorhergesagt.

Nico Hülkenberg kam im Force India auf Rang neun, Pascal Wehrlein nicht über Platz 19 hinaus im Manor. Die Start-Top-Ten für sein letztes Heimrennen verpasste Felipe Massa als 13. im Williams. Der 35-Jährige beendet nach dieser Saison seine Karriere.

Schon im ersten Zeitabschnitt wollten die beiden WM-Rivalen schnell für Klarheit sorgen, jederzeit hätte Regen für chaotische Zustände sorgen und womöglich ein folgenreiches frühzeitiges Aus verhindern können. Am Morgen im Training hatte Rosberg nach zweimaliger Bestzeit von Hamilton tags zuvor die schnellste Runde gedreht. Zu Beginn der ersten 18 Minuten setzte sich der Brite dann umgehend an den Spitze, Rosberg beendete seinen ersten Versuch unmittelbar danach - und war über drei Zehntelsekunden langsamer.

Die Rangfolge an der Spitze änderte sich auch im zweiten Durchgang nicht. Wieder legte Hamilton schnell vor, wieder kam Rosberg unmittelbar danach nicht an die Zeit heran. Diesmal konnte er den Rückstand aber auf unter anderthalb Zehntel drücken. Viel näher kam er aber auch in der entscheidenden Phase nicht an den Briten heran.

dpa

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