Handballer am Mittwoch in Wetzlar gegen Portugal

Auf dem Weg nach Kroatien: Deutsche Handballer starten in die EM-Qualifikation

+
Neu im Nationalteam: Der Wetzlarer Philipp Weber (rechts), der im Sommer aus Leipzig gekommen war, hier gegen den Berliner Drago Vukovic im Sprungwurf.

Kassel. Mit einem Heimspiel gegen Portugal starten die deutschen Handballer am Mittwoch  in Wetzlar in die Qualifikation zur Europameisterschaft.

Die ist vom 12. bis 28 Januar in Kroatien. Das Spiel, das um 19 Uhr beginnt und das Sport1 live zeigt, vor dem es viele offene Fragen gibt – aber auch Antworten.

Was steht sportlich auf dem Spiel?

Der Titelverteidiger muss sich auf dem Weg nach Kroatien in Hin- und Rückspielen gegen die Gruppengegner Portugal, Schweiz und Slowenien behaupten, nur die beiden Erstplatzierten und der beste Dritte aus allen sieben Gruppen fahren hin.

Warum ist der Titelverteidiger nicht automatisch qualifiziert? 

Im Gegensatz zu Weltmeisterschaften, wo der Champion automatisch beim nächsten Titelturnier dabei ist, gibt es seit jeher eine solche Regelung auf kontinentaler Ebene nicht.

Wie sind die sportlichen Chancen? 

Natürlich wird vom Europameister und Olympiadritten das souveräne Weiterkommen erwartet. Trainer Dagur Sigurdsson lässt keine Zweifel: „Wir wollen Platz eins.“ Auch wenn die Portugiesen längst international keine Laufkundschaft mehr sind, auch wenn etliche deutsche Spieler ausgelaugt sind.

Sind dennoch die Besten im Aufgebot? 

Nein. Im Rückraum fehlen der Berliner Linkshänder Fabian Wiede und der Gummersbacher Julius Kühn wegen Verletzungen, Spielmacher Martin Strobel (Balingen) wird wegen physischer Defizite zunächst eine Pause gegönnt. Für Linksaußen Rune Dahmke (Kiel/Sprunggelenkverletzung) rückt der Magdeburger Matthias Musche nach. Christian Dissinger (Kiel) hat zum Schutz seines anfälligen, oft verletzten Körpers verzichtet. Erstmals dabei sind die Rückraumakteure Philipp Weber (Wetzlar/Mitte) und Dominik Weiß (Stuttgart/links). Von der MT Melsungen wurde erneut kein Spieler berücksichtigt.

Gibt es noch Eintrittskarten für das Spiel in Wetzlar? 

Nein. Die 6000 Plätze in der Rittalarena sind längst vergeben. Aber Sport1 zeigt die Partie ja live.

Wie geht es weiter mit dem Nationalteam? 

Schon am kommenden Samstag folgt das zweite Gruppenspiel in Zürich gegen die Schweizer (17.45 Uhr / live Sport1). Slowenien ist dann der dritte Rivale in der EM-Qualifikation, die im Mai und Juni 2017 fortgesetzt wird. Dazwischen liegt vom 11. bis 29. Januar 2017 in Frankreich die Weltmeisterschaft mit Gruppenspielen gegen Kroatien, Weißrussland, Ungarn, Chile und Saudi-Arabien.

Wie weit wird Dagur Sigurdsson diesen Weg noch mitgehen und bestimmen?

Das ist die Frage, die derzeit für den meisten Gesprächsstoff sorgt und ablenkt von der Einstimmung auf die Länderspiele. Der Bundestrainer hat einen Vertrag bis 2020, den aber können der Isländer und der DHB jeweils bis Ende Dezember zum Sommer 2017 aufkündigen. Das wird der Verband auf keinen Fall tun. Und Sigurdsson? Noch im November will er sich erklären. Jetzt sagt er nur: „Bei der WM bin ich definitiv dabei.“

Über die Zeit danach wird spekuliert. St. Germain will ihn mit doppeltem Gehalt (600.000 Euro) nach Paris locken, die Japaner wollen Sigurdsson als Nationaltrainer zur Vorbereitung ihres Teams auf Olympia 2020 in Tokio. Und der DHB sinniert für den Notfall über Ersatzleute: Alfred Gislason (Kiel), Christian Prokop (Leipzig) und Markus Baur (Stuttgart).

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.